Häuser Award 2019

Der jährlich von der Zeitschrift Häuser ausgelobte Award im Bereich  Einfamilienhaus wurde vergeben. Das passend zum Bauhausjahr ausgelobte Thema "Zeitlose Häuser - in der Tradition der Moderne" suchte Projekte, die die neue Moderne weiterführen und auf ihre Weise neu interpretieren. Nun wurden die diesjährigen Preisträger bekannt gegeben. 

15.03.2019
Einfamilienhaus
© HÄUSER/ Bert Leandersson

1. Preis: Haus Späckhuggarenin Kärna von Bornstein Lyckefors Arkitekter

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Die Jury des Häuser Awards 2019, bestehend aus Thomas Penningh (Präsident VPB), Anne Zuber (HÄUSER-Chefredaktion), Heiner Farwick (Präsident BDA), Jórrun Ragnarsdóttir (Architektin) und Reiner Nagel (Bundesstiftung Baukultur) zeichnete folgende Projekte aus: an das Wohnhaus in Kärna bei Göteborg in Schweden des Architekturbüros Bornstein Lyckefors Arkitekter ging PLatz 1. Das klar proportionierte, kubische Holzhaus fügt sich selbstbewusst und mit großer Selbstverständlichkeit in die schwedische Landschaft ein. Die rot gestrichene Fassade, die gliedernden Holzrahmen und die breite Türöffnung zitieren Elemente traditioneller landwirtschaftlicher Gebäude. Im Inneren überzeugt der Entwurf durch eine raffinierte Aufteilung des kleinen Volumens in eine spannende Abfolge differenzierter Räume. Der offene Grundriss entwickelt sich über versetzte Ebenen, Treppenräume und Lufträume, wobei sich überraschende Durchblicke ergeben. Gezielt gesetzte Fensteröffnungen steuern außerdem den Lichteinfall und geben vielfältige Ausblicke in die Landschaft frei. 

Corneille Uedingslohmann Architekten überzeugten die Jury mit dem Umbau und Erweiterung eines Bungalows in Köln. Das aus der Nachkriegszeit stammende Gebäude wurde nicht nur erhalten, sondern auch hochwertig saniert und umgebaut. Zudem wurde das Kölner Architektenhaus von 1959 funktional klug und architektonisch erweitert. Dabei nehmen die Neubauteile den Charakter, die Proportionen und Materialien des erdgeschoßigen Bestandes auf und schaffen ein prägnantes Gesamtensemble. In der Summe aus Alt und Neu entsteht eine außergewöhnlich stimmige Gesamtanmutung, die die Formensprache der Moderne aufnimmt und in die Zukunft weiterführt, was dem Entwurf den zweien Preis brachte.

Der dritte Preisträger, die Moussafir Architectes Associés aus Frankreich, qualifizierte sich mit einem Stadthaus in Paris. Es zeigt in beeindruckender Weise, wie individueller Wohnungsbau auch in stark verdichteten Städten wie Paris gelingen kann. Das in einen engen Hof gebaute Haus überzeugt durch seine reizvollen Freiräume, sowie durch die hohe Komplexität der Wohnbereiche. Die Räume greifen leicht versetzt ineinander, sodass Großzügigkeit durch vielfältige Blickbeziehungen sowohl innerhalb einer Ebene als auch über die Lufträume hinweg geschaffen wird. In Kombination mit der geschickten Lichtführung ist auf dem knapp bemessenen Baufeld ein Haus mit hohen Wohn- und Freiraumqualitäten entstanden.

Die begleitende Buchpublikation "Zeitlose Häuser. In der Tradition der Moderne. Minimalistisch, klar, reduziert. 100 Jahre Bauhaus" der Autorin Bettina Hintze dokumentiert die dreißig besten Einreichungen aus dem Wettbewerb und erscheint im Prestel Verlag und zeigt beispielhafte Bauten in der Tradition der Moderne in ganz unterschiedlicher Form. 

Architektur

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