Spiel mit Ein- und Durchblicken

Glas
29.10.2015

 

Neben der Transparenz sind Glanz und Lichtdurchlässigkeit zwei herausragende Gestaltungsaspekte von Glas. Transluzentes Glas lässt Licht hindurch, schützt aber vor zu viel Durchblick. Demgegenüber bringen Spiegel Glanz in Räume und eröffnen neue Perspektiven. Für beide Glasarten bieten sich jeweils beeindruckende Einsatzmöglichkeiten.

Raffiniert: Die teilweise verspiegelte Trennwand dient als Raumteiler und Sichtschutz zwischen Bett und Bad im Hotel Barcelo in Hamburg (D).

Eine besondere Raumwirkung entfaltet die Kombination aus satiniertem Glas und Licht.

Der Chromspiegel „SGG Mirastar“ macht auch als Bühnenboden – hier beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo – eine gute Figur. Mit dem zu Sicherheitsglas verarbeiteten Spiegelboden lassen sich faszinierende Lichteffekte erzielen.

Spiegel sind heute allgegenwärtig. Ob in den eigenen vier Wänden, in Restaurants, Büros oder Einkaufszentren, überall finden sich kleine oder größere Spiegelflächen. Diese werden manchmal schlicht funktional, in anderen Fällen als Teil eines Designkonzeptes raumgestaltend eingesetzt. Spiegel können Räume in alle Richtungen erweitern, Licht und Blicke lenken und Proportionen und Perspektiven verändern und beeinflussen. Die raumbildende Wirkung von Spiegeln und Spiegelflächen kann vielfältig eingesetzt werden, indem sie kleine Räume weiter erscheinen lässt, interessante Objekte in den Blickpunkt rückt oder Raumproportionen verändert. Die Spiegelwirkung entsteht durch die einseitige Beschichtung von Glas, in der Regel mit einer hoch reflektierenden, brillanten Silberschicht. Diese wird für bessere Haftung und Langlebigkeit nachbehandelt und anschließend zum Schutz vor Korrosion, Abrieb und Kratzern, mit einer oder mehreren äußerst haltbaren Lackschichten abge­deckt. Erweiterte Anwendungsmöglichkeiten bieten Spiegel mit einer Beschichtung auf Chrombasis, die im Gegensatz zu Silberspiegeln auch über längere Zeit in Feuchträumen eingesetzt werden können, weil die Beschichtung korrosionsfest und unempfindlich gegen Wasserdampf ist. Zudem sind Chromspiegel vorspannbar. Das ermöglicht zum Beispiel den Einsatz als freistehende Trennwand oder Spiegeltür. 

Spiegelwirkung gezielt einsetzen

So selbstverständlich Spiegel heute verwendet werden, so gut sollte überlegt werden, wo Spiegel platziert werden und welche Perspektiven sich für eine Vervielfältigung anbieten. So sind bodentiefe Spiegel eine interessante Möglichkeit, um Räume optisch zu erweitern, weil sie die Illusion erzeugen, der Fußboden setze sich im Spiegel fort. Dieser Effekt lässt sich auch mit einem mattierten Spiegel erzielen. Diese extravagante Kombination bietet beispielsweise „SGG Satinovo Mate Miralite“. Dieses Glas setzt durch die Licht reflektierende Silberschicht strahlende Akzente – ohne zu spiegeln. Sein metallischer Glanz gibt Räumen zudem kühle Eleganz und betont eine klare Formensprache, daher eignet es sich besonders für einen modernen oder puristischen Einrichtungsstil. Spiegel oder spiegelnder Glanz können auch dazu eingesetzt werden, um dunkle Räume aufzuhellen, indem man deren lichtlenkende Eigenschaften nutzt. So können schräg positionierte Spiegel Licht an Bereiche ohne direkten Tageslichteinfall weiterleiten. Ein zentraler Aspekt bei der Anbringung von Spiegeln ist die Frage, was sich überhaupt spiegeln soll und was im Spiegel zu sehen sein wird. Wenn sich dem Spiegel gegenüber nur eine weiße Wand befindet, verpufft der Spiegeleffekt und es kann dazu führen, dass optisch ein Loch in die Wand gerissen wird. Auch in Räumen mit vielen Fensterflächen sollte der Platz für einen Spiegel sorgfältig ausgewählt werden, damit es nicht zu einer visuellen Vervielfältigung der Fenster kommt und der Raum seinen Halt verliert. 

Sehen und gesehen werden

Eine raffinierte Variante für die Innenraumgestaltung ist der Einsatz von Chromspiegeln als sogenannter Spionspiegel. Der Effekt beruht darauf, dass die Spiegelschicht des Chromspiegels nicht vollständig blickdicht und bei entsprechenden Lichtverhältnissen durchsichtig ist. So lässt sich immer von einem dunklen Raum in einen helleren hineinsehen, im helleren Raum spiegelt man sich dagegen im Glas. Diese Wirkung lässt sich für glanzvolle Gestaltungsideen verwenden, beispielsweise als Abtrennung zwischen Schlafzimmer und Bad oder zwischen Wohnraum und Flur. Spiegelnde Abtrennungen zwischen Küche und Essraum oder extravagante Duschen aus spiegelndem Glas ermöglichen nicht nur ein elegantes Spiel mit der Transparenz des Materials, sie erlauben auch Ein- und Ausblicke nach Wunsch. Der Chromspiegel „SGG Mirastar“ beispielsweise kann als Einscheiben- oder als Verbund-Sicherheitsglas gefertigt werden und sorgt damit immer für ein sicheres Gefühl – bei Beobachtern wie bei Beobachteten. Spiegel eignen sich, neben der klassischen Variante als zugeschnittenes frei aufgehängtes Element, auch als Wand- oder Möbelverkleidung und für alle Arten des Zuschnitts. Durch Sandstrahlen oder Gravieren lassen sich zudem zahlreiche Dekore aufbringen. Auch Bohrungen und Kantenbearbeitungen sind möglich – damit lassen sich selbst ausgefallene Wünsche verwirklichen. 

Sanfte Lichtstreuung

Klares Glas bekommt durch das Verfahren des Säuremattierens eine besondere Ästhetik, weil sich das Licht im satinierten Glas bricht und das Glas selbst zu schimmern scheint. Derart bearbeitetes Glas lässt Licht durch und bietet zugleich Sichtschutz. Weil das Glas, anders als bei Dekorglas, nicht in sich strukturiert ist und eine plane Oberfläche hat, behält es seine puristische Optik. Damit eignet sich satiniertes Glas ebenso als Trennwand oder Ganzglastür wie für Möbelfronten oder als Wandverkleidung. In Kombination mit entsprechender Beleuchtung lassen sich so fast schwerelos wirkende Lösungen realisieren. Sowohl in Wohn- als auch in Gewerberäumen können  behagliche, sichtgeschützte und elegante Bereiche geschaffen werden. Die mattierte Oberfläche macht das Glas pflegeleicht, weil beispielsweise deutlich weniger Fingerabdrücke zu sehen sind. 
„SGG Satinovo Mate“ zum Beispiel kann zu Verbund-Sicherheitsglas oder Brandschutzglas verarbeitet oder zu ESG vorgespannt werden. Es kann zudem gebogen, versilbert oder kantenbearbeitet werden.
Unterschiedliche Wirkungen lassen sich durch das verwendete Basisglas erzielen. Besonders licht und klar ist das Erscheinungsbild auf extra-weißem Glas. Interessante Effekte gibt es, wenn in der Masse gefärbtes Glas mattiert wird (z. B. „SGG Satinovo Mate Miralite“). Die außergewöhnliche Wirkung dieses Glases erhält durch die unterschiedliche Farbgebung eine mal eher kühle, dann wieder warme, aber immer elegante Ausstrahlung und verleiht damit jeder Einrichtungsidee eine edle Note. Ob spiegelnd, mattiert oder satiniert: Durch die besondere Oberflächenbearbeitung lassen sich mit solchen Gläsern eindrucksvolle Raumwirkungen erzielen. Welches Glas dabei wo zum Einsatz kommt, sollte sorgfältig überlegt werden, damit sich der gewünschte Effekt wie geplant einstellt.

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