Frauen in der Technik

Metalltechnikerin des Monats

Die Steirerin Monika Draxler erforscht die Optimierungsmöglich­keiten beim Recycling von Stahlwerk-Schlacken.

12.01.2021
Metalltechnik
Karin Legat
14.01.2021
© F&R Freisinger GmbH

Einfach spannend!“ So beschreibt die 32-jährige Monika Draxler ihre Forschungstätigkeit beim Linzer Kompetenzzentrum für metallurgische und umwelttechnische Verfahrensentwicklungen K1-MET. Seit zweieinhalb Jahren ist die Diplom­ingenieurin mit Begeisterung dabei und arbeitet von Leoben aus an nationalen und internationalen Projekten mit den Schwerpunkten Verwertung von Stahlwerk-Reststoffen und Dekarbonisierung der Stahlindustrie. Es geht unter anderem um die Entlastung von Deponien und die Schonung bzw. effiziente Nutzung natürlicher Rohstoffe. In der Area 1 arbeitet Draxler an Prozessen zur Behandlung von Rückständen und Recyclingmaterialien. Im Rahmen des aktuellen Projekts „Slagreus“ soll eine neue Schlackenbehandlungsstrategie entwickelt werden, um eine möglichst vollständige Rückgewinnung der Wertmetalle aus der Stahlwerk-Schlacke zu gewährleisten und zugleich die Nutzung der metallarmen bzw. mineralreichen Fraktion als Zuschlagstoff in der Zementindustrie oder der Düngemittelindustrie zu ermöglichen. Darüber hi­naus ist sie Projektmitarbeiterin in der Area 3, die auf Literaturstudien, Labor- sowie Technikumversuchen, Simulationen und Modellierungen aufbaut. Im Projekt „Greensteel“ arbeitet sie derzeit an Strategien für eine erfolgreiche Dekarbonisierung der Eisen- und Stahlindustrie.

Wege erkunden

„Faszinierend ist für mich, dass man zu Beginn zwar ein Projektziel hat, aber weder exakt das Projektergebnis noch die einzelnen Prozessschritte kennt – also nach Antonio Machados Worten: Die Wege entstehen im Gehen“, beschreibt sie. Für die Schlackenverwertung erstellt Monika Draxler derzeit ein Excel-basiertes Tool, das die einzelnen Aufbereitungsschritte der Schlacke berechnen und digital umsetzen soll.

Weg in die Wissenschaft

Wie bei vielen Forscherinnen und Technikerinnen war auch bei Monika Draxler die Familie mitentscheidend für die Berufswahl. „Mein Vater ist Lehrer für Mathematik, Informatik und Physik. Freude an den Naturwissenschaften und Zahlen haben mich und meine Geschwister daher schon von klein auf begleitet.“ Die schulische Ausbildung hat ihre heutige Tätigkeit nicht eindeutig vorhersehen lassen – Monika Draxler besuchte den musischen Zweig des Stiftgymnasiums ­Admont, in dem Singen in der Klasse und im Chor sowie Instrumentalunterricht und Musizieren im Vordergrund stehen. „Zusätzlich zur Musik haben mich auch Mathematik und Chemie interessiert“, erinnert sie sich. Aus diesem Grund studierte Monika Draxler anschließend an der Montanuniversität Leoben die Studienrichtung „Industrieller Umweltschutz“ mit Schwerpunkt Verfahrenstechnik. Da die Liebe zur Musik erhalten blieb, lebte und lebt sie diese als Mitglied des Universitätschors und als Gesangschülerin der Musikschule Mautern weiterhin aus. Während des Studiums wuchs das Interesse an der Metallurgie. In ihrer Masterarbeit befasste sie sich mit dem Sinterprozess und den damit verbundenen Emissionen. Direkt nach dem Abschluss begann Monika Draxler ihre Arbeit bei K1-MET – und diese Entscheidung würde sie auch heute wieder treffen. „Mein Tätigkeitsbereich ist sehr spannend und bietet eine gute Mischung zwischen Indus­trie und Forschung.“ Bei der täglichen Forschungsarbeit seien ihre Neugier und Zielstrebigkeit hilfreich, ist Monika Draxler überzeugt.

© Monika Draxler

Singen ist ihr Hobby. Monika Draxlers Lieblingskomponisten sind Mozart und Verdi.

Metall

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