Berechnungstool

Einfache Kalkulation des Festpreiszuschlags

Baukalkulation
09.11.2021

Von: Redaktion Handwerk + Bau

Andreas Kropik, Professor an der TU Wien, hat seine Sammlung hilfreicher Berechnungstools erweitert. Mit dem neuen, kostenfreien Tool lässt sich der Festpreiszuschlag ermitteln.

Mit dem neuen, kostenfreien Berechnungstool von Andreas Kropik lässt sich der Festpreiszuschlag einfach ermitteln.
Mit dem neuen, kostenfreien Berechnungstool von Andreas Kropik lässt sich der Festpreiszuschlag einfach ermitteln.

Neben dem Tool für die Mittellohnpreisberechnung (K3-Blatt), das mit einer Reihe von Plausibilitätsprüfungen ein fehlerhaftes K3-Blatt nahezu ausschließt, stehen zur kostenfreien Nutzung unter anderem bereits das Tool zur Berechnung der Personalnebenkosten oder jenes zur Berechnung der Höhe der kalkulatorischen Bauzinsen zu Verfügung. Mit dem neuesten Tool von Andreas Kropik lässt sich der Festpreiszuschlag ermitteln.

Einfache Berechnung und Dokumentation des Festpreiszuschlags

Häufig sehen Verträge feste Preise vor (Festpreisvertrag). Deren Kalkulation ist immer eine Herausforderung. Es gilt zukünftige Kostenveränderungen (z. B. die Höhe der Veränderung der Kollektivvertragslöhne und jene von Materialien) zunächst zu schätzen und danach, abhängig von den Projekt- und Vertragsbedingungen, kalkulatorisch umzusetzen.
Für diesen kalkulatorischen Umsetzungsprozess liegt nun ein Algorithmus vor. Damit ist die Berechnung des Festpreiszuschlags wesentlich erleichtert und auch nachvollziehbar dokumentiert.
Das neue Tool ermöglicht auch die Berechnung des Festpreiszuschlags bei hybriden Verträgen. Solche Verträge sehen zunächst eine Festpreisfrist vor, an die die Frist für veränderliche Preise anschließt. Solche Vereinbarungen entsprechen zwar nicht dem Gedanken der ÖNorm B 2111, die Judikatur hat an ihnen jedoch nichts auszusetzen.
Zwei Typen sind zu unterscheiden, weil als Preisbasis für die veränderlichen Preise das Ende der Angebotsfrist oder das Ende der Festpreisfrist vereinbart sein kann. Insbesondere beim zweiten Typ ist die Berechnung des Festpreiszuschlags recht komplex. In der Praxis wird daher von tatsächlichen Berechnungen meist Abstand genommen.
Interessant zu sehen ist die Auswirkung auf die Höhe des Festpreiszuschlags, wenn statt der Preisbasis für die veränderlichen Preise nicht das Ende der Angebotsfrist, sondern das Ende der Festpreisfrist ausgewählt wird.

Besonders in Zeiten einer hohen Inflationsrate, massiven Materialpreissteigerungen und kostenrelevanten Lohnabschlüssen muss der Kalkulation des Festpreiszuschlags hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Berechnungstool macht die Auswirkungen transparent sichtbar und kann auch bei Preisverhandlungen unterstützend eingesetzt werden. Die Anwendung des Tools ist denkbar einfach und das zutreffende Ergebnis findet in Spalte D des K2-Blatts der ÖNorm B 2061:2020 Eingang.
(bt)

Weitere Informationen und Download diverser Kalkulationstools: www.bauwesen.at/tools