VAI Linz bleibt „wichtigster Standort“

Primetals Technologies, das neue Joint Venture von Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) rund um den einstigen Voest-Alpine Industrieanlagenbau (VAI) in Linz hat seinen Betrieb aufgenommen. Der neue Primetals-Hauptsitz ist London, Linz bleibt jedoch der wichtigste Standort.

13.01.2015
Stahlindustrie
Redaktion Metall
© Siemens

Die Errichtung und Ausrüstung von hochmodernen Stahlwerken bleibt als VAI-Kernkompetenz weiter in Linz angesiedelt.

Die VAI war das Kerngeschäft der VA Tech, die vor 10 Jahren an Siemens verkauft wurde und zuletzt unter Siemens VAI Metals Technologies firmierte. Im vergangenen Mai wurde entschieden, dass das Unternehmen in ein Joint Venture eingebracht wird, an dem MHI 51 Prozent und Siemens 49 Prozent hält.

Im neuen Londoner Headquarter sitzt nur eine schlanke Holding mit 50 bis 70 Mitarbeitern. Dieser steht ein Vorstand mit fünf Mitgliedern vor drei von MHI, und zwei von Siemens. Vorstandschef ist Yasukuni Yamasaki, die Finanzen übernimmt der bisherige Siemens-VAI-Finanzchef Peter Schraut. Auch der nunmehrige Chief Operating Officer (COO) für den Bereich Upstream war bisher COO bei Siemens Metals Technologies. Auf das operative Geschäft hat die Verlegung der Zentrale kaum Auswirkungen, die Geschäftsaktivitäten und die jeweilige globale Geschäftsverantwortung sollen an den Hauptstandorten in Linz, Erlangen, Tokio und Hiroshima verbleiben.

Der Standort Linz ist laut Vorstand Heiner Röhrl der wichtigste Standort des Unternehmens. Fünf von zehn Geschäftssegmenten werden das Weltgeschäft von hier aus betreiben: Stahlerzeugung und Langprodukte, Umweltlösungen, Strangguss und Metallurgische Services. Linz sei durch geballtes Know-how und jahrzehntelange Erfahrung im Anlagenbau weiterhin eine der tragenden Säulen des Unternehmens. Weitere Restrukturierungsmaßnahmen seien dort nicht geplant. Vor dem Start der neuen Firma war der Abbau von 290 Mitarbeitern inklusive Leasingkräften auf 1.600 vorgegeben worden.

Trotz des neuen Firmennamens werde der Markenname VAI wird nicht verschwinden. Er bleibt ein integraler Bestandteil von Technologie-und Produktnamen und wird deshalb weiterhin als bekannte Empfehlung etwa in Produktbroschüren und Vertriebsunterlagen zu finden sein, versicherte Röhrl.

Obwohl sich das Geschäft seit etwa zwei Jahren in einem „wettbewerbsintensiven“ internationalen Umfeld bewegt, habe die ehemalige Siemens VAI das Jahr 2014 recht ordentlich beendet. „Sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang und Ergebnis haben wir über den Erwartungen abgeschlossen. Auch unser Auftragsbestand ist solide. Das ist ein gutes Fundament für die Jagd nach neuen Aufträgen, die natürlich auch im laufenden Geschäftsjahr Priorität haben muss“, erklärte Röhrl gegenüber der APA. [red/apa]

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