Beleuchtung

Ins rechte Licht gerückt

Die optimale Lichtquelle für das Bad zu finden stellt schon in der Planungsphase eine echte Herausforderung dar. Wir zeigen, wie erhellend das Wellness-Erlebnis in den eigenen vier Wänden sein kann und worauf es dabei ankommt.

05.03.2021
Top-Artikel
Christina Mothwurf
05.03.2021
© Paulmann

Was es für einen richtig guten Start in den Tag braucht? Einen Wohlfühlort, der die Lebensgeister weckt, wo ganz viel Zeit für "self care" und sowohl für Entspannung als auch die volle Aktivierung Platz haben: das Badezimmer. Es ist der Ort in den eigenen vier Wänden, wo wir uns im Vergleich zu Küche, Schlaf- und Wohnzimmer zwar relativ wenig aufhalten – umso wichtiger ist es, ihn so zu gestalten, dass wirklich alles passt. Dazu gehört vor allem die richtige Beleuchtung. Und weil auch die Zeiten des rein funktionalen Bades längst vorbei sind, gibt es auch hier für Planer und Architekten mittlerweile unglaublich viele Gestaltungsmöglichkeiten, die nicht nur den Raum bei Tag und Nacht, sondern auch das Gemüt erhellen.

© Burgbad AG

Basisarbeit

Damit das Wellnesserlebnis nachhaltig Freude macht, gilt zuallererst: "safety first". Deshalb sollte bei der Planung gut überlegt werden, an welchen Stellen die Lichtquellen jeweils platziert werden müssen, damit das Bad richtig ausgeleuchtet ist und Unfälle vermieden werden können. Und wir reden hier nicht nur vom Pflaster an der Backe nach dem Rasieren, sondern von erhöhter Rutschgefahr durch nasse Fliesen oder zu wenig Orientierung durch fehlende Ausleuchtung. Elektrisierend sollte maximal das prickelnde Duscherlebnis sein – deshalb gilt es, im Nassbereich besondere Vorsicht walten zu lassen, schließlich können hier schnell Strom und Wasser in Kontakt kommen. Bei Leuchten gibt es deshalb eine sogenannte IP-Kennzahl, die angibt, bis zu welchem Grad die Leuchte vor Staub, Schmutz und eindringendem Wasser geschützt ist. Generell gilt: Je näher die Leuchte an einer potenziellen Wasserquelle ist, desto höher muss die Kennzahl sein. Eine Leuchte, die mindestens 60 Zentimeter von Dusche, Wanne oder Waschbecken entfernt ist, sollte mit der Spritzwasserschutz-Kennzeichnung IP44 versehen sein. Rund um die Armaturen im Dusch- oder Badewannenbereich braucht’s da mit IP65 schon etwas mehr, damit die Leuchten strahlwassergeschützt sind. Kurzzeitig im Wasser untertauchen können tatsächlich Leuchten mit der Kennzeichnung IP67.

© Romana Fürnkranz

Schlau kombiniert

Nachdem klar ist, in welchen Bereichen die Leuchten nach ihrer Klassifizierung eingebaut werden können, geht es an die Zonenplanung. Das heißt: Die perfekte Badbeleuchtung erzielt man durch eine schlaue Kombination aus unterschiedlichen Beleuchtungsbereichen. So sorgt die Grundzone für eine Allgemeinbeleuchtung und einer übergeordneten Orientierung im Raum, während die Aktzentbeleuchtung genau dort für zusätzliches Strahlen integriert wird, wo man besonders helle Momente hat: vor dem Spiegel, als Beauty Light oder bei Waschbecken und Badregal. Die Kombination aus direktem und indirektem Licht sorgt zusätzlich für eine gemütlich-moderne Atmosphäre im Raum.

© Paulmann

Sitzt, passt, hat Licht!

Damit Lidstrich und Frisur sitzen und auch die letzten Bartstoppeln in Sichtweite bleiben, müssen Helligkeit und Farbtemperatur stimmen. 250 bis 300 Lumen sollten pro Quadratmeter im Badezimmer vorhanden sein – inwieweit es dafür künstliche Beleuchtung braucht, hängt natürlich auch davon ab, ob und wie viel natürliches Licht im Raum vorhanden ist. Gerade fensterlose Badezimmer brauchen in Sachen Lichtkonzept besonders viel Augenmerk. Badezimmerausstattung, Wandfarben oder die Art und Farbe der Möbel haben ebenso einen entscheidenden Einfluss darauf. Apropos Einfluss: Unser Biorhythmus freut sich ebenfalls über eine sorgfältige Planung – schließlich hat die Farbtemperatur auch Auswirkungen auf unser Körpergefühl. Für den Frischekick am Morgen ist deshalb eine Farbtemperatur ab ca. 5.000 Kelvin sinnvoll – will man sich nach einem langen Tag in der Badewanne entspannen, sorgt warmweißes Licht mit maximal 3.000 Kelvin für den gewünschten Wellness-Effekt. Schlaue LED-Technologie, die mittlerweile fast immer mit einem Dimmer versehen ist, schafft die nötige Flexibilität zwischen Lichtverhältnissen, die beim Hoch- oder Runterfahren des Körpersystems unterstützen. Wer’s so richtig bunt mag oder zwischendurch in sanfte Blau-, Rot- oder Gelbtöne eintauchen will, ist mit einer Farbwechselleuchte gut beraten. Auf Knopfdruck ist so der Wechsel von aktivierendem Licht zum warmweißen Licht möglich – und das in vielen unterschiedlichen Farbnuancen. Schlau geplant, wird das Badezimmer mit der passenden Beleuchtung zur richtigen Wellness-Oase. Und wer weiß, vielleicht will man dann ja wirklich lieber in der Wanne relaxen als vor dem Fernseher? (dd) 

Checkliste Badbeleuchtung

  • Safety first: Für ausreichend Grundbeleuchtung achten!
  • Wasserresistenz der Leuchten einplanen (IP-Kennzahl)
  • Zonenplanung: Wo wird welches Licht benötigt?
  • Helligkeit im Raum: Fensterlose Badezimmer brauchen mehr und schlau(er) geplante Lichtquellen
  • Farbtemperatur sollte mittels Dimmer regulierbar sein
Haustechnik Architektur

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