Raumkonzept

Casa Mi: Fenster wie Ferngläser zum See

Die Casa Mi am Zürichsee ist ein architektonisches Highlight. Die futuristische Bauweise in Kombination mit außergewöhnlichen Fensterfronten, die wie imposante Ferngläser wirken, macht aus dem dreigeschossigen Wohnhaus einen Hingucker.

07.04.2021
Architektur
Redaktion Handwerk + Bau
08.04.2021
© Daluz Gonzales Architekten

Die Casa Mi steht an der Ostküste des Zürichsees, ganz genau in der Gemeinde Herrliberg, auf einem stark abfallenden Gelände zwischen dem See und dem Bergrücken Pfannenstiel. Alleine die Lage direkt am See, gleichzeitig in einem der berühmtesten Weinbaugebiete der Schweiz und das in unmittelbarerer Nähe zu Zürich ist etwas Besonderes. Wirklich außergewöhnlich ist aber die Architektur des Neubaus.

Atemberaubende Sicht

Das vom Architekten-Duo Rubén Daluz und Juan Gonzaléz entworfene Wohnhaus mit über 685 Quadratmetern zeichnet sich durch ein einzigartiges Raumkonzept aus. Breite Treppen, große Freiflächen und offene Räume lassen die drei Ebenen, die sich in ihrer Funktion klar unterscheiden, scheinbar miteinander verschmelzen. Verstärkt wird die offene Raumgestaltung durch großzügige Fensterfronten,  die aus den verschiedensten Perspektiven, sogar beim Betreten des Hauses im nördlich gelegenen Eingangsbereich, eine atemberaubende Sicht auf den Zürichsee ermöglichen. Selbst beim Kochen liegt einem der See zu Füßen. Dank der breiten Treppe, die den Küchenbereich mit dem Essbereich verbindet, und in der die Kochinsel integriert ist, wird dieser Teil des Hauses zum offenen Genussraum, ja sogar zum Showroom. „Das Essen wird heute nicht mehr alleine in der Küche zubereitet, sondern man trifft sich in der Küche, steht zusammen und unterhält sich“, so Rubén Daluz, der eine Separierung der Küche grundsätzlich als nicht mehr zeitgemäß ansieht.

Ästhetische Kontraste

Trotz der Einbindung der Küche in die Gesamtarchitektur sind störende Küchengerüche in den umliegenden Bereichen kein Thema. Das schwarze Küchenelement, eine Sonderanfertigung der Edition „All Black“ von Bora, ist nicht nur ein ästhetischer Kontrast zur hellen Umgebung, sondern spielt auch technisch alle Stückerln. Das System Bora Professional 2.0 vereint das minimalistische Design mit einem Maximum an Technik der modular aufgebauten Kochfelder und dem im Element integrierten Kochfeldabzug, der geräuscharm und selbstständig den Dunst nach unten abzieht. Dadurch gibt es in der Küche nicht die geringste Dunstschwade, die den Kochgenuss oder den Blick auf See und Alpen in der Ferne trüben könnte.

Schwarzes Küchenelement von Bora: Sonderanfertigung der Edition "All Black".

© Bora/Marco Sieber

Geometrische Formen

Helligkeit und Licht spielen bei den Entwürfen der beiden Architekten, die seit 2007 in ihrem Zürcher Architekturbüro zusammenarbeiten, immer eine zentrale Rolle. Ebenso verbindet Rubén Daluz und Juan González das gemeinsame Interesse für eine charakteristische Architektur mit einer Präferenz zu klaren, geometrischen und großflächigen Formen, die sich auf natürliche Weise in ihre Umgebung integrieren. „Früher waren die Menschen täglich in der freien Natur und kamen erst am Abend nach Hause“, erklärt Juan González, „da vermitteln kleine Fenster ein Gefühl der Geborgenheit. Heute sind die meisten Menschen tagsüber in geschlossenen Räumen und genießen dann zu Hause das Licht von außen und die Weite des Blicks“. (ar)

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