Wie ein resches Kaiser-Semmerl

Die Mühlviertler Marktgemeinde Gutau ist seit kurzem um eine bauliche Attraktion reicher: das architektonisch zeitgenössische Gebäude einer Café-Bäckerei mit Goldfassade inmitten dörflicher Bausubstanz. Die exklusive Effekt-Beschichtung mit dem Namen CapaGold kam von Synthesa.

09.07.2014
Synthesa
Redaktion Color
© Synthesa

Das Gold einer reifen Kornähre und eines frischen Semmerls standen Pate für die außergewöhnliche Fassadengestaltung. Die Goldfarbe mit glänzenden Metallic-Pigmenten kam von Synthesa.

Farbe hat in Gutau lange Tradition. Der Ort war viele Jahrzehnte lang wichtiges regionales Zentrum der textilen Blaudruck-Kunst. Das Färberhandwerk, das seit dem 17. Jahrhundert im Mühlviertel angesiedelt war, erlebte hier mit dem Flachsbau und den unzähligen häuslichen Leinenwebereien einen wahren Boom. Kein Wunder also, dass das Thema Farbe auch bei der Hausgestaltung eine große Rolle spielt. Besonders mutig agierte hier der Traditions-Bäcker Reisinger bei der Neugestaltung seiner Café-Bäckerei. Fährt man über den Marktplatz in Richtung Schulzentrum kann man in einer scharfen, fast rechtwinkligen Rechtskurve sein „goldiges“ Wunder erleben. Dort, wo sich einst die verblichene rosa-weiße Stuckfassade eines neubarocken Bürgerhauses der Wahrnehmung allmählich entzog, sorgt jetzt die gold-braune Fassade eines modernen Flachbaues mit trapezförmigen Grundriss und großzügigen Glasfronten für viel Aufmerksamkeit. Das Gebäude, das sich seit fast 120 Jahren und in der fünften Generation im Besitz der Familie Reisinger befindet und in den vergangenen Jahren auch ein Gasthaus beherbergte, sollte einer Verjüngungskur unterzogen werden. Die desolate Bausubstanz des Hauses ließ laut Meinung von Bau-Experten nur einen Totalabriss und eine radikale Neugestaltung zu. „Nach der ersten Entwurfssichtung des Planes haben wir den planenden Architekten gefragt, ob er noch ganz bei Trost ist. Eine goldene Fassade? Undenkbar in unserem dörflich strukturierten Umfeld! Die Leute würden uns für größenwahnsinnig erklären“, erzählt Eigentümer und Auftraggeber Kurt Reisinger schmunzelnd. Erst die Erklärung des Architekten Michael Haderer konnte die Reisingers davon überzeugen, dass das Gold in Zusammenhang mit der Bäckerei nichts mit Reichtum zu tun hat, sondern mit der Farbe von frisch aus dem Backofen geholten Semmerln und die braunen Alu-Verschalung mit knusprigem Brot. Das alte Haus wurde bis auf der im hinteren Gebäudeteil gelegenen Backstube völlig abgerissen und von Grund auf in nur sechseinhalb Monaten Bauzeit bezugsfertig aus dem Boden gestampft. Im rechten vorderen Teil befindet sich jetzt hinter der etwas zurückversetzten Alu- und Glasfront ein klar strukturierter Verkaufsraum, im oberen Teil das luftig gestaltete Bistro-Café mit Loggia für einen Gastgartenbetrieb. Im linken Gebäudeteil des 100prozentigen Ziegelbaues wurde die Privatwohnung der Bäcker-Familie mit eigenem Eingang in der überdachten Ladezone realisiert. „Die Idee für die CapaGold-Beschichtung für den oberen Geschoßteil kam mir bei einer Objektbesichtigung in Steyr. Dort wurde ein Innenbereich mit der CapaGold Effektbeschichtung von Synthesa gestaltet. Sie hat einen sehr reinen, natürlichen Goldton, was sich bislang nur mit echter Vergoldung realisieren ließ“, erklärt der in Pregarten ansässige Architekt Michael Haderer. „Außerdem ist das Objekt in Gutau meines Wissens das erste Gebäude mit Goldfassade in ganz Oberösterreich“.Die Idee war eine Sache, die Umsetzung eine andere. Die Fassaden-Firma Proxon Bau, die damit beauftragt wurde, hatte noch nie mit diesem Produkt gearbeitet und holte sich Unterstützung von einem Synthesa-Techniker, der die Verarbeitungs-Technik vermittelte. Das Wärmedämm-Verbundsystem, ausgeführt mit Dalmatiner-Dämmstoffplatten, kommt übrigens auch von Synthesa. „Die Goldfarbe mit glänzenden Metallic-Pigmenten ist im Innen- und Außenbereich einsetzbar und zeichnet sich durch eine hohe Belastbarkeit und Beständigkeit auch im Außenbereich aus. CapaGold ist eine sehr bindemittelreiche, UV- und witterungsbeständige, je nach Untergrundstruktur glänzende bis seidenglänzende Reinacrylat-Dispersion der Nassabriebklasse 1“, erklärt Produktmanager Markus Pachner von Synthesa die Vorzüge der exlusiven Wandbeschichtung. „Durch unterschiedliche Verarbeitungstechniken mit Bürste, Stupfbrett, Spachtel oder Rolle lassen sich ebenso individuelle wie optisch attraktive Ergebnisse erzielen.“

Auf die Frage, wie denn die Umgebung auf das außergewöhnliche Café-Haus reagiert, sagt Kurt Reisinger: „Wir hören eigentlich nur positive Stimmen. Inzwischen ist unser Haus auch ein Anziehungspunkt für Architektur-Interessierte geworden. Und was noch schöner ist: Unser Cafe mausert sich immer mehr zum beliebten Treffpunkt für Jung & Alt. Ein Kommunikations-Zentrum im besten Sinne des Wortes.“

Maler

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