Stahlindustrie

Dekarbonisierter Stahl für die Zukunft

Nachhaltigkeit
03.09.2021

Von: Redaktion Handwerk + Bau

ArcelorMittal will die globale Stahlindustrie auf dem Weg zur Dekoarbonisierung der Stahlproduktion anführen und hat eine Reihe von Initiativen und Innovationsprojekten dazu eingeführt.

Gebäude und ihre Errichtung sind für rund 36 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und 39 Prozent der energiebezogenen Kohlendioxidemissionen verantwortlich. ArcelorMittal hat sich in Hinblick darauf verpflichtet, die eigenen CO2-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu sein. Das Unternehmen will die globale Stahlindustrie auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion anführen. Dabei sollen neue Initiativen und grüne Innovationsprojekte auf dem Weg dorthin helfen.

Dachmarke XCarb

Unter der Dachmarke XCarb, die alle Aktivitäten des Konzerns zur Herstellung von kohlenstoffarmem und kohlenstofffreiem Stahl umfasst, gibt es eine Reihe von Programmen, die speziell auf den Baumarkt ausgerichtet sind.

XCarb Green Steel-Zertifikate

Als erster Stahlhersteller der Branche führt das Unternehmen Green Steel Zertifikate ein, die Kund*innen bei der Reduzierung der Scope-3-Emissionen unterstützen und die sie gemäß dem GHG-Protokoll zur Erfassung und Berichterstattung bekannt geben können. Ähnlich dem Konzept der Renewable Energy Certificates, die im Stromerzeugungsmarkt weit verbreitet sind und bescheinigen, dass Energie aus einer erneuerbaren Quelle erzeugt wurde, werden diese ArcelorMittal Green Steel Zertifikate zusammen mit Stahlbestellungen bei ArcelorMittal Europe Flat Products erhältlich sein, wo große Investitionen in die Verringerung der Kohlenstoffemissionen aus dem Hochofen getätigt werden.

Die Green Steel-Zertifikate repräsentieren die erzielten CO2- Einsparungen im Vergleich zur durchschnittlichen CO2-Intensität der integrierten Stahlerzeugung in Europa und können an physische Stahlbestellungen gebunden werden. Der Konzern geht davon aus, dass sie bis Ende 2022 etwa 600.000 Tonnen an äquivalenten Tonnen von Green Steel zur Verfügung haben werden.

XCarb recycelte und erneuerbar produzierte zukunftsweisende Produkte

Kund*innen, die bei ArcelorMittal Construction einkaufen, können nun auch Produkte wählen, die über den Lichtbogenofen hergestellt werden, der Schrott und recycelten Stahl nutzt und mit erneuerbarem Strom betrieben wird. Der CO2-Fußabdruck dieses Fertigstahls kann nur 300 Kilogramm CO2 pro Tonne betragen, wenn der metallische Anteil ausschließlich aus Schrott besteht. Damit kann der Gesamteinfluss auf den CO2-Fußabdruck eines Gebäudes erheblich sein.

XCarb Innovationsfonds

Neben den eigenen Programmen plant ArcelorMittal auch, bis zu 100 Millionen Dollar pro Jahr in Unternehmen zu investieren, die ihre eigenen wegweisenden oder bahnbrechenden Technologien entwickeln, die so angepasst werden können, dass sie die Reise in Richtung einer dekarbonisierten Stahlerzeugung unterstützen.

Diese XCarb-Initiativen laufen parallel zu den aktuellen Investitionen der ArcelorMittal-Gruppe in bahnbrechende Smart Carbon und DRI (Direct Reduced Iron)-Technologien, die beide Wege zur kohlenstoffneutralen Stahlerzeugung bis 2050 bieten sollen.

Smart Carbon konzentriert sich auf die Nutzung von kreisförmigem Kohlenstoff, sauberen Energien und Kohlenstoff-Sequestrierung und -Speicherung in der Stahlherstellung, während DRI-Technologien den Wechsel von vorwiegend Erdgas zu Wasserstoff als wichtigstem Reduktionsmittel in der Roheisenerzeugung beinhalten.

Einige dieser Technologien sollen laut ArcelorMittal bereits bis 2025 für den kommerziellen Einsatz bereit sein. Das Unternehmen geht davon aus, dass sie bis 2030 teilweise Smart Carbon-Technologien in ihren Anlagen in Europa einsetzen werden. (dd)

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