Drohnen

Durch die Datenbrille

Digitalisierung am Bau
27.10.2021

Von: Redaktion Bauzeitung

Was bei der Digitalisierung in der Zementproduktion alles möglich ist und welche Vorteile sie bringt, zeigt Alpacem auf.

Mann mit Drohne
In den Steinbrüchen von Alpacem wird bei der Vermessung auf Drohnen gesetzt.

Drohnen schwirren in Steinbrüchen herum, tausende Prozessdaten laufen in Milli­sekunden von einem Punkt zum nächsten, und Datenbrillen helfen bei der Instandhaltung und Reparatur von Anlagen. Was eventuell nach spannenden Zukunftsszenarien klingt, wurde in den vergangenen fünf Jahren bei Alpacem zum Arbeitsalltag. Mehr als fünf Millionen Euro hat die Zement-und-Beton-Sparte der Wietersdorfer-Gruppe an den einzelnen Standorten in Österreich, Slowenien und ­Italien in innovative Anlagen- und Umwelttechnik investiert. 
Das bedeute aber nicht, dass Menschen von der Technik abgelöst werden, betont man bei Alpacem: "Wir sind heute mehr denn je auf die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angewiesen. Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung zeigt sich sehr deutlich, dass jede Maschine nur so gut ist wie der Mensch, der sie bedient", erklärt Lutz Weber, Geschäftsführer von Alpacem für die Bereiche Technik, Personal und Einkauf.

Durchblick dank Datenbrille

Mann mit Datenbrille
Seit 2020 setzt das Unternehmen spezielle ­Datenbrillen für Wartungen und technische Eingriffe ein.

Eine wesentliche Herausforderung der international tätigen Alpacem-Unternehmensgruppe ist die länderübergreifende Verfügbarkeit von Know-how. Um für jeden Anlassfall den richtigen Spezialisten greifbar zu haben, nutzt die Unternehmensgruppe seit 2020 spezielle Datenbrillen für Wartungen und technische Eingriffe. Unter der Zuhilfenahme einer neuen Technologie von Ubimax können Spezialisten*innen auch aus der Distanz wie mit ihren eigenen Augen sehen, welche Handgriffe der Techniker vor Ort macht. "Der Einsatz von Datenbrillen ermöglicht es uns, technische Probleme in Rekordzeit zu lösen, und bringt zudem CO2-Einsparungen durch reduzierte Reisetätigkeiten von Spezialisten", erklärt Alpacem-Geschäfts­führer Weber.

Neue Möglichkeiten im Bergbau

Die Digitalisierung in der Zementindustrie beginnt nicht erst in der Produktion, sondern bereits beim Abbau der Rohstoffe. Wo bisher vorwiegend Tachymeter und Lasergeräte bei der Vermessung zum Einsatz kamen, setzt Alpacem heute in den Steinbrüchen im österreichischen Wietersdorf und Peggau sowie im slowenischen Anhovo Drohnen ein. Durch diese Vorgehensweise ergibt sich eine Vielzahl an Vorteilen, wie etwa die exaktere Sprengplanung im Bergbau durch genaue Analyse der 3D-Modelle. Neben einer genaueren und damit nachhaltigeren Abbauplanung sind auch Inspektionsflüge an Orte möglich, die bisher für die Mitarbeiter*innen des Unternehmens nur äußerst schwierig zu erreichen waren.

Digitale Logistik spart Wegzeit und Kohlenstoffdioxid

 Lutz Weber (l.) und ­Bernhard Auer.
Für die nachhaltige Entwicklung bei Alpacem setzen die beiden ­Geschäftsführer Lutz Weber (l.) und ­Bernhard Auer auf digitale Prozesse.

Auch in der Logistik setzt Alpacem auf intelligente Technik, um den Transport von Zement und Beton effizienter und damit umweltschonender zu gestalten. Sämtliche Lastkraftwagen sind dafür über GPS direkt mit der Disposition verbunden. Nachdem ein Lieferauftrag freigegeben wird, bestimmt das System automatisch die Beladestelle sowie ein passendes Fahrzeug. Die erforderlichen Lieferinformationen werden umgehend an den Fahrer weitergeleitet. Anschließend wertet das System sämtliche Bewegungsdaten aus, um weitere Optimierungspotenziale zu identifizieren. So werden gleichzeitig Kosten, Treibstoff und Wartezeiten reduziert.

Qualitätssteigerung und Ressourcenschonung

Bei Großprojekten baut die Alpacem-Unternehmensgruppe auf ihre länderübergreifenden Strukturen. So können neue Techniken an einem Standort erprobt werden und anschließend als Best-Practice Beispiel auf die gesamte Gruppe ausgerollt werden. So auch bei der vollautomatisierten Prozesskontrolle, die zuerst im slowenischen Werk in Anhovo implementiert und seit 2019 auch am Standort Wietersdorf in Kärnten eingesetzt wird. Diese sammelt selbstständig über 40.000 Materialproben pro Jahr, die von ­Robotern im Labor genauestens untersucht werden. Dadurch können die Mitarbeiter am Leitstand selbst kleinste Unregelmäßigkeiten in Echtzeit ausbessern. Über die reine Qualitätssteigerung hinaus stellt die Prozesskontrolle auch einen schonenden Einsatz natürlicher Ressourcen sicher.

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