Dachausbau auf alter Substanz

In Schlanders in Südtirol erstrahlt seit kurzem ein altehrwürdiges Gebäude in neuem Glanz. Auf zwei nach außen hin nicht sichtbaren Stockwerken wurde eine imposante Dachkonstruktion mit architektonischen Feinheiten fertiggestellt. 

24.03.2015
Prefa
© Wolfgang Croce / Prefa
© Wolfgang Croce / Prefa

In Südtirol wurde 2013 eine imposante Dachkonstruktion mit zwei nach außen hin nicht sichtbaren Stockwerken fertiggestellt.

© Wolfgang Croce / Prefa

Das Haus vor den Umbauarbeiten.

Text: Martin Roseneder

Es war ein sehr anspruchsvolles und vor Baubeginn umstrittenes Projekt. Schließlich wurde ein geschütztes Wohnhaus saniert. Aber als die Bewohner der 6.000-Seelen-Gemeinde Schlanders in Südtirol das Ergebnis sahen, waren sie beeindruckt“, beschreibt Prefa-Südtirol-Berater Reinhold Augschöll das Ergebnis eines Vorzeigeprojekts. Auf der alten Bausubstanz eines Wohnhauses mit einer Geschoßfläche von 178 Quadratmetern wurden innerhalb von zwei Jahren zwei Stockwerke aufgesetzt, darauf eine eindrucksvolle Dachkonstruktion samt weitläufiger Terrasse.

„Versteckter“ Wohnraum

Für die Umsetzung des Projekts, in dem sich über einem Gemischtwarenhandel die Wohnräumlichkeiten des Besitzers befinden, zeichnete das Südtiroler Architekturbüro Marx/Ladurner verantwortlich. „Das Einzigartige an dem Projekt ist, dass die beiden aufgesetzten Wohnetagen nach außen hin nur als Dach sichtbar sind. Zudem konnte der neue Aufbau perfekt an die schützenswerte, bestehende Fassade angepasst werden“, beschreibt Architekt Stephan Marx das Endresultat.

Alles aus einem Guss

Zum Einsatz kam die „Wandraute“ 20 x 20 von Prefa. Die Entscheidung fiel deshalb auf dieses kleinformatige Dachelement, da die Zinkimitation mit der Farbe „Patina grau“ – eine Sonderanfertigung – am besten zum bestehenden Altbestand passte. 
„Die Schwierigkeiten bei der Umsetzung lagen darin, dass alle Flächen geneigt sind, eine komplizierte Gratausbildung vorherrschte und die Ausführung der Fensterlaibungen im selben Rautensystem wie das Dach erfolgen musste“, ergänzt der Architekt. Klingt kompliziert, ist es aber nicht: „Wir hatten durch die alte Dachkonstruktion ein geometrisches Problem, das wahnsinnig schwierig zu lösen war. Mit den Kanten verhielt es sich hierbei wie bei alten Kirchendächern oder beim Bau von Pyramiden. Wir wollten einfach so wenige Kantungen wie möglich. Mit der Wandraute ist es uns gelungen, über die gesamte Dachfläche samt der Einbindung der beiden Stockwerke eine homogene Wirkung zu erzielen“, sagt Architekt Marx.

Sanierungen im Vormarsch

Für Prefa-Prokurist Ing. Albert Schafrath ist die Sanierung des Wohnhauses in Schlanders nur eines von vielen Beispielen. Denn mittlerweile betreffen 60 Prozent des gesamten europäischen Dachsegments Sanierungen, nur 40 Prozent fallen auf den Neubau. „Bei den kleinformatigen Dachelementen wie der Dachraute oder der Dachschindel erreicht dieser Anteil sogar 70 Prozent. Generell boomen Sanierungen, der Neubau in Gesamteuropa ist in den letzten zehn Jahren hingegen rückläufig.“
Den Hauptgrund für den Anstieg der Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahrzehnt sieht Ing. Schafrath in einer verbrauchten oder beschädigten Bausubstanz. Ein weiterer Punkt – wie beim Wohnhaus in Schlanders – ist, dass Hausbesitzer zusätzlichen Wohnraum schaffen wollen. Und hier bietet sich der Ausbau des Dachbodens an. 

Dach + Wand

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