Ausbildung

Meisterprüfungen am Puls der Zeit

Für die Metalltechnik für Land- und Baumaschinen als auch für die Oberflächentechnik wurden neue Meisterprüfungsverordnungen im Rechtssystem des Bundes kundgemacht.

20.05.2021
Meisterprüfung

Die Freude bei den beiden Vorsitzenden ihrer Berufsgruppe, NÖ Landesinnungsmeister-Stellvertreter Ing. Erich Reiß und KommR Mst. Andreas Lahner, ist groß. Beide waren als Experten auch in den jeweiligen Arbeitsausschüssen beteiligt und brachten ihr Fachwissen ein. Erich Reiß: „Die Neuerungen der Technik können wir so bestens anpassen und in die Ausbildung einfließen lassen – das sehe ich als absolute Chance! Selbstverständlich stellt auch die Anpassung an NQR6 eine absolute Aufwertung dar.“ KommR Mst. Andreas Lahner hält fest, dass jetzt ein unglaublicher Entwicklungsschritt passiert sei, das neue Niveau sogar NQR7 verdienen würde. Auch deutsche Branchenkollegen haben ihm die Vorreiterrolle diesbezüglich bestätigt. Die beiden Funktionäre der NÖ Landesinnung Metalltechnik sind überzeugt, dass die neuen Meister wahre Experten in ihrem Beruf sein werden und damit in ihrem Beruf viele europäische Kollegen übertreffen werden.

 

Meisterpüfung NEU

Der Meisterbrief ist ein Qualitäts- und Vertrauenssiegel, womit hohes Fachwissen, Können, Expertise und Know-how signalisiert wird. Ob als eigene/-r Unternehmer*in oder als gefragte/-r Facharbeiter*in, ein Sprungbrett für die Karriere ist die Meisterprüfung jedenfalls. Der Titel des Meisters bzw. der Meisterin kann auch mit dem Namen geführt werden. Die Meisterprüfung NEU der Land- und Baumaschinentechniker tritt mit 1. Mai 2021 in Kraft, bei den Oberflächentechnikern ist der Stichtag der 1. Juli 2022. Beide wurden nicht nur in Theorie, Praxis und Technik angepasst, ein wichtiger Schwerpunkt sind nun weiterführende Kompetenzen, auch die wichtiger werdenden Bestimmungen im Umweltschutz werden gelehrt. Fünf Module müssen absolviert werden: eine fachlich praktische Prüfung (Meisterstück), eine fachlich mündliche Prüfung (Fachgespräch), eine fachlich schriftliche Prüfung (Projektarbeit) sowie die Ausbilder- und Unternehmerprüfung. Insgesamt ist die Meisterprüfung deutlich umfangreicher geworden – sie wird nicht mehr wie bisher in zwei Tagen zu absolvieren sein, anberaumt sind nun drei bis vier Tage. Modernste Ausbildung mit Blick auf die Bedürfnisse der Wirtschaft: Die Anforderungen der Wirtschaft ändern sich, die Ansprüche steigen. Um am Puls der Zeit zu sein, müssen genauso die Ausbildungen laufend adaptiert werden. Nun ist ein weiterer Schritt gelungen, die neue, moderne Meisterprüfung spiegelt dies wider. Am Arbeitsmarkt sind Spezialisten gefragt, dazu können sich Betriebe mit speziellen Leistungen etablieren und sich vom Mitbewerb unterscheiden. In den letzten 20 Jahren erfolgte eine nahezu unglaubliche Qualitätssteigerung – auch dank der gelungenen Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und den Ausbildungsstätten in der Wirtschaft. Die Entwicklung zeigt sich ferner in den erfreulich steigenden Lehrlingszahlen – nun platzt die Berufsschule aus allen Nähten. Die Berufsschule der Oberflächentechniker in Ferlach soll nun zugleich nach Klagenfurt übersiedeln. Um die neuen Ausbildungsstandards lehren zu können, wird die Anschaffung neuer Maschinen, Geräte und Anlagen notwendig werden.

Erich Reis: "Neuerungen der Technik in die Ausbildung einfließen lassen."

© ÖWV/hard

Meisterprüfungsverordnung für die Oberflächentechniker

Den Beruf Oberflächentechniker gibt es seit dem Jahr 2000, vorher konnte der Beruf Metallschleifer und Galvaniseur erlernt werden. Jetzt wurde der Lehrberuf durch den neuen Schwerpunkt „Dünnschicht und Plasmatechnik“ ergänzt. Die neue Meisterprüfungsverordnung war ein konstruktiver Prozess, sie entstand im Team aus Experten von Industrie und Gewerbe unter der Koordination von Mag. Victoria Greiner vom Institut für angewandte Gewerbeforschung. Andreas Lahner betont, dass die Einbindung der Berufsschule wichtig war.
Andreas Lahner: "Ein unglaublicher Entwicklungsschritt."
© G.Styrsky

Meisterprüfungsverordnung für die Land- und Baumaschinentechniker

Die Land- und Baumaschinentechniker bekommen mit der neuen Meisterprüfungsverordnung erstmals eine Prüfung, in welcher auch der „Baumaschinentechniker“ definitiv erwähnt und berücksichtigt wird. Sie löst die Meisterprüfungsverordnung für Landmaschinentechniker von 2006 ab. Inhalt und Umfang wurden unter anderem durch die Definition von Lernergebnissen in Form von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die über dem Qualifikationsniveau beruflicher Erstausbildung liegen, so ausgestaltet, dass diese im Rahmen der Meisterprüfung nachgewiesen werden können. Auch diese Verordnung wurde partizipativ im Expertenteam erarbeitet, dem Ing. Erich Reiss angehörte. Quelle: METALL 5/2021

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