Sanitärlösungen

Aktuelle Produkte für die Abwassertechnik

Sanitär
09.02.2022

Von: Redaktion Gebäudeinstallation
Von vielseitig anpassbaren Duschrinnen über Hebeanlagen für Abwässer bis hin zu hygienischen Wasserkreisläufen im Gebäude – die Technik im Bereich der Wasseraufbereitung und -technik steht zumeist äußerst hohen Anforderungen gegenüber. Denn schon das kleinste Leck kann zu massiven Problemen führen.
Produkttipps für die Abwasseraufbereitung

Wasser ist ein lebenswichtiger Grundstoff, keine Frage. Aber Wasser kann schnell auch gefährlich werden – etwa wenn Flüsse Hochwasser führen und mitunter ganze Landstriche wortwörtlich "unter Wasser" setzen. Oder auch, wenn ein Wasserrohr im Hochhaus bricht. Wenig Wunder also, dass sich im Bereich der Wassertechnik und -Aufbereitung die Hersteller kontinuierliche Weiterentwicklung auf die Fahnen geschrieben haben.

So erweiterte beispielsweise der Entwässerungsspezialist Kessel das hauseigene Produktportfolio um eine vielseitig anpassbare Duschrinne namens "Linearis Infinity". Diese biete laut dem Hersteller "unendliche Möglichkeiten für die individuelle und barrierefreie Badgestaltung im privaten sowie gewerblichen Bereich". Die Duschrinne sei in vielen Farben und Längen erhältlich, lasse sich beliebig erweitern und könne auch um die Ecke gebaut werden. Der erstmals für eine Duschrinne verwendete Edelstahl V4A sei dabei besonders hochwertig, korrosionsbeständig und halte dem Abwasser im Bad dauerhaft stand. Mit einer geringen Einbauhöhe von nur 60 mm sei die "Linearis Infinity 60" laut Kessel "die niedrigste Duschrinne am Markt" und verfüge über eine Abflussleistung von bis zu 0,5 l/s bei 20 Millimeter Aufstau. Die Variante mit einer Einbauhöhe von 90 mm habe gar eine Ablaufleistung von bis zu 0,8 l/s bei 20 Millimeter Aufstau. Die Produktneuheit wurde als All-in-One-Box konzipiert und soll Installateuren und Fliesenlegern den Einbau erleichtern, da sämtliche Teile der Duschrinne sowie das notwendige Zubehör bereits enthalten seien.

Die All-in-One-Box sei in sieben Längen von 800 bis 1.600 mm erhältlich und unendlich erweiterbar, verspricht der Anbieter. Das Aufsatzstück lasst sich flexibel zweidimensional verschieben und optimal an das Fliesenprofil anpassen. Mittels unsichtbarer Verbindungsstücke und einem Stecksystem könnten mehrere Rinnen in gerader Linie und sogar um Ecken im 30°-, 45°- und 90°-Winkel aneinandergereiht werden. Auf der anderen Seite sei die Box stufenlos an beiden Seiten kürzbar. Serienmäßige Schall- und Setzungsdämpfer der Duschrinne sollen zudem die Nutzungsgeräusche minimieren. Auch Setzbewegungen des Bodenaufbaus würden ausgeglichen und somit eine Rissbildung zuverlässig verhindert. Der werkseitig angebrachte Klipsflansch mit Dichtmanschette erfülle die Anforderungen der Wassereinwirkungsklasse W3-I nach DIN 18534. Der Geruchsverschluss Megastop mit Wasservorlage schütze überdies vor unangenehmen Gerüchen.

Jung Abwasserpumpe

Um Schachtverunreinigungen und daraus resultierende Geruchsprobleme zu vermeiden, könnten an der Unterseite der U3 von Jung Pumpen bis zu drei Spülbohrungen werkzeuglos geöffnet werden.

Zuverlässige Schmutzwasserentsorgung

Seit fast 50 Jahren steht wiederum die Entwässerungspumpe "U3" von Jung Pumpen für zuverlässige Schmutzwasserentsorgung. Frisch überarbeitet kommt nun die siebte Generation der U3-Serie auf den Markt, mit Verbesserungen, welche die Handhabung in der Praxis weiter erleichtern und die Zuverlässigkeit nochmals erhöhen sollen. Die Entwässerungspumpe sei in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Die gelbe Version decke dabei übliche Anwendungen der Schmutzwasserentsorgung ab, wie beispielsweise die Entwässerung von Handwaschbecken, Duschen und Waschmaschinen, die Trockenhaltung von Kellerschächten sowie die Entleerung von Teichen und Pools. Die grüne "U3 spezial" findet hingegen bei aggressiven Medien, wie der Entsorgung von Kondensat aus Brennwertthermen oder Regenerationswasser aus Enthärtungsanlagen, ihr Anwendungsgebiet.

Schmutzwasserpumpen die stationär in Schächten eingesetzt werden, können allerdings "trockenfallen". Dadurch bilde sich ein Luftpolster im Pumpengehäuse, welches in Folge ein Anlaufen der Pumpe verhindert. Die Entlüftungsbohrung im Anschlusswinkel der Pumpe könne daher nun durch eine gut sichtbare Lasche geöffnet werden, wodurch die Entlüftung der Hydraulik jederzeit gewährleistet sei. Um Schachtverunreinigungen und daraus resultierende Geruchsprobleme zu vermeiden, könnten an der Unterseite der U3 bis zu drei Spülbohrungen werkzeuglos geöffnet werden. Beim Pumpenbetrieb sorgt zusätzlich ein starker Wasserstrahl pro Öffnung dafür, dass Ablagerungen gelöst und weggepumpt würden.

Individuell anpassbare Fäkalienhebeanlage

Auch der Bereich der Fäkalienhebeanlagen von Jung Pumpen wurde an den Entwicklungsschrauben gedreht. Herausgekommen sind dabei die "Compli 400" zur Entwässerung und zum Rückstauschutz für Einfamilienhäuser, als auch die Doppelanlage "Compli 1000" für größere oder gewerbliche Objekte. Beide sollen laut dem Hersteller wesentliche Vereinfachungen bei der Installation, eine weiter optimierte Hydraulik, neues nützliches Zubehör und ein Update der Steuerungstechnik aufweisen. So ermögliche etwa ein stufenlos höhenverstellbarer Klemmflansch für die Zulauföffnung eine individuelle Anpassung, je nach den Gegebenheiten vor Ort. Dadurch sei auch der Austausch von Geräten anderer Marken schnell und unkompliziert möglich.

Insgesamt vier Kombi-Zuläufe (horizontal und vertikal) in DN50/DN100 erlauben den Anschluss von Entwässerungsgegenständen, der Druckabgang sei variabel und könne entweder in DN 80 oder in DN 100 ausgeführt werden. Ein in den Kunststoffbehälter integrierter Hydraulikbereich mit zwei zusätzlichen Gussringen sorge zudem für Stabilität, ein geringeres Gewicht und ein optimiertes Strömungsverhalten. Die neue Hydraulik reduziere nochmals die Gefahr potenzieller Blockaden, überdies sollen sehr glatte Innenoberflächen Anhaftungen von Feststoffen verhindern und so für eine einfache Reinigung sorgen. Der recycelfähige und robuste Kunststoffbehälter biete kein Korrosionspotenzial, ein vergrößertes Pumpvolumen führe außerdem zu weniger Pumpzyklen und damit zu weniger Geräuschen im Gebäude und einer längeren Lebensdauer der Anlage.

Hohe Modularität sorgt für Vielfalt

Wilo Pumpen

Mit der Baureihe "Wilo-DrainLift Sani" verschlankt Wilo indes das bestehende Portfolio, ein hoher Grad an Modularität der nur mehr vier Grundtypen sorge allerdings für ein deutlich erweitertes Anwendungsfeld. Die vier Grundtypen S und M, mit jeweils einer Pumpe, sowie L und XL, mit jeweils zwei Pumpen, könnten darüber hinaus mit Abscheidern der "Wilo-Seperator"-Baureihe kombiniert werden.

"Baugrößen und technische Erweiterungen machen die DrainLift SANI Hebeanlage damit nahezu universell einsetzbar, ob in der S-Version in Ein- und Zweifamilienhäusern, bis hin zur XL-Ausführung in Verbindung mit dem Wilo-Separator in großen, gewerblichen Objekten wie Mensen oder Großküchen", erklärt Wilo-Produktmanager Carsten Stremmel. "Durch die hohe Modularität ermöglichen wir trotz einer überschaubaren Anzahl von vier Grundtypen eine hohe Variantenzahl und damit die im Markt größtmögliche Flexibilität im Bereich Abwassersammlung und -transport."

Die Produktfamilie zeichne sich durch zahlreiche anwenderfreundliche Features aus, betont der Produktmanager. "Dank der kompakten Bauweise und des geringen Gewichts stellen Transport und Montage kein Problem dar. Zudem sorgen mehrere frei wählbare Anschlussoptionen für zusätzliche Flexibilität bei der Installation." Dies sei gerade in den "räumlich oftmals sehr beengten Aufbausituationen" von Hebeanlagen ein zusätzliches Plus. Das große Schaltvolumen und der thermische Motorschutz sollen dabei höchste Betriebssicherheit garantieren. Eine etwaige Fehlfunktion löse den Alarm netzunabhängig aus, optional auch als Push-Nachricht auf das mobile Endgerät. "Die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit gewährleisten hochwertige Materialien wie Edelstahl, Feinguss und technische Kunststoffe." Zudem sei auf ein korrosionsfreies Design Wert gelegt worden. "Wir haben bei der Konstruktion mit Betreibern und Installateuren zusammengearbeitet, also den Menschen, die im Alltag mit dem Produkt arbeiten", betont Stremmel. "Auf Basis von deren Erfahrungen haben wir einen besonderen Fokus auf eine einfache Wartung und Reinigung gelegt."

Wasseraustritte mit smarten Sensoren aufspüren

Dem Thema Leckageschutz hat sich indes Syr - Hans Sasserath verschrieben. Leckageschutz sei wie eine elektrische Sicherung, mit einer hochwertig verarbeiteten Mechanik und motorgesteuertem Absperrventil. Die "SafeTech Connect"-Lösung passe dabei die Sicherheitsstufen dem jeweiligen Wasserverbrauch an und sei via App steuerbar. Ergänzt werde die Lösung durch das Schnellwarnsystem des "SafeFloor Connect". Der Sensor werde dafür an kritischen oder besonders überwachungsintensiven Stellen eingesetzt, registriert er Wasser auf dem Boden, eine zu niedrige Raumtemperatur oder zu hohe Luftfeuchte, warne er mit blinkender LED und lautem Warnton. Bei einem Wasseraustritt melde der Sensor diesen an SafeTech, wodurch die Leitung sofort abgesperrt werde.

SafeTech Connect messe kontinuierlich Durchfluss, Druck, Temperatur und ermittle auch den Härtebereich des Wassers. Mit einer intelligenten Selbstlernphase ausgestattet, passe die Lösung die Einstellungen den jeweiligen Messergebnissen an. Stellt der Leckageschutz etwa einen ungewöhnlich hohen Verbrauch fest, werde die Leitung abgesperrt. Zudem würden in regelmäßigen Abständen Mikroleckagetests gemacht, wodurch sich auch kleinste undichte Stellen feststellen lassen. Sei das Gerät online, informiert es im Störungsfall zusätzlich via Push-Benachrichtigung und E-Mail.

SafeTech Connect könne als sogenannter „Schwarm“ arbeiten, verspricht der Hersteller. Ein Gerät fungiere dabei als Schaltzentrale, registriere die Daten der angebundenen Geräte, werte diese aus und werde entsprechend aktiv. So könnten unterschiedliche Bereiche eines Gebäudes, Mehrfamilienhäuser und große Objekte abgesichert und kontrolliert werden.

Vielfältige Abwasser-relevante Anforderungen im Parkhaus

Mit "Deckline P OS Entwässerungsrinnen" will ACO wiederum Regen- und Schmutzwasser in Parkhäusern entgegentreten. Entwässerungsrinnen in Parkdecks seien je nach ihrer Lage unterschiedlichen Anforderungen ausgesetzt, wie Ernst Strasser, Geschäftsführer von ACO Österreich, erklärt.

Am Oberdeck müssten sie beispielsweise den anfallenden Regen schnellstmöglich aufnehmen und kontrolliert abführen. Die Anbindung zum angrenzenden Fahrbelag müsse zudem hohen Temperaturschwankungen über die Jahreszeiten standhalten. In Zwischendecks sei hingegen eine geringe Einbauhöhe gefordert, sowie eine zuverlässige, absolut dichte Anbindung an den angrenzenden Fahrbelag. Und im Einfahrtsbereich würden Fahrzeuge viel Schmutz, Wasser und Reste von Streusalz in die Parkgebäude bringen, daher sei dort besonders auf eine einfache Wartung und Reinigung sowie korrosionsfreie Rinnenmaterialien zu achten.

Aufgrund der vielfältigen Anforderungen an Entwässerungsrinnen biete ACO zwei Lösungen für unterschiedliche Einsatzbereiche an, "Drain Deckline P OS für Parkgaragen mit Oberflächenbeschichtung" und "Drain Deckline P für Parkgaragen mit Asphaltbelag oder Betonoberfläche". Die Entwässerungsrinnen in Parkdecks seien oft, verweist Strasser, einer hohen Fahrzeug-Belastung ausgesetzt. Daher sei der Kunststoffrost der Entwässerungsrinnen mit Drainlock Arretierung bis zur Belastungsklasse C 250 geprüft und halte den täglichen starken Zu- und Abfahrtsfrequenzen sowie den dynamischen Kräften durch die Lenkmanöver der Fahrzeuge stand.

Egal ob starker oder seitlicher Niederschlag – überall dort, wo sich viel Wasser ansammelt, kann großer Schaden angerichtet werden. Daher seien zuverlässige Entwässerungslösungen für einen langfristigen Bauwerkschutz unerlässlich. Die Entwässerungsrinnen seien daher aus korrosionsbeständigem, flüssigkeitsdichtem Polymerbeton, sowie chemikalien-, frost- und tausalzbeständig. Außerdem sei das Rinnensystem in Anlehnung an die ÖBV Richtlinie für Garagen und Parkdecks (2017) völlig metallfrei und systemgeprüft. Zudem könnten beide Rinnen mit nur 60 Millimetern Höhe flach in die Zwischendecke eingebaut werden.

Vorbehandelte Klebeflächen in Kombination mit einem SIKA Epoxidharzkleber würden die Dichtheit des Deckline P OS Rinnenstrangs garantieren. Dies sei auch durch die Materialprüfanstalt Hartl bestätigt worden. "Als Entwässerungsexperte kennen wir die Herausforderungen der Wasserableitung in Parkhäusern, die sowohl zu 100 Prozent dicht als auch der Witterung und den Fahrzeugmanövern standhalten muss. Bei der Entwicklung unserer neuen Deckline P OS haben wir neben korrosionsfreien Materialien und geprüfter Baustoffqualität auch auf einen praktikablen, einfachen Einbau geachtet." Die ideale Entwässerung werde erst durch ein intelligentes Gesamtsystem möglich, betont Strasser. "Wasser sammeln, vorreinigen, zurückhalten, pumpen und freigeben. Gemeinsam mit dem ACO Pipe Edelstahlrohrsystem und dem filterlosen ACO Leichtflüssigkeitsabscheider Oleosmart ergeben die Entwässerungsrinnen DRAIN Deckline P OS und DRAIN Deckline P von ACO ein ausgeklügeltes, perfekt aufeinander abgestimmtes, sicheres Entwässerungssystem."

Hygienisch unbedenkliches Trinkwasser

Kemper untermauert indes eigenen Angaben zufolge "seine Kompetenz in der Trinkwasserhygiene" mit einer neu entwickelten Lösung zur sicheren Einhaltung hygienisch unbedenklicher Kaltwassertemperaturen auch unter schwierigen Bedingungen. Hohe Umgebungslufttemperaturen würden in Gebäuden oftmals in kürzester Zeit zu einer hygienisch bedenklichen Temperaturerhöhung des kalten Trinkwassers führen. Risikofaktoren seien dabei unter anderem versteckte Wärmequellen, fehlende Klimatisierung oder die Verlegung von kalt- und warmwasserführenden Leitungen in gemeinsamen Schächten. In stark wärmebelasteten Gebäuden seien zudem Gegenmaßnahmen wie beispielsweise temperaturgeführte Spülprozesse oft nicht ausreichend effektiv oder wirtschaftlich limitiert.

Hier setzt Kemper mit "CoolFlow" an, welches das Hygienesystem KHS um Komponenten zur aktiven Temperaturhaltung in Kaltwasserinstallationen ergänzen soll. In einer Kaltwasser-Zirkulation würden ein Kühler sowie spezielle thermostatische Regulierventile mit einem Arbeitsbereich von 15 °C bis 20 °C zum Einsatz kommen, dadurch könne eine dauerhafte Temperaturhaltung von unter 20 °C gewährleistet werden. In Kombination mit innovativer Strömungsteiler-Technik werde die Zirkulation sogar bis an die Entnahmestellen geführt, so der Hersteller.

Autor: Thomas Mach

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Haustechnik