Brandschutz bei Dacharbeiten

Brandschutz
18.01.2018

 
Brände, zum Beispiel bei Flämmarbeiten, verursachen alljährlich große Schäden. Die Verursacher haben in der Folge mit Strafrecht und Versicherungen zu kämpfen. Brandschutz auf Baustellen ist daher ein wichtiges Thema für Dachhandwerker.

Bezüglich Brandschutz im Allgemeinen, aber auch im Speziellen bei Heißarbeiten veröffentlicht der Bundesfeuerwehrverband ÖBFV die sogenannten „TRVBs“ (Technische Richtlinien vorbeugender Brandschutz). Für Baustellen galt lange Zeit die TRVB 149 85, die inzwischen aufgehoben wurde. Seit Frühjahr 2017 gilt nun die TRVB 104 O, die zahlreiche Bestimmungen für Heißarbeiten auf Baustellen enthält. Ergänzend dazu verweist man auf Unterlagen der jeweiligen Branche und Verlegeanleitungen.

Aus Sicht des Autors ist die TRVB 104 O jedoch aufgrund ihrer unklaren Verbindlichkeit und allgemeinen Formulierungen keine ausreichende Grundlage für konkrete Situationen auf Baustellen.

Klare Vorgaben für Brandschutz 

Heißarbeiten von relevantem Risiko müssten mit entsprechenden Maßnahmen Eingang in den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) finden, was derzeit nur sehr, sehr lückenhaft passiert. Daher werden Brandschutzmaßnahmen auch selten bis nie ausgeschrieben – oder wer wurde schon einmal mit einer Brandwache beauftragt?

Seitens des Autors wurde ein Konzept entworfen, um einerseits sinnvolle Maßnahmen vorzugeben und andererseits Planungskoordinatoren bei der Erstellung des SiGe-Plans und Planer bei der Ausschreibung von Brandschutzmaßnahmen zu unterstützen. Für die ausführenden Unternehmen bildet dieses Konzept die Klarstellung für etwaige Warnpflichten und die Basis für etwaige Nachträge.

Brandschutz für welche Arbeiten, in welcher Umgebung? 

Die bei Abdichtungs-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten üblichen Tätigkeiten, von denen eine zumindest theoretische Brandgefahr ausgehen kann, sind in Tabelle 1 zusammengestellt und – nach persönlicher Einschätzung des Autors – hinsichtlich des Brandrisikos bewertet. 

Die Art der Arbeiten ist aber nur ein Faktor, mindestens genauso entscheidend sind die Umgebung und die Rahmenbedingungen, unter denen die Arbeiten ausgeführt werden müssen (siehe Tabelle 2).

Neben dem Arbeitsverfahren und dem Arbeitsumfeld sind natürlich auch Lufttemperatur, Wind, das Vorhandensein von Staub etc. weitere Faktoren, die die Brandgefahr beeinflussen.

Um nun von der Risikobeurteilung zu den geeigneten Maßnahmen zu gelangen, könnten mehrere Klassen oder Kategorien definiert werden, um Ausschreibung und Beauftragung zu vereinfachen.

Arbeitsverfahren und Umfeld bestimmen Brandschutzmaßnahmen

Sinnvolle Brandschutzmaßnahmen werden nicht nur durch das Arbeitsverfahren, sondern auch durch die Umgebungsbedingungen (Arbeitsumfeld) bestimmt. Je nach Kombination ergeben sich Schutzmaßnahmen oder organisatorische Maßnahmen – von (fast) nichts bis hin zu vollständigen Vermeidung von Heißarbeit. 

Schutzmaßnahmen können z. B. sein:
• Augenscheinliche Kontrolle während und unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten 
• Vorhalten von einfachen Löschhilfen (z. B. von zwei geeigneten Feuerlöschern)
• Abbau oder Entfernen/Schutz brennbarer Materialien oder Bauteile, soweit möglich
• Nachkontrolle nach Abschluss der Arbeiten (Brandwache) über bestimmte Zeiträume.

Organisatorische Maßnahmen sind z. B.:
• Änderung des Arbeitsverfahrens (Vermeidung von Heißarbeiten)
• Schulung, Einweisung des Personals (Facharbeiterniveau für Partieführer)
• Besondere Brandschutzschulung des Personals inkl. Löschübungen
• Planung von Heißarbeiten im SiGe-Plan
• Formelle Freigabe von Heißarbeiten durch den Auftraggeber / die Bauaufsicht
• Arbeiten unter Aufsicht von professionellem Löschpersonal (Feuerwehr). 

Fazit

Brandschutz auf Baustellen ist als Absicherung für die Unternehmen zu evalulieren und zu organisieren, will man bei einem allfälligen Brand mit oft großen Sachschaden nicht der groben Fahrlässigkeit beschuldigt werden. Das vorliegende Konzept würde Planung und Ausschreibung bzw. Beauftragung von Brandschutzmaßnahmen erleichtern und aufwendige Maßnahmen auch eher zu einer verrechenbaren Leistung machen.

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