Modernisierung

Ein Hauch Mies van der Rohe

Sonnenschutzglas
03.08.2022

Von: Redaktion Glas
Um in alten Gebäuden neuen Wohnraum zu schaffen, werden sie saniert und modernisiert. Eines davon ist das "Fifty Five" am Wiener Rochus, das vor Jahren noch als Bürogebäude einer Versicherung genutzt wurde. Verspiegelte Mehrscheiben-Isoliergläser verleihen dem Glas-Beton-Stahlbau einen besonderen Charme.
Sonnenschutzgläser unterstreichen die hochwertige Schlichtheit des Wohngebäudes Fifty Five am Wiener Rochus.
Sonnenschutzgläser unterstreichen die hochwertige Schlichtheit des Wohngebäudes Fifty Five am Wiener Rochus.

Der dritte Wiener Bezirk hat sich vom ehemaligen Arbeiterviertel zu einem modernen Wohnbezirk für alle Generationen entwickelt. Zahlreiche Museen, die Österreichische Nationalgalerie, Cafés, Bars und Einkaufsmöglichkeiten sowie der bekannte Rochusmarkt machen "den 3." zu einem beliebten Wohnviertel. Hier befindet sich auch ein ehemaliges Versicherungsgebäude, das die Amisola Immobilien AG umfassend renovierte und ihm einen neuen Namen gab: "Fifty Five", angelehnt an die Adresse des Gebäudes in der Landstraßer Hauptstraße 55–57. Entworfen und umgesetzt wurde das Projekt vom Architekturbüro Mittermair Architekten aus Wien.

Die optische Absetzung erfolgt vor allem durch die dunkle, streng geometrische Aluminiumfassade und die großen Glasfronten.

Architekt Martin Mittermair

Prominentes Vorbild: Neue Nationalgalerie in Berlin

Das in den 1970er Jahren erbaute ehemalige Bürogebäude wurde kernsaniert. Sämtliche Leitungen, Bodenbeläge und Fenster wurden erneuert und renoviert. Nach rund einem Jahr Bauzeit waren die 50 Wohnungen im Fifty Five bezugsfertig. Das Besondere: Das Gebäude hatte keine tragenden Innenwände, sondern bestand lediglich aus einem Betonskelet. Diese statische Struktur wurde beim Umbau beibehalten. "Das architektonische Vorbild für den Entwurf des 28 Meter hohen Fifty Five war die Neue Nationalgalerie in Berlin", erklärt Architekt Martin Mittermair. "Das 1968 erbaute Meisterwerk von Ludwig Mies van der Rohe ist bis heute ein Architekturhighlight."
Sowohl die Neue Nationalgalerie als auch das Fifty Five seien solitäre Bauten, die sich von ihrer Umgebung deutlich abheben und einen starken Kontrast zu benachbarten Gebäuden darstellten. Im Fall des Fifty Five: zum neuen weißen Gebäude der Wiener Post sowie den angrenzenden Bauten aus der Gründerzeit. "Die optische Absetzung erfolgt vor allem durch die dunkle, streng geometrische Aluminiumfassade und die großen Glasfronten", sagt Mittermair.

Gerade Linien, rechtwinklige Formen und schlichtes Design prägen das moderne Erscheinungsbild des Fifty Five.
Gerade Linien, rechtwinklige Formen und schlichtes Design prägen das moderne Erscheinungsbild des Fifty Five.

Glas als Designelement

Angelehnt an die Ideale Mies van der Rohes – konstruktive Logik, räumliche Freiheit, hohe Variabilität der Nutzflächen sowie großflächige Verglasung der Fassade – wurden im Fifty Five rund 4.000 Quadratmeter Sonnenschutzglas des Typs "sunbelt A50" von Arcon verbaut. Glas sei ein unverzichtbares Bau- und Gestaltungselement im Fifty Five, so Mittermair. Es ermögliche sowohl eine angenehme Raum- und Lichtatmosphäre als auch eine vielseitige Raumnutzung. "Darüber hinaus erfüllt sunbelt A50 einen wichtigen Beitrag zur positiven Energiebilanz", ergänzt Florian Batik von Arcon, dessen Partner aus Klagenfurt die Gläser für das Fifty Five hergestellt und geliefert hat.

Privatsphäre trotz Transparenz

"Vor allem in innerstädtischen Wohngebäuden mit großen Glaselementen spielt das Thema Privatsphäre eine große Rolle", weiß Batik. Diese Privatsphäre erhalte man etwa durch speziell verspiegelte Beschichtungen, wie beispielsweise "sunbelt A50". Diese sowie die Beschichtungen A70, A60 und A40 bilden ein effektives und zugleich modernes Sonnenschutz-Ensemble. Alle vier Beschichtungen können dank ihrer Farbneutralität und guter Abstimmung innerhalb eines Gebäudes problemlos miteinander kombiniert werden – oder, wie beim Fifty Five, es wird nur eine Beschichtungsvariante verbaut. Das ermöglicht große Gestaltungsfreiheit für Architekt*innen und Bauherr*innen. Und: "Durch einen Ug-Wert von 1,0 W/m2K leisten Sonnenschutzgläser einen wichtigen Beitrag für nachhaltiges Bauen", so Batik.
(bt)

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