Holzwirtschaft

Österreich ist halb Wald

Wald
19.02.2019

Aktualisiert am 15.07.2021

Insgesamt gibt es in Österreich mehr als 4 Millionen Hektar Wald, das ist fast die Hälfte des Landes. Seit 1961 hat die Waldfläche in Österreich 300.000 Hektar dazugewonnen, das entspricht etwa der Fläche des oberösterreichischen Mühlviertels.

Der Wald hat in den letzten zehn Jahren durchschnittlich um 3400 ha pro Jahr zugenommen – das entspricht 4762 Fußballfeldern.

Das waldreichste Bundesland ist die Steiermark (62% Wald), gefolgt von Kärnten (61% Wald), Salzburg (53% Wald) und Oberösterreich (42% Wald).

Wie viele Bäume gibt es in Österreichs Wäldern?

In Österreichs Wäldern gibt es 65 Baumarten und insgesamt 3,4 Milliarden Bäume! Der Trend zur mehr Laub- und Mischwald geht weiter: Die Fichte bleibt die Hauptbaumart mit einem Anteil von 57,4 % der gesamten Waldfläche, sie hat jedoch in den vergangenen Jahren an Fläche verloren – von 1,709 Millionen Hektar (2008) auf 1,646 Millionen Hektar (2018). Im Gegensatz dazu legt die Buche zu (von 336.000 Hektar auf 342.000 Hektar) und hat einen Anteil von rund 12% der Waldfläche. Beim Laubholz hat neben der Buche auch die Verbreitung von Ahorn zugenommen. Laub- und Mischwälder sind stabiler und resistenter, sowohl gegen Schädlingsbefall, als auch gegen den Klimawandel. Auch die Biodiversität und Artenvielfalt profitiert von dieser Entwicklung.

Wie stark bedrohen Schädlinge den Wald und die Forstwirtschaft?

Keine Entwarnung gibt es bei Borkenkäfern für das Jahr 2021. Zwar fallen die dokumentierten Baum-Schäden erstmals geringer aus, als in den Jahren davor, von einer echten Verbesserung der Lage kann aber keine Rede sein, denn "die Borkenkäferschäden bleiben weiterhin überdurchschnittlich hoch", erklärt Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW). Das Ranking der Waldschädlinge und ihre vernichtende Bilanz in Millionen Vorratsfestmeter Holz (Erklärung: Was ist ein Vorratsfestmeter Holz? Ein Vorratsfestmeter ist die Masse an Holz über dem Boden inklusive Rinde):

  • Borkenkäfer: 2,61 Mio. Vorratsfestmeter Holz
  • Buchdrucker: 2,21 Mio. Vorratsfestmeter Holz
  • Kupferstecher: 0,24 Vorratsfestmeter Holz

Die Schadensverteilung ist regional sehr unterschiedlich. In der Hälfte der Bundesländer nahmen die Käferschäden im Wald zu. Salzburg verzeichnet gar ein Plus von 71%, Tirol plus 48%, Vorarlberg plus 16% und die Steiermark plus 14%.

Wie wird Wald wirtschaftlich genutzt?

Die Nutzung des Waldes durch die Forstwirtschaft ist von 85% auf 88% gestiegen. Kleinwaldbesitzer, das sind Betriebe unter 200 Hektar Wald, kümmern sich vermehrt um ihren Wald und sehen ihn auch als Einkommensquelle. Sie nutzen bereits 85% des Zuwachses, vor zehn Jahren waren dies nur 74%. Das ist wichtig, denn nur durch Forstwirtschaft bewirtschaftete und gepflegte Wälder können ihre Beiträge zum Klimaschutz und dem Schutz vor Naturgefahren leisten. Bei den Großbetrieben liegt die Nutzungsrate weiterhin bei 100%. Bei den Bundesforsten hat sie entsprechend den Planungen und der aktuellen Alterszusammensetzung der Bäume auf 76% abgenommen.

Was bringt der Wirtschaftsfaktor Holz?

Die Wertschöpfungskette des Rohstoffes Holz bietet in über 172.000 Betrieben rund 280.000 Menschen in Österreich Einkommen. Der Produktionswert der gesamten Wertschöpfungskette Holz beträgt rund 12 Millarden Euro pro Jahr. Der durchschnittliche Exportüberschuss beträgt 3,5 Milliarden Euro. Die Wertschöpfungskette Holz zählt damit zu den wichtigsten Devisenbringern der österreichischen Leistungsbilanz.

Wieviel CO2 speichert Österreichs Wald?

Der Wald mit Waldboden speichert gesamt rund 985 Mio. Tonnen Kohlenstoff oder rund 3,6 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente. Das ist mehr als das Vierzigfache des jährlichen CO2-Ausstoßes in Österreich von 79,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten. Jede Sekunde wächst ein Kubikmeter Holz in Österreichs Wald nach, somit bindet der Wald jede Sekunde 200 kg Kohlenstoff bzw. 750 kg CO2 (Quelle: www.bfw.ac.at)

Wie schadet die Klimakrise dem Wald?

Die größten Herausforderungen für den österreichischen Wald und die Forstwirtschaft aufgrund der Klimakrise sind der damit verbundene Trockenstress und infolgedessen die höhere Anfälligkeit für Insekten und Krankheiten. Deshalb empfiehlt das "Bundesforschungszentrum für Wald" die Förderung von Misch- und Laubholzbeständen. Das Institut forscht auch, welche Arten aus anderen Regionen (z.B. Balkan) als letzte Alternative an speziellen Standorten, wo heimische Baumarten trockenheitsbedingt ausfallen, für eine Aufforstung infrage kommen.

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