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Standort für "Upcycling Park"

Nachhaltigkeit
02.07.2021

Von: Redaktion Bauzeitung
Aktualisiert am 02.07.2021

Mit ihrem neuen Projekt wendet sich die Baumit-Tochter "Bio-Brennstoff" an Gemeinden, die Interesse an der Verwirklichung eines modernen Industrieprojektes im Zeichen der Nachhaltigkeit haben.

 Eberhard Reil, Geschäftsführer der BIO-Brennstoff und Robert Schmid, Eigentümer der Baumit-Gruppe.

Eberhard Reil, Geschäftsführer der BIO-Brennstoff und Robert Schmid, Eigentümer der Baumit-Gruppe bei der Vorstellung des Upcycling Parks .

Die Bio-Brennstoff GmbH beabsichtigt die Errichtung eines Vorzeigebetriebes der Kreislaufwirtschaft. Beim sogenannten "Upcycling Park" handelt es sich um eine innovative Anlage zur Schnellbindemittelproduktion, die auf einem in Österreich entwickelten und patentierten Herstellungsverfahren basiert. Die Anlage soll es ermöglichen, aus einem Reststoff der Aluminiumproduktion hochwertigen Tonerdezement (Schnellbindemittel) herzustellen, der bisher fast vollständig aus Asien importiert werden musste. Aber nicht nur der Tonerdezement, sondern auch die für die Produktion benötigte Energie wird aus Reststoffen hergestellt, die einem Recyclingprozess nicht mehr zugeführt werden können.

"Green Deal"

"Mit dem 'Upcycling Park' zeigen wir, wie moderne Industrie nach diesen Maßstäben am heimischen Wirtschaftsstandort aussehen und einen Beitrag zur Erreichung der Green-Deal-Ziele leisten kann", erklärt Robert Schmid, Eigentümer der Baumit-Gruppe: "Daher laden wir alle interessierten Gemeinden zu einem offenen Dialog ein, um die Möglichkeit einer Verwirklichung des Projektes in ihrer Gemeinde zu diskutieren." Ziel sei es, das Projekt an einem österreichischen Standort – bevorzugt in Niederösterreich oder Oberösterreich – zu realisieren und dies natürlich unter Einbeziehung der ansässigen Bevölkerung. Gemeinden, die an der Ansiedelung des "Upcycling Parks" Interesse haben, sind aufgerufen sich bei der Bio-Brennstoff unter upcyclingpark@bio-brennstoff.com zu melden. Eberhard Reil, Geschäftsführer der Bio-Brennstoff GmbH. weist auf die Bedeutung innovativer Industriebetriebe in Österreich hin: "Die Krise hat uns auch ganz klar gezeigt, wie wichtig der Ausbau des Selbstversorgungsgrades in der heimischen Baustoffbranche ist. Die von uns entwickelte Technologie erlaubt, aus einem bisher ungenutzten Reststoff ein hochwertiges Produkt herzustellen, für das es gerade im privaten Wohnbau für Estriche oder Betonsockel hohen Bedarf gibt."

Die Anlagekomponenten

Konkret besteht der geplante "Upcycling Park" aus drei Anlagenkomponenten, die einzeln bereits erprobt sind: Einer Produktgasanlage zur Herstellung von synthetischem Gas (Green Gas), das als Energieträger für den Produktionsprozess dient, einer Luftzerlegungsanlage, die Sauerstoff für den thermischen Prozess der Bindemittelproduktion liefert, sowie der eigentlichen Kernkomponente einer Bindemittelproduktionsanlage für den Tonerdezement (Schnellbindemittel).

Upcycling statt Ressourcenverschwendung

Das von der Bio-Brennstoff GmbH entwickelte Herstellungsverfahren ist ein thermischer Prozess, der erstmals das sogenannte Upcycling von Salzschlacke ermöglicht, die in der Aluminiumindustrie anfällt. Dabei wird aus dem Reststoff Salzschlacke ein hochwertiges Produkt – der Tonerdezement – hergestellt. Im Detail: Aus Reststoffen zum hochwertigen Baustoff in der Bindemittelproduktionsanlage werden Salzschlacke und Branntkalk auf ca. 1.700 Grad Celsius erhitzt und geschmolzen. Dabei gehen die enthaltenen Schmelzsalze in das Abgas über. Das Abgas wird abgekühlt und mithilfe von Gewebefiltern wird das rekristallisierte Salz abgeschieden. Auch die Schmelze aus Salzschlacke und Branntkalk wird kontinuierlich abgezogen und abgekühlt, danach gebrochen und gemahlen. So kann in einem Upcycling-Prozess hochwertiger Tonerdezement hergestellt werden, der damit nicht mehr wie bisher üblich aus Asien importiert werden muss. Der damit gewonnene Tonerdezement ist ein hydraulisches Schnellbindemittel, der zum Beispiel bei Estrichen zum Einsatz kommt. Normalerweise ist Estrich nach vier, sechs oder sieben Wochen belagsfertig. Mit dem Tonerdezement, den die Bio-Brennstoff im "Upcycling Park" herstellen wird, ist der Estrich bereits nach zwei Wochen oder sogar nach 24 Stunden belagsfertig. (ch)

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