„Der Preisdruck ist nach wie vor sehr hoch“

Innung Bau
04.09.2017

Auftrags- und Preislage, Facharbeitersituation und Digitalisierung der Branche: Wir haben Robert Jägersberger, Landesinnungsmeister Bau in Niederösterreich, gefragt, wie das Jahr 2017 aus seiner Sicht läuft.

„Der Preisdruck ist nach wie vor sehr hoch“, klagt Robert Jägersberger.

Wie läuft das Jahr bisher für Ihre Mitglieder? Ist ein Aufschwung zu spüren?
Die Auslastung der Betriebe ist derzeit zufriedenstellend. Ob es sich dabei um einen nachhaltigen Aufschwung handelt, wird sich noch zeigen. Jedenfalls ist durchaus ein Silberstreifen am Horizont zu sehen.

Unternehmen melden volle Auftragsbücher, aber stimmen auch die Preise?
Leider ist der Preisdruck nach wie vor sehr hoch. Der Mitbewerb aus den Nachbarländern hält sich nicht immer an die Spielregeln. Nur bei nachhaltiger guter Nachfrage ist die notwendige Preisanpassung zu erwarten.

Welche Themen sind aktuell die wichtigsten in Ihrem Bundesland?
Ein Schwerpunkt liegt im Bereich der öffentlichen Vergaben. Hier bieten wir beispielsweise kostenlose Vergabeberatungen für Gemeinden an. Aber auch Zukunftsthemen wie die Digitalisierung stehen im Fokus.

Facharbeitermangel als Dauerbrenner – stimmen die Lehrlingszahlen in Ihrem Bundesland?
Trotz unserer intensiven Bemühungen und Aktionen sind die Lehrlingszahlen derzeit noch auf niedrigem Niveau. Alle Unternehmen sind gut beraten, sich verstärkt dem Thema Facharbeiterausbildung zu widmen.

Die Digitalisierung schreitet voran, wie weit sind Ihre KMU?
Derzeit gibt es zum Beispiel im Bereich BIM noch nicht sehr viele KMU, die sich intensiv damit beschäftigen. Zukünftig wird aber kein Weg daran vorbeiführen, weshalb wir hier als Standesvertretung auch am Ball bleiben.

Welche Hoffnungen beziehungsweise Befürchtungen haben Sie aufgrund der anstehenden Nationalratswahl?
Natürlich bringt jede neue Regierung auch Veränderungen. Wichtig ist, dass die klein- und mittelständischen Betriebe als Rückgrat unserer Wirtschaft endlich forciert werden.

Ab 2018 können die Länder die Höhe des Wohnbauförderungsbeitrags bestimmen – eine richtige Entscheidung oder der Anfang eines noch erbitterteren Preiskampfes?
Es ist jedenfalls sicherzustellen, dass die notwendigen Fördermittel zur Schaffung und Erhaltung des dringend erforderlichen Wohnraums zur Verfügung stehen.

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