Gernot Tritthart: "Es ist ein Aufwärtstrend zu spüren"

Der Shut-Down der Wirtschaft aufgrund der Corona-Krise hat auch die Lafarge Zementwerke GmbH hart getroffen. Wie man mit der Situation derzeit umgeht und warum man bereits vorsichtig optimistisch in die Zukunft blickt, erzählt Vertriebsdirektor Gernot Tritthart im Interview. 

09.04.2020
Coronakrise
© Lafarge

"Wir sind mit unseren Kunden laufend in Kontakt und gehen daher davon aus, dass nach Ostern wieder alle Kunden den Betrieb aufnehmen", zeigt sich Gernot Tritthart, Vertriebsdirektor Lafarge optimistisch.

Wie gehen Sie derzeit mit der Krise in Ihrem Betrieb um?

Wir haben bereits Anfang Februar ein sogenanntes „Business Resilience Team“ ins Leben gerufen, das sich mit den aktuellen Entwicklungen rund um das Virus beschäftigt und Maßnahmen für die Mitarbeiter an allen Standorten in Österreich vorbereitet hat. Sicherheit und Gesundheit spielen in unserem Unternehmen eine zentrale Rolle – und das nicht erst seit der Coronakrise. Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung ist in unseren Werken ohnehin Pflicht, Schutzmasken sind aus unserem Arbeitsalltag nicht wegzudenken und auch für werksfremde Personen haben wir vorsorglich Schutzmaßnahmen erlassen. Selbstverständlich galten strenge Hygienevorschriften auch für Mitarbeiter aus der Verwaltung. Mit täglichen oder wöchentlichen Updates und Postern zur richtigen Hygiene haben wir unsere Mitarbeiter informiert. Das Einhalten der 1-Meter-Abstandregelung haben wir sichergestellt, Werkskantinen wurden geschlossen. Sonderurlaube für Betreuungspflichtige und Home Office für den Angestelltenbereich wurden bereits am 16. März vorgeschrieben, um auch hier den Kontakt bzw. das Betreten des öffentlichen Raumes zu beschränken. Selbstverständlich haben wir auch in den Werksteams auf Zweier-Schichten gesetzt, um möglichst wenige Mitarbeiter an den Standorten zu haben.

Viele Unternehmen fühlen sich alleine gelassen und sind unsicher, wie sie reagieren sollen. Was halten Sie von dem Vorgehen der Regierung?

Die Coronakrise ist eine absolute Ausnahmesituation für alle Beteiligten. Wir können froh sein, dass unsere Regierung so rasch drastische Maßnahmen gesetzt hat, denn nur so konnten viele Menschenleben gerettet werden. Der Shut-Down der Wirtschaft war sehr schmerzvoll, aber gemeinsam werden wir auch diese Krise meistern.

Nehmen Sie derzeit Förderungen in Anspruch?

Wir haben für Teile des Unternehmens Kurzarbeit beantragt.

Vor rund zwei Wochen hat die Bundesregierung beschlossen, dass auf Baustellen weiter gearbeitet werden darf. Hat sich die Situation dadurch für Sie etwas entspannt?

Die Nachfrage nach Zement ist Mitte März kurzzeitig sehr stark zurück gegangen. Als das Covid-19 Gesetz für Baustellen dann nachgebessert wurde, haben wir bereits einen Aufwind verspürt. Wir sind gut gerüstet und werden unsere Kunden nach wie vor mit Zement versorgen.

Machen Sie sich Sorgen um die Rohmaterial-Versorgung? Zeichnen sich hier Engpässe ab?

Nein, wir machen uns keine Sorgen um die Rohmaterial-Versorgung. Zement ist ein regionales Produkt, das kommt uns natürlich sehr zugute. Unser Kalkstein kommt aus unseren eigenen Steinbrüchen. Auch Zumahlstoffe, wie Flugasche und Schlacke sind verfügbar.

Mit welchem Zeithorizont rechnen Sie bis auf Baustellen alles wieder seinen gewohnten Gang geht?

Wir sind mit unseren Kunden laufend in Kontakt und gehen daher davon aus, dass nach Ostern wieder alle Kunden den Betrieb aufnehmen. Viele Baustellen laufen derzeit schon, ebenso Infrastrukturprojekte. Auch einige unserer Fertigteilkunden haben signalisiert, dass die Betriebe nach Ostern wieder produzieren. Problematisch ist sicherlich, dass auf den Baustellen viele Arbeiter aus den Nachbarländern fehlen, etwa Eisenbieger.

Der Blick in die Zukunft - wie sieht dieser bei Ihnen aus?

Wir blicken vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Es ist ein Aufwärtstrend zu spüren und wir hoffen, dass nach Ostern speziell die Bauwirtschaft wieder richtig anspringt.

 

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