Bemessung der Windsogsicherung

Für österreichische Dachdecker schreibt seit 2011 die ÖNorm B 3419 verbindlich vor, für eine Dachfläche die Anzahl und Anordnung von Sturmklammern zur Windsogsicherung rechnerisch zu ermitteln und in der Praxis auszuführen.

16.01.2013
Redaktion Dach Wand
© FOS

Bis dahin war es üblich, dass der Statiker im Einzelfall und objektbezogen solche Berechnungen gemäß der ÖNorm 1991-1–4 durchführte. Für den Dachdecker reichte es bis dahin aus, bis 45 Grad Dachneigung die Umsäumung von Dacheindeckungen (zwei Ziegel breit und zwei Scharen hoch) mit Dachziegeln zu befestigen.

Mit der Umsetzung des Eurocode 1 „Einwirkung auf Tragwerke, Teil 4 Windlasten“ in Österreich wurde die ÖNorm B 3419 (Ausgabe 2011) „Planung und Ausführung von Dachdeckungen und Wandverkleidungen“ inhaltlich angeglichen. So sind Angaben zur vereinfachten Ermittlung einer Windsogbelastung für einfach- oder doppelschalige Dächer mit dichter oder poröser Eindeckung neu aufgenommen worden und verbindlich in der Praxis anzuwenden.

Rechnerischer Einzelnachweis. Gefordert wird der rechnerische Einzelnachweis für die Windlast. Die Grundwerte für Windgeschwindigkeit und Geschwindigkeitsdruck – jeweils bezogen auf die örtliche Lage des Gebäudes – können anhand einer Tabelle gemäß ÖNorm 1991 abgefragt werden. Die ermittelte Windlast muss von der geklammerten Deckung aufgenommen werden können. Die Widerstandswerte der geklammerten Deckung werden bei einer Prüfung (Klammer + Dachziegel) nach EN 14437 ermittelt und gelten jeweils nur für die geprüfte Klammer und Ziegelform. 

Für Österreich gibt es seit 2011 für den rechnerischen Nachweis zwei Varianten. Diese unterscheiden nach Planung und Ausführung, wodurch die Verantwortung einmal beim Planer und zum anderen beim Dachhandwerker liegt.

1. Die ÖNorm B 3419 macht eine vereinfachte Ermittlung der Windsogbelastung beim Sattel-, Walm- und Pultdach möglich. Diese gilt:
• für Dachneigungen von zehn bis 75 Grad,
• bis zwölf Meter Firsthöhe,
• in Abhängigkeit vom Basisgeschwindigkeitsdruck des Standortes,
• es gibt zwei Tabellen für die Windlastermittlung, mit und ohne Unterdach,
• es wird die max. Windsogbelastung für Regelfläche (Innenbereich), Traufe, Ortgang, First/Pult und Ichse (Kehle) angegeben.

2. ÖNorm EN 1991-1–4 und ÖNorm B 1991-1–4 mit nationalen Festlegungen.
Die genaue Berechnung unter Berücksichtigung der Parameter ergibt in der Regel geringere Windsogbelastungen.

Eine normgerechte Berechnung ist im Einzelfall für den Dachhandwerker sehr aufwändig und zeitraubend. Deshalb empfiehlt es sich, die von Herstellern der Deckbaustoffe angebotenen Berechnungshilfen zu nutzen.

Einer von Europas führenden Herstellern von Befestigungssystemen zur Windsogsicherung von Dach und Fassade, Friedrich Ossenberg-Schule GmbH + Co KG (FOS), bietet im Internet dafür ein Berechnungstool, mit dem fast jeder auf dem Markt erhältliche Dachziegel oder Dachstein in Kombination mit den passenden Sturmklammern berechnet werden kann.

Ebenfalls bieten die österreichischen Partner von FOS im Internet speziell auf ihre Produktpalette abgestimmte Berechnungsprogramme zur schnellen Ermittlung an, beispielsweise Tondach Gleistätten unter www.tondach.at

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