Wiener Fachgruppentagung 2013: EN 1090 bleibt Schwerpunkt

Norm
20.11.2013

Von: Redaktion Metall
Rund 90 Personen aus 50 Mitgliedsbetrieben waren Mitte Oktober in die Orangerie des Europahauses in Wien gekommen.

Darunter unter anderem auch die Vertreterinnen der Sparte Gewerbe und Handwerk Mag. Maria Elisabeth Smodics-Neumann (stv. Spartenobfrau) und Mag. Barbara Schieder (Spartengeschäftsführerin).

Die EN 1090 bildet zurzeit einen Schwerpunkt in der Innungsarbeit. Dipl.-Ing. Ge­rald Bachler vom TÜV Süd SZA Österreich wies eindringlich auf die Notwendigkeit der Zertifizierung nach EN 1090 hin und warnt, dass es 2014 zu Engpässen kommen werde, wenn man sich nicht jetzt schon damit beschäftige. Bachler ging auf einige Punkte der Norm detaillierter ein und erwähnte die gute Zusammenarbeit mit der Innung sowie vor allem auch die Förderungsmaßnahmen der Wiener Metalltechnikinnung – so werden nicht nur Schweißkurse in der Innungswerkstatt, sondern gemeinsam mit dem Wifi auch acht Stunden EN-1090-Beratung mit 75 Prozent (!) gefördert. Bachler warnt hier aber vor externen Beraterfirmen, die oft viel Geld verlangen, nicht ausreichend informiert seien und damit die Kosten für die Zertifizierung deutlich in die Höhe treiben würden. Auch weist der Experte darauf hin, dass für die werkseigene Produktionskontrolle (WPK) oft eine einfache Beschreibung ausreicht.

Rege Kursaktivitäten
Die Wiener Metalltechnikinnung organisiert seit einiger Zeit eine Reihe von Informationsveranstaltungen, die gemeinsam mit den Experten Dipl.-Ing. Gerald Bachler, Schlossermeister Ing. Brandstätter und dem Werkstattleiter Christian Adamovic sowie Mag. Christian Starzer vom Wifi Wien abgehalten wurden. Auf großes Interesse sind in diesem Zusammenhang die Sonderveranstaltungen „Einführung einer Werkseigenen Produktionskontrolle nach DIN EN 1090“ sowie „Sichtprüfung für Schweißer und Schweißaufsichtspersonen – Grundlagenkurs“ gestoßen, berichtet Landesinnungsmeister KR Georg Senft. Ebenso sind die „Schweißprüfungen nach EN 287 inklusive Prüfungsvorbereitung“ in der Innungswerkstatt von den Mitgliedsbetrieben sehr gut angenommen worden. Seit September 2012 wurden hier neun Kurse mit insgesamt 75 Personen und etwa 150 erfolgreich abgelegten Schweißzeugnissen abgehalten (METALL berichtete).

Normenpaket
Seit Herbst vergangenen Jahres gibt es für die Gruppe der Schlosser und Schmiede der Wiener Innung das Normenpaket. „Leider machen noch immer zu wenige von diesem günstigen und wichtigen Onlinezugang zu den Normen Gebrauch“, so LIM Senft. Die wichtigsten Eckpunkte seien hier noch einmal kurz erklärt: Der Online-Normenzugang wird für die Berufsgruppen automatisch freigeschaltet, wofür pro Jahr ein Betrag von 40 Euro gemeinsam mit der Grundumlage vorgeschrieben wird. Das Paket ist auf zehn Jahre abgeschlossen. Bis Oktober 2013 haben erst 24 Mitgliedsbetriebe dieses Angebot genutzt und insgesamt 118 Normen heruntergeladen.

Konjunktur
Der Wettbewerb wird laut KR Georg Senft an Härte zulegen. Das legen zumindest die aktuellen Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung der Metalltechnikbranche nahe. So ist der durchschnittliche Auftragsbestand – also die Auslastung – im dritten Quartal um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Auch die Auftragseingangserwartungen liegen bei den Schlossern unter dem Durchschnitt des gesamten Gewerbes.

ARGE Bauhandwerk
Sämtliche Innungen, die Bauleistungen vertreten, sind in der ARGE Bauhandwerk (Sparte Gewerbe und Handwerk) vertreten. Nach der Feststellung von Unregelmäßigkeiten bei Wiener Wohnen hat die Organisation darauf reagiert und ein Qualitätsmanagement in Form eines eigenen Geschäftsbereichs aufgestellt. Dieser besteht seit 1.7.2013 und sein Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf die Abrechnungsprüfung bei der Leerwohnungsinstandsetzung, Gebrechenmanagement und begleitende Kontrolle der Großprojekte. Dabei werden Fachspezialisten für alle Hauptgewerke tätig sein.

Berichte der Vertreter
KommR Roland Ofner, Vorsitzender des Berufszweigs der Schlosser, berichtete, in welchen Bundesinnungsausschüssen die Innung vertreten ist und durch wen. Weiters berichtete Ofner, dass die Innung bei der Meisterprüfungsordnung massiv mitgewirkt hat und es nun neue Prüfungsunterlagen bei der Lehrabschlussprüfung gibt. Diese Unterlagen sollen bald österreichweit einheitlich verwendet werden, in Form von Prüfungskärtchen zum Selberziehen der Firma Innova. Beim Bundeslehrlingswettbewerb traten sechs Kandidaten aus Wien an, konnten diesmal aber leider keine Medaille erringen. Außerdem berichtete Ofner über die Lehrlingsbetreuerbesprechungen, die erfolgreiche Gestaltung der Gewerbehausvitrinen mit Meisterstücken der heurigen Prüfungen sowie Stücken der Oberflächentechniker und Metalldesigner.

Christian Adamovic berichtete von der Plattform „Sicher daheim“ der Sparte Gewerbe und Handwerk – Metalltechniker, Alarmanlagenerrichter, Tischler, Glaser und Berufsdetektive. Neu ist hier der Sicherheitskoordinator als gewerbeübergreifender Berater.

Waltraud Kolesa berichtete über den Arbeitsausschuss Öffentlichkeitsarbeit. In Sachen Lehre ist ein circa achtminütiger Film für Jugendliche im Entstehen, in dem ein Bursche und ein Mädchen Werbung für Lehrlinge machen. Der Film wird voraussichtlich im Frühjahr 2014 fertig sein. Als erfolgreiche Aktivitäten berichtete Frau Kolesa über Weihnachtsfeier und Seniorenausflug für ehemalige Mitglieder und über Berufspraktika für Lehrer – dabei sollen Mitgliedsbetriebe Lehrer, die zukünftige Lehrlinge unterrichten, im Betrieb „schnuppern“ lassen. Auf der Messe Bauen & Energie war die Innung auf dem Stand „Sicher daheim“ vertreten. Dazu kommen Informationen, die in verschiedenen Medien über Aufsperrdienste, Einbruchschutz etc. veröffentlicht werden.

Ing. Michael Brandstätter berichtete über die Schweißkurse in der Innung (EN 287-1): Zehn Kurse haben bereits stattgefunden mit 100 Teilnehmern und über 200 Prüfungen.Der Kurs „Einführung einer Werkseigenen Produktionskontrolle“ ist ein wichtiger Baustein für die Zertifizierung nach EN 1090, und wird heuer noch einmal abgehalten. Der nächste Termin ist der 13. Dezember 2013. Die Termine für 2014 stehen noch nicht fest.

Brandstätter berichtete weiters über die Mitwirkung der Innung an der ONR 21090 – jener Richtlinie, die eine Klarstellung und Erleichterung für die Mitgliedsbetriebe bringt.

Innungsmeister-Stellvertreter KommR Gerhard Korinek bearbeitet die Konsumentenbeschwerden. Sein Dank richtet sich an die Damen der Innung für die Vorbereitung. So konnten bis jetzt alle Beschwerden im Sinne der Mitgliedsbetriebe bereinigt werden.

KommR Wilhelm Seidl, Vorsitzender des Berufszweigs Metalldesign, berichtete von einem Ausflug zum Erzberg. Bei der Lehrabschlussprüfung Metalldrücker in Neukirchen haben fünf Graveure, vier Gürtler und eine Graveurin mit Auszeichnung sowie ein Kandidat mit gutem Erfolg bestanden. Seidl richtete einen Appell an die Wiener Betriebe, wieder Lehrlinge auszubilden.

KommR Rudolf Fasching, Vorsitzender des Berufszweigs Oberflächentechnik, berichtete u. a. über den Stand der Sanierungsarbeiten am Innungshaus. Die Oldtimermesse im Mai in Tulln war wie jedes Jahr ein großer Erfolg. Fasching erwähnte auch, dass durch die Einnahmen aus dem eigenen Haus die Berufskollegen gefördert werden können. Ein Kulturausflug führte heuer in die Käsemacherwelt Heidenreichstein und die Glasfabrik Zalto in Neunagelberg.

Innungsgeschäftsführer Mag. Chris­tian Taschler trug den Rechnungsabschluss 2012 und den Voranschlag 2014 vor. Die Berechnung der Grundumlagen bleibt für die Metalltechniker wie auch die Metall­designer und die Oberflächentechniker gleich, die Basis wird insofern geändert, als die Zahlen der Gebietskrankenkasse aus dem letzten Jahr herangezogen werden (bisher vorvergangenes Jahr). Der Vorschlag wurde mit einer Gegenstimme beschlossen.  

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