Die Geschichte der Glaskultur

Ausstellung
26.07.2018

 

Zwei aktuelle Ausstellungen in Deutschland geben einen vielfältigen Überblick zur Geschichte der Glaskultur bis heute und sind auch für Glaskenner eine Reise wert.

Ebenfalls im Glasmuseum Frauenau zu bewundern: Exklusive Schnupftabakgläser aus der umfangreichen Schaefer-Stiftung.

Im großen Sonderausstellungsraum beschäftigt sich das Glasmuseum Frauenau mit dem volkstümlichen Glas des 18. Jahrhunderts, das einen abwechslungsreichen Einblick in das Alltagsleben der „kleinen Leute“ in der Zeit des Spätbarock gibt.

Die aktuelle Ausstellung „Neuerwerbungen 2017“ im Glasmuseum Lette zeigt eine interessante Vielfalt von Glasobjekten verschiedener moderner Künstler. Im Bild „Parts High – Crystal Gold“, Anna Torfs, 2017.

Glasmuseum Frauenau

Aus den reichen Sammlungen des Museums erwarten uns einige Höhepunkte: In einer runderneuerten Präsentation wurde die Schaefer-Stiftung in der Studiensammlung eröffnet. Heiner Schaefer hat für diese neue und wesentlich erweiterte Ausstellung von Schnupftabakgläsern seine exquisiten Schätze zur Verfügung gestellt. Angefangen von den historischen Schnupftabakgläsern aus dem Bayerischen Wald und Böhmen bis hin zu den Tabakglas-Kunstwerken kann der Besucher nun die ganze Bandbreite der Schnupftabakgläser bewundern. Gleichzeitig wird im Foyer eine kleine Ausstellung gegenüber gestellt, die mit dem Titel „Repliken und Fälschungen“ ein ganz spezielles Kapitel der Historie der Tabakgläser aufschlägt. 

Unter dem Titel „Volkstümliche Emailmalerei des 18. Jahrhunderts“ werden – dank der umfangreichen Privatsammlung Karl-Heinz Joos – die transparenten und weiß-opaken Gläser einer Epoche vorgestellt, in der Milchglas zu einem erschwinglichen Porzellanersatz wurde. Glashütten in Thüringen und Böhmen begannen mit der Herstellung von Milchglas, das sie mit kräftigen Emailfarben mit Chinoiserien und sogenannten indianischen Blumen dekorierten. Diese asiatischen Vorlagen vermittelten den Eindruck von Porzellanmalerei. Die Bilder und Texte sind dem alltäglichen Leben entnommen und somit Zeugnisse des einfachen Lebens und der barocken Volksfrömmigkeit. Die Exponate sind deshalb aus glashistorischer Sicht von großer Bedeutung, zugleich aber auch von großem kulturhistorischen Wert.

Zeitgleich wird im „Kabinett“ eine Jubiläumsschau zum 450-jährigen Bestehen der Glashütte von Poschinger gezeigt. Im Jahr 1568 erwarb Joachim Poschinger die Zadlershütte (heute Zwieselau) bei Frauenau, sein Sohn Paulus kaufte die Glashütte 1605 in Frauenau. Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau betreibt die Glasmanufaktur mittlerweile in der 15. Generation. Original-Dokumente und Gläser präsentieren diese 450-jährige Glastradition.

Alle genannten Sonderausstellungen sind bis 4. November 2018 geöffnet. Nähere Informationen: www.glasmuseum-frauenau.de

Glasmuseum Lette

Der Leitung des Glasmuseums Lette gelang es, wieder eine interessante Vielfalt von Neuerwerbungen aus dem Jahr 2017 in einer Ausstellung zu präsentieren. Folgende Künstlerinnen und Künstler sind mit Glasobjekten eigener Prägung vertreten: Carol Milne (gestrickte Glasstrukturen), Cathryn Shilling (Glastuch-Objekte), Balazs Sipos (Teils groteske Figuren) und Anna Torfs (Gefäße). 

Diese Präsentation ist bis 22. Juli 2018 zu sehen. 

Nähere Informationen: www.glasmuseum-lette.de

Branchen
Glas