Das Geschäft brummt

Den Bauzulieferern geht es gut, die Industriezulieferer hinken hinterher – so lautet das ­Ergebnis der Konjunkturerhebung des Fachverbands Steine-Keramik im ersten Halbjahr 2019.

01.10.2019
Fachverband
Redaktion Bauzeitung
© FV Steine-Keramik

Neuer Obmann: ­Robert Schmid (r.) löst Manfred Asamer (l.) als Obmann des FV Steine-Keramik ab. Im Bild mit Geschäftsführer Andreas Pfeiler.

Nach einem starken Umsatzwachstum von 4,59 Prozent im Jahr 2018 verzeichneten die 300 befragten Mitgliedsunternehmen der Stein- und keramischen Industrie im ersten Halbjahr 2019 abermals ein Plus von 3,50 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs auf 1,82 Milliarden Euro. Das Umsatzplus ist stark getragen von den Bau-affinen Branchen (Beton- und -fertigteile, Transportbeton, Zement, Putz/Mörtel, Sand/Kies, Schotter; +6,14 Prozent), während die Industriezulieferer (Feinkeramik, Feuerfest, Schleifmittel) einen Umsatzrückgang verzeichnen (–5,94 Prozent). Bei den Beschäftigten gab es einen Zuwachs um 1,65 Prozent (13.692 Mitarbeiter).

Branchengewinner Beton- und -fertigteilindustrie

Die größten Zuwächse erzielten die Beton- und ­fertigteilindustrie (+11,05 Prozent auf 262,1 Millionen Euro), die Sand- und Kiesindustrie (+7,99 Prozent auf 64,8 Millionen Euro) und die Zementindustrie (+6,90 Prozent auf 252,5 Millionen Euro). Ebenfalls stark zulegen konnten die Ziegel- und -fertigteilindustrie (+6,71 Prozent auf 87,6 Millionen Euro), die Kalkindustrie (+4,71 Prozent auf 111,9 Millionen Euro) und die Transportbetonindustrie (+4,69 Prozent auf 242,9 Millionen Euro).

Umsatzrückgänge verzeichneten die feinkeramische Industrie (–15,07 Prozent auf 75,9 Millionen Euro), die Schotterindustrie (–4,13 Prozent auf 44,1 Millionen Euro) und die Schleifmittelindustrie (–2,39 Prozent auf 194,9 Millionen Euro).

Infrastrukturbau durchwachsen – Hochbau gut

Der Infrastrukturbau läuft derzeit zumindest entlang der großen Hauptverkehrsadern gut, im regionalen Bereich auf Landesstraßenebene gibt es jedoch kaum Neubau oder Sanierungen. „Zudem werden aufgrund der Forcierung der Kreislaufwirtschaft zunehmend weniger Primärmaterialien benötigt“, so Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik.

Im Westen sorgt insbesondere die Tourismusbranche für eine gute Auftragslage der Unter­nehmen (Hotellerie, Seilbahnen, Infrastruktur) – in Ostösterreich hingegen lassen neue Projekte auf sich warten. Der Hochbau (Wohnungs- und Gewerbebau) entwickelt sich gut auf Vorjahresniveau, jedoch mit regional unterschiedlichen Aussichten. Die Entwicklung im Bereich Einfamilienhausbau ist rückläufig.

Ausblick

„Das erste Halbjahr war geprägt von starken monat­lichen Schwankungen mit einer spürbaren Ein­trübung der Konjunktur ab Jahresmitte. Für das ­Gesamtjahr sind erste Anzeichen für einen Abschwung spürbar, trotzdem wird bis Jahresende ein leichtes Plus erwartet. Dafür müssen aber noch einige angekündigte Großprojekte umgesetzt bzw. gestartet werden“, betont der neue Fachverbandsobmann ­Robert Schmid.

Schmid folgt auf Asamer

Mit Anfang Oktober kam es zu einem Wechsel an der Spitze des Fachverbands Steine-Keramik. Nach einem Jahrzehnt erfolgreicher Arbeit übergab Manfred Asamer (Asamer Kies- und Betonwerke GmbH) die Führung an seinen bisherigen Stellvertreter Robert Schmid (Baumit-Gruppe). Während zu Beginn der Obmannschaft Asamers der Fokus auf den Themen Rohstoffsicherung, Nachhaltigkeit, Ausbildung sowie auf der Bekämpfung der Folgen der Wirtschaftskrise lag, haben sich die Priori­täten später v. a. in Richtung Energie- und Klimapolitik ver­lagert. Mit Robert Schmid, Mit­eigentümer des Familienkonzerns in der dritten Generation mit einer breiten Palette an mineralischen Baustoffen in seinem Portfolio, steht dem Fachverband künftig ein Experte mit profunder Kenntnis der Branche zur Verfügung. „Ich freue mich darauf, die erfolgreiche Interessenvertretungs­arbeit meines Vorgängers fort­zusetzen“, so Schmid.

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