Stahlbau

Schöne Aussichten

Feuerverzinken
08.11.2021

Von: Redaktion Metall
Aktualisiert am 09.11.2021

Eine neue Aussichtsplattform aus feuerverzinktem Stahl gewährt beeindruckende Ausblicke auf die Silvretta-Hochalpenstraße.

Die Silvretta-Hochalpenstraße, eine beliebte Alpen-Panoramastraßen wurde ursprünglich als reine Zugangsstraße zum Kraftwerk Vermuntwerk und dem Silvrettaspeicher gebaut. Heute ist sie ein begehrtes Ausflugsziel. Besucher und Touristen halten gerne auf dem Parkplatz vor dem Restaurant Silvrettasee um hier den Ausblick auf den Piz Buin, das ihn umgebende Gebirgspanorama und den hochgelegenen Stausee zu bewundern. Die Betreiberin von Kraftwerk und Mautstraße, die illwerke vkw AG, lockt nun mit einer neuen Attraktion. Das Unternehmen hat auf dem Dach einer vormaligen WC-Anlage den Bau einer Aussichtsplattform in Auftrag gegeben. Zur Information für Ausflügler und Touristen wurde die neue Plattform mit einer plastisch ausgestalteten Europakarte ausgestattet, die den Verlauf der europäischen Wasserscheide abbildet.

Komplexe Leichtigkeit

Einstiges WC-Häuschen wird zur Aussichtsplattform.

Den Wünschen des Bauherrn gemäß sollte die Konstruktion bei aller strukturellen Komplexität möglichst „leicht“ wirken. Die polygon angelegte Plattform mit einem Durchmesser von 14 Metern bietet den Nutzern auch Sitzplätze und sogar eine  Tribüne. Statisch abgefangen wird die gesamte Konstruktion mittels massiven Stahlträgern (IPE 270 und HEB 160), die in der Lage sind, selbst hohe Personen- und Schneelasten zu tragen. Gefertigt wurden die Stahlelemente von der Geiger Technik GmbH, verzinkt von Zinkpower Schörg in Fürstenfeldbruck. Die Entscheidung für eine Feuerverzinkung fiel aus folgenden Gründen: Das so behandelte Material ist weitgehend wartungsfrei und hält auch hartnäckigen mechanischen Einwirkungen und atmosphärischen Belastungen stand. Diese Robustheit verschafft Stahlbauten darüber hinaus einen Korrosionsschutz von mehr als fünfzig Jahren. 

Wichtig: Ausführungsplanung

Gerade für tragende Elemente gilt: Die beste Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Feuerverzinkung bietet eine Ausführungsplanung, welche die späteren Verarbeitungsprozesse einbezieht. So waren hier die zur Verstärkung in die IPE-270-Träger eingeschweißten Rippen, Stegbleche und Durchflussöffnungen nach DIN EN ISO 14713 eingebracht. Durchflussöffnungen gewährleisteten, dass sämtliche Medien im Zuge der Vorbehandlung beim Eintauchen wie beim Herausziehen aus den Bädern schnell und vollständig abfließen konnten. Für eine hohe Qualität der Verzinkung ebenso wichtig: Der Stahl muss sich komplett auf die Temperatur des Zinkbads erwärmen – auf etwa 450 Grad. Das Detail mit der größten Materialdicke bestimmt dabei die Tauchdauer. Dünnwandige Bauteile erreichen deutlich schneller die Temperatur des Tauchbads als dickwandige. Auch die Materialausdehnung und das Abkühlverhalten unterscheiden sich je nach Dickenverhältnis. Optimal, aber in der Praxis eher selten möglich, ist der Einsatz von Werkstücken mit vergleichbarer Stärke. So ist darauf zu achten, dass die Differenz von minimaler zu maximaler Materialdicke das Verhältnis von eins zu fünf nicht überschreitet. (uw)  

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