Fahrzeugproduktion

BMW setzt auf CO2-reduzierten Stahl

Dekarbonisierung
28.11.2022

 
Ab 2026 soll mehr als ein Drittel des Stahl-Einkaufsvolumens von BMW einen reduzierten CO2-Fußabdruck aufweisen.
BMW Karosserie im Produktionswerk
Die BMW Gruppe sichert sich CO2-reduzierten Stahl für ihr weltweites Produktionsnetzwerk. , restricted_html

Die BMW Group will den CO2-Fußabdruck im Stahl-Einkauf deutlich reduzieren. Nach ersten Verträgen mit europäischen Lieferanten haben die bayerischen Autobauer nun weitere Vereinbarungen zur Lieferung von CO2-reduziertem Stahl in den USA und China abgeschlossen.

"Stahl ist einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen in unserer Lieferkette. Deshalb bauen wir unser Stahl-Portfolio um und werden unser weltweites Produktionsnetzwerk ab 2026 zu mehr als einem Drittel mit CO2-reduziertem Stahl beliefern. So verringern wir den CO2-Fußabdruck unserer Lieferkette jährlich um rund 900.000 Tonnen und fördern gleichzeitig die Transformation der Stahlindustrie", sagt Joachim Post, Vorstand der BMW AG für Einkauf und Lieferantennetzwerk.

Stahl ist wichtig fürs Auto

Mittelfristig will die BMW Gruppe damit die Dekarbonisierung des Lieferantennetzwerks vorantreiben. Derzeit entfallen rund 20 Prozent der CO2-Emissionen in der Lieferkette eines mittelgroßen vollelektrischen Fahrzeugs auf Stahl und stehen damit an dritter Stelle - nach Batteriezellen und Aluminium. Trotzdem ist Stahl mit seinen vielseitigen Eigenschaften einer der wichtigsten Werkstoffe im Automobilbau und wird auch für zukünftige Fahrzeugkonzepte und -generationen nicht an Bedeutung verlieren.

Fokus auf erneuerbare Energien

Für die Region Amerika wurden mit den US-amerikanischen Stahlherstellern Steel Dynamics (SDI) und Big River Steel Steel, einem U. S. Steel-Unternehmen, Vereinbarungen zur Umstellung der lokalen Stahlproduktion auf Strom aus erneuerbaren Energien getroffen.

In den USA und Mexiko bezieht die BMW Group rund die Hälfte des benötigten Flachstahl-Volumens über das Elektrostahlverfahren, bei dem Eisen und Stahlschrott mithilfe elektrischer Energie eingeschmolzen werden. Dieses Herstellungsverfahren bietet durch die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien hohe CO2-Einsparpotentiale. Aus diesem Stahl entstehen in den Werken Spartanburg und San Luis Potosí Rohkarosserien für BMW Fahrzeuge. Aufgrund seiner Materialeigenschaften eignet sich der Elektrostahl vor allem für Strukturbauteile, wie zum Beispiel den Unterboden.

Pläne in China

In China hat die BMW Group im August 2022 eine Vereinbarung mit dem Stahlhersteller HBIS Group geschlossen, die die BMW Werke in Shenyang ab 2023 mit ersten Mengen an CO2-reduziertem Stahl beliefern wird. Die HBIS Group will ab 2026 schrittweise auf ein wasserstoffbasiertes Verfahren in Kombination mit dem Elektrostahlverfahren umstellen. BMW wird nach eigenen Angaben der erste Automobilhersteller in China sein, der den CO2-reduzierten Stahl der HBIS Group in der Serienproduktion einsetzen wird.

CO2-reduzierter Stahl in Europa

Mit der Salzgitter AG hat die BMW Group eine Vereinbarung zur Lieferung von CO2-reduziertem Stahl abgeschlossen. Der Stahl soll ebenfalls ab 2026 für die Serienproduktion von Automobilen in den europäischen BMW-Werken eingesetzt werden. Im Oktober 2021 hat BMW dazu eine Vereinbarung mit dem schwedischen Start-Up "H2 Green Steel" getroffen. Das Unternehmen soll die europäischen BMW Werke mit Stahl beliefern, der ausschließlich mit Wasserstoff und Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. [gr]

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