Stora Enso Wood Products: Holz überzeugt

Von MDH Arkitekter SA aus Olso stammt der Entwurf zu ­„Moholt 50/50“, ein aus fünf neungeschoßigen Holzbauten bestehender Komplex im norwegischen Trondheim. Verwirklicht mit CLT (Cross ­Laminated Timber oder Brettsperrholz) aus Österreich.

28.04.2017
Brettsperrholz
© MDH Arkitekter

Das mehrgeschoßige Studentenheim aus Holz, Trondheim, Norwegen. 

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Von den rund 170.000 Einwohnern Trondheims, der drittgrößten Stadt Norwegens, sind etwa 30.000 Studenten – Tendenz steigend. Leistbarer Wohnraum ist sehr begehrt. Nach Studentenwohnheimen in Haugesund und Remmen ist „Moholt 50/50“ die dritte Anlage, die in Brettsperrholz errichtet wurde. „Bauen mit Holz hat in Norwegen eine lange Tradition“, erzählt Herbert Jöbstl, Geschäftsführer von Stora Enso Wood Products in Zentraleuropa. „Ich bin stolz darauf, dass wir einen Beitrag zum norwegischen Holzbauwesen leisten und dem Markt unsere nachhaltigen, holzbasierten Lösungen anbieten können.“ 6.500 Kubikmeter CLT – Cross Laminated Timber aus dem Werk in Ybbs an der Donau wurden für das Projekt nach Trondheim geliefert. Nachhaltigkeit war bei der Umsetzung ein wichtiger Aspekt, ein Grund mehr, sich für Holz als nachwachsenden Rohstoff, der CO₂ langfristig speichert und für eine gute Ökobilanz sorgt, zu entscheiden. 

Holz als Stresskiller
In neun Monaten Bauzeit entstanden die 28 Meter hohen Wohntürme, ein Bibliotheksgebäude und ein Kindergarten. Erd- und Untergeschoß der nach Passivhausstandard errichteten Türme sind aus bewehrtem Ortbeton, die Tragstruktur der Obergeschoße sowie Aufzugsschächte und Treppenhäuser aus Brettsperrholzelementen. Die Gebäudehülle gliedern überlappend angeordnete Holzpaneele aus Kiefer. Innen wie außen sind alle Holzwände tragend und ihre Oberflächen sichtbar belassen. In einzelne Decken und Wände wurden nach Brand- und Schallschutzvorgaben Gipskartonplatten eingefügt. Mit einem transparenten, feuerfesten Anstrich sind einige tragende Wände wie jene des inneren Treppenhauses versehen. Beheizt und gekühlt wird mittels Geothermie. Die gewählte Holzbauweise hat neben ihren technischen Vorteilen wie kurzer Bauzeit und hoher Funktionalität auch einen positiven Effekt auf Stimmung und Verhalten der Studierenden: Wer in Holzbauten lernt, empfindet weniger Stress, hat weniger Konflikte und kann sich besser konzentrieren.

Holz für gute Ökobilanz
Eigentlich hatten die norwegischen Architekten zur Errichtung der Wohntürme Stahlbeton mit Mauerwerksausfachung vorgesehen, ganz in Anlehnung an die hier traditionell vorherrschende Bauweise in Klinker. Die hohen energetischen Ansprüche des Bauherrn jedoch überzeugten die Planer, sich für eine Holzkonstruktion aus Brettsperrholz zu entscheiden. Die massiven Holzelemente wirken als flächige Bauteile und tragen die als Windlasten auf den Bau einwirkenden Horizontalkräfte geschoßweise ab. Wobei sich die Geometrie der Verbindungen der einzelnen Elemente am jeweiligen Geschoß und der Lastbeanspruchung orientiert. „CLT ist insbesondere für den städtischen Wohnbau geeignet, da es leicht zu verarbeiten ist und hervorragende Brandschutzeigenschaften aufweist. Die Bauzeit ist durch den hohen Vorfertigungsgrad der Bauelemente wesentlich kürzer als bei anderen Materialien“, so Jöbstl. Was CLT geradezu für den Einsatz bei diesem Bauvorhaben in der Universitätsstadt Trondheim prädestinierte.

Stora Enso Wood Products Gmbh
Bahnhofstrasse 31, A-3370 Ybbs an der Donau
T: (0 74 12) 530 33-0
E: buildingsolutions@storaenso.com
I: www.clt.info

Architektur

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