Wissenswertes rund um das alltäglichste aller Geschäfte

Welttoilettentag
11.11.2015

 

Jeder Mensch verbringt 3 Jahre seines Lebens auf der Toilette. Mehr als 20 Minuten am Tag. Für manche Menschen ist das stille Örtchen mittlerweile ein Ort zum Wohlfühlen – inklusive beheiztem Sitz samt Musik- und Lichtanlage. 

Historische WCs sind im Gmundner Klo & So-Museum zu sehen.

Welttoilettentag – klingt ein wenig skurril, hat aber einen ersten Hintergrund: Dieser von den Vereinten Nationen ausgerufene Tag soll daran erinnern, dass 4 von 10 Menschen, also 40 Prozent der Gesamtbevölkerung, noch immer keine Toilette haben. Und damit keinerlei Zugang zu Sanitäreinrichtungen, die wichtig für die Gesundheit sind. „Weil Wasser in vielen Gegenden der Welt Mangelware ist, forschen wir bei Laufen auch an wassersparenden WCs, die überall auf der Welt eingesetzt werden können“, so Michael Bauer, Verkaufs- und Marketingleiter von Laufen Austria, Österreichs Sanitärkeramik-Spezialisten.

Auch die Wissenschaft hat das stille Örtchen längst im Visier.

Mikrobiologen der Universität Arizona empfehlen, auf öffentlichen WCs stets die erste Toilette zu wählen. Die Kabine am Eingang werde am wenigsten benutzt und sei deswegen in der Regel die sauberste. Die meisten Toiletten-Gänger seien sich dessen allerdings nicht bewusst und favorisierten die goldene Mitte. Überhaupt ist die Klobrille sauberer als ihr Ruf. Verglichen mit Telefonhörern, Tastaturen und Computermäusen ist die Keimbelastung auf Toilettensitzen, so die US-Forscher, geradewegs unbedeutend.

Luxus am Lokus

Viel Wind wird mittlerweile auch ums Toilettenpapier gemacht. Die Industrie unterscheidet nämlich zwischen vier verschiedenen Benutzergruppen. Es gibt Falter, Knüller, Wickler und Einzelblatt-Abreißer. Besucher öffentlicher Toiletten und Restaurants in China kann dies egal sein, denn sie müssen ihr Toilettenpapier ohnehin selber mitbringen. Weil die Nachfrage nach dem Hygieneartikel im Reich der Mitte mittlerweile so hoch ist, experimentieren einige Hersteller angeblich schon mit Stroh und Zuckerrohr als Ersatzrohstoffe für die Papierherstellung.

Die teuerste Toilette der Welt befindet sich übrigens nicht auf Erden, sondern im All. Es ist das Klosett auf der internationalen Weltraumstation ISS. Für knapp 14 Millionen Euro kaufte die US-Weltraumbehörde NASA die High-Tech-Anlage von Russland. Das High-Tech-Stille-Örtchen ermöglicht es unter anderem, Urin zu Trinkwasser aufzubereiten.

Geschäfte machen am Abort

Von einem "Stillen Ort" konnte im antiken Rom keine Rede sein. Hier war der Toilettengang ein geselliges Ereignis. Wer es sich leisten konnte, erledigte die Angelegenheit außer Haus. Durchschnittliche Aborte boten Platz für 50 bis 60 Leute. Ein besonders beliebter Treffpunkt der gehobenen Gesellschaft waren die Prachtlatrinen des Imperiums. Hier traten sogar Dichter und Sänger auf. Mosaike wie in Pompeji, Säulen und Fußbodenheizung verbreiteten Glanz und Behaglichkeit. Man saß ungezwungen beieinander, erfuhr den neuesten Tratsch und schloss nebenbei auch noch Geschäfte ab.

Vom Nachttopf über Zimmer- und Plumpsklos zum Wasserklosett

Erfinder des ersten Wasserklosetts war der Engländer Sir John Harrington. Nach den Plänen des italienischen Architekten Barozzi da Vignola ließ er sich 1589 einen Landsitz mit eigenem WC bauen. Zwar glich dieses Wasserklosett noch stark einem Plumpsklo, doch gehörte ein Wasserreservoir dazu, das die Klosettschüssel mit Wasser füllte. Die Prozedur war mühselig: Mit einem Stab musste eine am tiefsten Punkt des Klosetts angebrachte Schleuse geöffnet werden. Wenn alles klappte, wurden Fäkalien und Wasser in die darunter liegende Jauchegrube gerissen.

Heute ist kein Haus ohne eigene Toilette vorstellbar, doch bis ins 18. Jahrhundert hinein blieb selbst in großzügigen Palastbauten das Problem der Abwasserentsorgung ungelöst. Der Hof Ludwig des XIV. umfasste zwar 2000 Gemächer, hatte aber kein einziges fest installiertes Klosett. Stattdessen benutzten die Adligen Toilettenstühle. Wenn zu den pompösen Empfängen aber bis zu 10.000 Gäste auf einmal nach Versailles kamen, erleichterten sich die Eingeladenen auch in den Königlichen Gärten.

1775 ließ sich der Engländer Alexander Cumming ein WC patentieren, dessen Ablaufrohr doppelt gekrümmt war. Der Siphon war erfunden – dieser unterband erstmals das Aufsteigen von Gerüchen.

Das moderne Wasserklosett feierte erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Durchbruch. Als durch die Wiener Hochquellwasserleitung endlich auch hierzulande die Wasserzufuhr ins Haus geregelt war, hielt rasch das Wasserklosett Einzug. Die Entwicklung von Bad & WC war somit eng an die moderne Stadtentwicklung geknüpft. Im 20. Jahrhundert kam das berühmte WC am Gang in Mode. Der nächste Meilenstein: 1963 erfand Xaver Jermann, ein Mitarbeiter von Laufen , das erste wandhängende WC – heute weltweit Standard.

Stille Orte, stille Zeugen im Klo & So-Museum

1966 gründete Fritz Lischka, ehemaliger Werksdirektor des Laufen Werkes in Gmunden, die Sammlung von historischer Sanitärkeramik. Damit war der Grundstein zum Gmundner Klo & So-Museum gelegt, wo systematisch gesammelt und die Kulturgeschichte rund ums Klo festgehalten wird. Heute sind hier berühmte „Throne“ wie das Zimmerklosett von Kaiser Franz Joseph und das Bidet von Kaiserin Sissi zu sehen.

Die Exponate des Museums sind unter anderem Dauerleihgaben der Laufen Austria AG, Österreichs führendem Hersteller von Sanitärkeramik. 

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