Mission 2030 und Realismus

02.05.2018
Johannes Kislinger

Es gibt ein Strategiepapier, und es wird diskutiert – das ist gut. Österreich hat eine gute Ausgangslage – wir liegen im unteren Mittelfeld, Vorreiter im Erreichen der Klimaschutzziele sind wir schon lange nicht mehr, zu zögerlich wurden – wenn überhaupt – E­ntscheidungen getroffen. Die Emissionen sind kaum gesunken. Österreich hat das Ziel von 50 Millionen Tonnen CO2-Einsparung gewaltig verfehlt. Das kann nur durch den Ankauf von teuren Emissionszertifikaten kompensiert werden. Fast überall sind die Emissionen gesunken, nicht aber bei der Mobilität. Den Schwerpunkt auf emissionsfreie E-Mobilität zu setzen ist gut gemeint, aber nicht bis zu Ende gedacht. Denn dafür braucht es die Produktion von Energie und die alles andere als umweltfreundlichen Speichermedien der Autos. Dazu kommt ein weiteres Problem: Die Wege auf dem Land sind weit. Eine Strategie allein kann hier wenig ausrichten. Die Steigerung der Sanierungsquote ist prinzipiell begrüßenswert – aber es braucht echte Anreize. Gerade jetzt läuft der Sanierungscheck aus – ist das nicht ein widersprüchliches Signal? Verbote sind nicht populär, aber wirksam: Statt eines langfristigen Ausstiegs aus der fossilen Energieversorgung wäre ein kurzfristiger besser, frei nach Thomas Buckle: „Der größte Feind des Fortschritts ist die Trägheit.“

Bau

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