Technik fürs Leben-Preis 2020 vergeben

Aus 62 eingereichten Dipolmarbeitsprojekten hat die Jury des diesjährigen Technik fürs Leben-Preis die drei Sieger ermittelt.

29.05.2020
Technik fürs Leben
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Christopher Kerl und Alexander Schuster, Gewinner des Technik fürs Leben-Preis 2020 in der Kategorie Energie- & Gebäudetechnik sowie Gebrauchsgüter, mit ihren Professoren Wilfried Watzal und Martin Pröglhöf.

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Markus Hörting-Stoppacher und David Lammer, Gewinner des Technik fürs Leben-Preis 2020 in der Kategorie Mobilitätstechnik, mit ihren Professoren Jörg Komenda, Andreas Maresch und Richard Drechsler.

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Die Gewinner des Technik fürs Leben-Preis 2020 in der Kategorie Industrietechnik: Jakob Buchsteiner, Thomas Eibl, Sebastian Neuhofer und Moritz Taferner.

Die Jury des Technik fürs Leben-Preis hatte auch heuer einen herausfordernden Job. 62 eingereichte Diplomarbeitsprojekte von 178 Schülerinnen und Schülern aus 20 HTLs in acht Bundesländern mussten nach den Kriterien des Technik fürs Leben-Preis bewertet werden. Helmut Weinwurm, Alleinvorstand der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich, war dieses Jahr zum ersten Mal als Juror beim Technik fürs Leben-Preis tätig und lobte die Qualität der Schüler-Projekte: „Ich bin begeistert von der Vielzahl der Projekte und den vielen kreativen Ideen der jungen Leute. Beeindruckend ist auch, wie professionell die Aufgaben umgesetzt wurden. Es stecken tolle Fähigkeiten und großartige Talente im österreichischen Technik-Nachwuchs.“

Die Sieger

Durchgesetzt haben sich sich heuer die Projektteams der HTL Weiz, HTBLuVA Salzburg und HTL Hollabrunn. Markus Hörting-Stoppacher und David Lammer von der HTL Weiz bauten im Rahmen ihrer Diplomarbeit einen Range-Extender, der mit Biogas betrieben wird. Dafür musste eine kostengünstige Lösung zur Aufbereitung und Speicherung des Biogases gefunden sowie ein Stromgenerator effizient auf Biogasbetrieb umgebaut werden. Da der Stromgenerator zum Laden des Elektroautos mit Biogas betrieben wird, kann das Auto zu 100% CO2-neutral fahren. Der Nachhaltigkeitsgedanke vom Rohstoff bis zur Energiegewinnung hat die Jury des Technik fürs Leben-Preis überzeugt. „Das Projekt besticht durch den stringenten Aufbau. Die Anwendbarkeit ist groß und für ganz viele Projekte in der Mobilität umsetzbar“, erklärte Juror Wolfgang Kern, Leiter der Abteilung II/2 technischer, gewerblicher und kunstgewerblicher Schulen im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Jakob Buchsteiner, Thomas Eibl, Sebastian Neuhofer und Moritz Taferner von der HTL Salzburg entwickelten ein funktionsfähiges mobiles Robotersystem mit Greifer, das mithilfe eines Fernsteuergeräts in Form eines Handschuhs durch Gesten kontrolliert wird. Das ermöglicht eine intuitive Fernsteuerung. Zudem erhält der Benutzer Feedback vom Roboter, beispielsweise durch Vibrationen in den Fingerspitzen. Die Diplomarbeit umfasste neben dem Roboterbau die Entwicklung des Antriebs- und Akkusystems sowie eines Fernsteuergeräts inklusive Sensorik zur Aufnahme der Bewegungsdaten. Das Projekt begeisterte die Jury vor allem durch die Vernetzung verschiedener Disziplinen. „Maschinenbau wird zusammengeführt mit Elektro- und Steuerungstechnik sowie Programmierung. Es ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Zudem kann man die Lösung in sehr vielen Bereichen ausbauen, beispielsweise in der Medizintechnik“, so Juror Sebastian Schlund, Professor am Institut für Managementwissenschaften an der TU Wien und Leiter Geschäftsbereich Advanced Industrial Management der Fraunhofer Austria GmbH.

Eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Lösung für Rauchübungen brachte Alexander Schuster und Christopher Kerl von der HTL Hollabrunn den Sieg in der Kategorie Energie- und Gebäudetechnik sowie Gebrauchsgüter. Um eine elektronisch dimmbare Folie wurde ein Atemschutzmaskenaufsatz konstruiert, welcher eine stufenlose Dimmung erzeugen kann. Dies simuliert die Sichteinschränkung durch Verrauchung in brennenden Gebäuden. Mittels Frequenzsendern werden Raumidentifikationen geschaffen und je nach Aufenthaltsort können verschieden starke Verrauchungsgrade simuliert werden. Dies geschieht ohne jeglichen Eingriff ins Übungsgebäude oder den Übungsablauf, da die Veränderung ausschließlich mittels Softwareparametern erfolgt und durch entsprechende berührungslose, digitale Kommunikation bewerkstelligt wird. Der große Nutzen und breite Anwendungszweck beeindruckte die Jury. „Es handelt sich um eine einfach handzuhabende Lösung, die viele Technikbereiche verknüpft und kostengünstig ist. Zudem gibt es eine sehr breite Anwendung für das Rauchübungsset – nicht nur bei Feuerwehren, sondern auch beim Bundesheer, der Polizei oder im Katastrophenschutz“, so Jurorin Andrea Scheichl, Vizepräsidentin Recht & Support am Österreichischen Patentamt.

Preisverleihung ohne Event

Aufgrund der Covid-19-Pandemie konnte das Finale nicht wie geplant in Salzburg mit Live-Pitches der nominierten Diplomarbeiten stattfinden. Die Gewinner wurden in einer Konferenz der Jury ohne Live-Pitches ermittelt. Alle Nominierten und Gewinner wurden umgehend verständigt. Die Urkunden und Trophäen des größten unternehmens-initiierten HTL-Wettbewerbs in Österreich wurden per Post zugestellt. Die Preisträger erhielten neben Trophäe und Urkunde auch das begehrte Ticket für ein 6-monatiges Berufspraktikum in einem Unternehmen der Bosch-Gruppe in Österreich.

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