Drehen und Fräsen

An Maschinen spielerisch lernen

Ausbildung
25.01.2023

 
Mit dem digitalen Lernkonzept "Education4.0" zeigen die Maschinenbauer Weiler und Kunzmann neue Wege der Metallausbildung für die Generation Z.
Maschinenausbildung mit Virtual Reality
Onlinespiele und Animationssoftware in der Metallausbildung: Das digitale Lernkonzept Education4.0 geht neue Wege.

Die beiden deutschen Maschinenbauer Weiler und Kunzmann greifen den Trend zur "Gamification" auf. Ihr digitaler Ansatz des spielenden Lernens vermittle interaktive Fachinhalte im Rahmen einer modernen Ausbildung an Dreh- und Fräsmaschinen, die sich an den Kommunikations- und Lerngewohnheiten der "Generation Z "orientiere, heißt es in einer Firmenmitteilung.

Die Themen werden abwechselnd mit animierten Tutorials, 3D-Visualisierungen, Videos sowie Übungen und Aufgaben präsentiert. Sie sind aufeinander abgestimmt und können von Lernenden und Lehrenden überall genutzt werden: Nämlich am großen Bildschirm einer speziell für Education4.0 konfigurierten realen Drehmaschine von Weiler oder Fräsmaschine von Kunzmann. Zum anderen lassen sie sich über PC, Tablet und Smartphone am virtuellen Maschinenzwilling erarbeiten.

Reale und virtuelle Maschinen

Hybridfräsmaschine WF410 MC von Kunzmann
Hybridfräsmaschine WF410 MC  mit Education4.0.

Die beiden Maschinenbauer stellen ihr Konzept erstmals Anfang März auf der "Didacta" in Stuttgart vor. Neben der Online-Plattform mit virtuellen Angeboten werden dabei auch die konventionelle Präzisions-Drehmaschine Praktikant VCplus und die Hybridfräsmaschine WF410 MC  mit "Education4.0" gezeigt, die speziell für das digitale Lernkonzept vorbereitet sind. Eine dritte Werkzeugmaschine, die kompakte C35HD kann mit Hilfe einer Virtual Reality (VR)-Brille erkundet werden.

Lernen und kommunizieren

Education4.0 bietet Lerneinheiten zu den Grundlagen, Funktionen und Sicherheitsfeatures der Maschinen. Ebenfalls erklärt werden unterschiedliche Spannmittel, das Zubehör und die Pflege der Maschine. Auch die Vernetzung und Überwachung von Maschinen wird mit Hilfe des Weiler Condition Monitorings und des Kunzmann StateViewers abgebildet.

Alle Inhalte stehen online auf einer zentralen Lernplattform bereit. Dort können Ausbilder*innen, Lehrpersonen und Auszubildende jederzeit auf sie zugreifen. Damit sei selbständiges Lernen möglich, und die Ausbilder*innen würden entlastet, heißt es. Am Ende wird das Gelernte durch Aufgaben abgefragt, die individuellen Lernfortschritte werden im Nutzerprofil gespeichert. Über die Plattform können alle Beteiligten miteinander kommunizieren, und die jeweiligen Kenntnisstände werden dokumentiert.

Für Bildungsanbieter und Unternehmen geeignet

Michael Eisler, geschäftsführender Gesellschafter von Weiler, sieht in dem digitalen Lernkonzept eine Lösung nicht nur für große Bildungsanbieter und Unternehmen, sondern für kleine Industrie- und Handwerksbetriebe. Wenn dort die Fräs- oder Drehmaschinen wegen wichtiger Aufträge oft nicht für Auszubildende verfügbar sind, können sie sich mit Education4.0 virtuell vorbereiten und die tatsächliche Zeit an der Maschine dann intensiver nutzen.“ [gr]

Branchen
Metall