Preisradar

Energiekosten: So entwickeln sich die Preise

30.06.2022

Von: Redaktion Gebäudeinstallation
Aktualisiert am 07.09.2022
Mit der GEBÄUDEINSTALLATION bleiben Sie über die aktuellen Energiekosten informiert: Ab sofort werden wir Ihnen an dieser Stelle die von der Österreichischen Energieagentur ermittelten Preisentwicklungen regelmäßig verfügbar machen. (Update: 7. September)
Energiekosten

Preise für Heizöl weiter gestiegen

Die Heizölpreise sind im Juli weiter gestiegen. Im Vergleich zum Juni war Heizöl um 3,2 Prozent teurer. Im Jahresvergleich haben sich die Preise mehr als verdoppelt (plus 108,5 Prozent). Eine typische Füllung von 3.000 Liter kostete im Juli 4.500 Euro.
Die Steigerungen bei Heizöl- und Treibstoffpreisen können nur zu einem Teil durch gestiegene Rohölpreise erklärt werden. Eine zentrale Rolle spielt ebenfalls der schwache Euro. Rohöl wird üblicherweise in US Dollar gehandelt. Steigt der Dollar im Vergleich zum Euro, muss in Euro mehr für Rohöl gezahlt werden. Aktuell liegt der Euro auf dem niedrigsten Wert seit 20 Jahren. Zuletzt kamen Untersuchen der Bundeswettbewerbsbehörde sowie deren britisches Pendant die Competition and Markets Authority zu dem Ergebnis, dass auch die Marschen der Raffineriebetreiber substanziell gestiegen sind. Ein Blick auf die aktuellen Preise an den Tankstellen lässt für August eine leichte Entspannung erwarten.

Auch Pellets und Brennholz teurer

Im Vergleich zum Juni 2022 stiegen die Preise für Holzpellets im Juli um 15,4 Prozent, im Jahresvergleich lagen sie damit um 75,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. In der Vergangenheit waren die Preise für Holzpellets vergleichsweise stabil. Aber auch in diesem Sektor macht sich die Energiekrise bemerkbar. Preissteigerungen für Treibstoffe und Strom treiben die Produktionskosten in die Höhe. Die aktuellen Bewegungen können aber nicht zur Gänze durch einen Anstieg der Produktionskosten erklärt werden. Auch auf den Internationalen Pellets-Märkten hat sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in den vergangenen Monaten verschoben. Die wachsende Beliebtheit von Pellets-Heizsystemen im Endkundensegment sowie der vermehrte Einsatz als Brennstoff in Heiz- und Kraftwerken steigert die Nachfrage. Gleichzeit blieben, bedingt durch ein Exportverbot Russlands, gewohnte Rohstofflieferungen aus der Region aus. Dies führt zu einer Verknappung an den Märkten und die Preise steigen folglich. Die Österreichische Branche reagiert auf diese Situation mit neuen Investments. Nach Angaben der des Branchenvereins proPellets Austria ist die aktuelle Situation durch limitierende Produktions- und Logistikkapazitäten zu erklären. Ein tatsächlicher Mangel an Pellets herrscht nicht. Zusätzlich werden in den nächsten zwei Jahren elf neuen Pelletierwerke in Betrieb gehen. Die heimische Produktionskapazität steigt damit um über 60 Prozent.

Die Preise für Brennholz steigen ebenfalls und verzeichneten ein Plus von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Juli 2021 liegen sie um 50 Prozent höher. Auch hier kann die gesteigerte Nachfrage nach Brennholz für Heimfeuerungsanlagen, und reduzierte Exporte aus Russland, als Ursache identifiziert werden. Gerade beim Brennholzeinkauf zahlt es sich jedoch aus, genau zu vergleichen und alternative Bezugsmöglichkeiten zu prüfen. Die Preise variieren stark und manchmal haben lokale Anbieter günstiges Brennholz im Angebote.                                                                            

Die Haushaltspreise für Fernwärme sind gegenüber dem Vormonat um 3,9 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich lagen die Fernwärmepreise um 17,8 Prozent höher.

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Haushaltskosten für Energie im Juni um 45 Prozent höher

"Im Segment der Haushaltskunden werden die Preisänderungen an den Großhandelsmärkten meist mit Verzögerung weitergegeben. Aber genau an diesen Großhandelsmärkten ist die Situation seit einigen Monaten äußerst angespannt", so Franz Angerer von der Österreichischen Energieagentur. Im Juni war der Österreichische Strompreisindex mit einem Plus von 203 Prozent dreimal so hoch wie im Vorjahr. Der Österreichische Gaspreisindex lag im Jahresvergleich Juni 2022 und Juni 2002 sogar um ganze 424 Prozent höher. Dementsprechend haben bereits zahlreiche Energieversorger ihre Preise angehoben oder dies angekündigt.

Erdgas: Angespannte Situation bleibt

Die Preissteigerungen haben eine Reihe von Ursachen, aber allen voran steht der Russland-Konflikt und die fehlende Gewissheit über zugesagte Gasliefermengen. Das sorgt für Unsicherheiten und stellt ein fundamentales Risiko für die Versorgungssicherheit Europas dar. Diese angespannte Situation führt zu extremen Preisanstiegen.

Die Situation an den Strommärkten ist ebenfalls angespannt. Erdgaskraftwerke spielen eine wichtige Rolle im Stromsystem Europas. Das gilt auch für das von Wasserkraft geprägte Österreich. Damit wirken die Entwicklungen der Gaspreise direkt auf die Stromgroßhandelspreise. (Hintergrundinfo „So funktionieren Energiemärkte“)

Neben der Gaspreiskrise wirken jedoch auch andere Effekte. In großen Teilen Europas herrscht Trockenheit, die die Erzeugung aus Flusskraftwerken reduziert. In Frankreich sind etwa zahlreiche Atomkraftwerke wegen technischer Mängel nicht einsatzbereit. Andere müssen gedrosselt werden, da die für die Kühlung benötigten Flüsse zu wenig Wasser führen oder bereits zu warm sind.

Hohe Preise als Signal

"Fehlenden Erzeugungskapazitäten treiben die Preise weiter in die Höhe. Diese hohen Preise müssen als eindeutiges Signal zum Diversifizieren verstanden werden: Es braucht Windkraft, Photovoltaik, Erdwärme und gleichzeitig mehr Energieeffizienz und Energiesparen. Nur so können wir uns mittelfristig aus der Abhängigkeit von teuren, fossilen Rohstoffimporten befreien", betont Angerer. Gleichzeitig müsse man laut dem Experten auch Lösungen finden, die Erderhitzung zu mindern und die Folgen der Klimakrise abzuschwächen. Die aktuelle Renaissance von Kohlekraftwerken oder eine langfristige Nutzung von Erdgas über alternativer Versorgungswege kann nur eine Lösung gegen die jetzige Versorgungskrise sein. 

Die Heizölpreise sind im Juni 2022 deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Mai war das Heizöl um 9,3 Prozent teurer. Im Jahresvergleich haben sich die Preise mehr als verdoppelt (plus 109,6 Prozent). Eine typische Füllung von 3.000 Liter kostete im Juni deutlich mehr als 4.500 Euro. 

Pellets und Brennholz teurer

Im Vergleich zum Mai 2022 stiegen die Preise für Holzpellets im Juni um 5,9 Prozent, im Jahresvergleich waren sie 52,7 Prozent teurer.  Die Preise für Brennholz verzeichneten ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Juni 2021 sind die Preise für Brennholz um 33,9 Prozent gestiegen. Die Haushaltspreise für Fernwärme blieben gegenüber dem Vormonat unverändert. Im Jahresvergleich lagen die Fernwärmepreise um 16,6 Prozent höher. Die Haushaltspreise für Gas stiegen im Juni 2022 im Vergleich zum Mai um 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Gaspreise um 72,1 Prozent über dem Wert vom Juni 2022.

Strom: Große Unterschiede bei Kund*innen

Die Haushaltspreise für Strom stiegen im Monatsvergleich um 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich lagen sie um 0,2 Prozent höher. Diese im Verhältnis zu anderen Energieträgern sehr moderaten Preisanstiege sind auf die bereits von der Bundesregierung getroffenen Entlastungsmaßnahmen zurückzuführen. 2022 zahlen österreichische Haushalte keine Erneuerbaren-Förderkosten: Der Erneuerbaren-Förderbeitrag wird heuer aufgrund der hohen Energiepreise nicht eingehoben, die Erneuerbaren-Förderpauschale wird dieses Jahr auf null gesetzt. Zudem wird die Elektrizitätsabgabe befristet bis 30. Juni 2023 auf das durch die EU-Energiesteuerrichtlinie festgelegte Minimum reduziert und beträgt damit 0,4 Prozent.

Es bleibt zu betonen, dass verschiedenen Kundengruppen von Preissteigerungen sehr unterschiedlich betroffen sind. Kund*innen, die einen neuen Vertrag abschließen müssen oder deren Preisgarantie abgelaufen ist, sind teilweise von massiven Mehrkosten betroffen.

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Strom-Großhandelspreise steigen weiter

Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) steigt im September gegenüber dem Vormonat um 9,2 Prozent.  Im Vergleich zum September des Vorjahres liegt der ÖSPI um 256,2 Prozent höher. Bezogen auf das Basisjahr (2006 = 100) erreicht der von der Österreichischen Energieagentur errechnete Index im September 2022 einen Stand von 404,93 Punkten.

Der Grundlastpreis (420,52 Indexpunkte) steigt gegenüber dem Vormonat um 8,4 Prozent. Im Jahresvergleich steigt er um 249,6 Prozent. Der Spitzenlastpreis (371,76 Indexpunkte) weist im Monatsvergleich ein Plus von 11,1 Prozent und im Jahresvergleich ein Plus von 273,1 Prozent auf.

Der ÖSPI erfasst nur das Produkt Strom (Strom-Großhandelspreise) und berücksichtigt keine Netzgebühren, Steuern oder Abgaben. Bei Endkonsument*innen teilt sich der Gesamtpreis für Strom auf die Energiekomponente und auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf. 2022 zahlen österreichische Haushalte jedoch keine Erneuerbaren-Förderkosten: Der Erneuerbaren-Förderbeitrag wird heuer aufgrund der hohen Energiepreise nicht eingehoben, die Erneuerbaren-Förderpauschale wird dieses Jahr auf null gesetzt. Zudem wird die Elektrizitätsabgabe befristet bis 30. Juni 2023 auf das durch die EU-Energiesteuerrichtlinie festgelegte Minimum reduziert und beträgt damit 0,4 Prozent.

Damit entfallen wesentliche Bestandteile der Stromrechnung bei Haushaltskund*innen. Bei einem typischen Wiener Haushalt beträgt damit der Anteil der reinen Energiekosten rund 50 Prozent des Gesamtstrompreises.

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Nordstream 1 Pipeline liefert wieder

Der Gasfluss über die Nordstream 1 Pipeline ist nach den Wartungsarbeiten wiederhergestellt und liegt aktuell ungefähr auf dem Niveau von vor der geplanten Wartung, die am 21. Juli abgeschlossen wurde. Trotz der reduzierten Gasflüsse aus Russland sind die Importe in Baumgarten in das Marktgebiet Ost stabil.

Die heimische Versorgung von Endkund*innen wird zur Gänze aus Importen gedeckt und ist uneingeschränkt gewährleistet. Allerdings ist die Lage angespannt und eine Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden. Der Speicherstand beträgt 48 TWh, was einen Gesamtfüllstand von 50,3 Prozent entspricht. Die Preissituation an den Märkten ist aktuell wieder volatiler und liegt bei etwa 170,- Euro á MWh. Der Preis für einen kWh Gas liegt österreichweit zwischen 5,4 und 30 Cent. 

Der größte Teil des eingespeicherten Gases ist übrigens - anders als in einigen Medien zu lesen war - nicht bestimmten nationalen Märkten zugeordnet. Die Händler und Unternehmen, denen das eingelagerte Gas gehört, verkaufen es zum Teil nach bereits abgeschlossenen Lieferverträgen, zum Teil aber auch je nach Preis und Nachfrage.

Aktuelle Strompreise mit Stand 25. Juli

Der Gesamtpreis für eine Kilowattstunde (kWh) Strom liegt derzeit österreichweit zwischen rund 18 Cent und 72 Cent. So kostet eine Kilowattstunde Strom einen durchschnittlichen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch beim günstigsten Anbieter in Tirol 18,28 Cent, in Wien 37,66 Cent und in Kärnten 43,53 Cent.

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Im Jahresvergleich lagen die Gaspreise im Mai 2022 um 73,5 Prozent über dem Wert vom Mai 2021. Die Haushaltspreise für Strom sanken im Monatsvergleich um sechs Prozent. Im Jahresvergleich lagen sie um drei Prozent höher. Die Preisrückgänge im Monatsvergleich sind auf die Entlastungsmaßnahmen zurückzuführen, es kann künftig jedoch von weiteren Preissteigerungen ausgegangen werden.

Heizöl: doppelt so teuer

Bei den auf Erdöl basierenden Energieträgen (Heizöl, Diesel, und Superbenzin) konnte nach den starken Preisanstiegen im März eine Entspannung beobachtet werden. Die Preise für Heizöl stiegen im April um 1,7 Prozent. Damit ist Heizöl im Jahresvergleich fast doppelt so teuer wie vor einem Jahr. Eine typische Tankfüllung von 3.000 Litern kostete damit ungefähr 4.100 Euro.

Preise für Pellets, Brennholz und Fernwärme steigen ebenfalls

Im Vergleich zum April 2022 stiegen die Preise für Holzpellets im Mai um 6,8 Prozent, im Jahresvergleich waren sie 44,4 Prozent höher.  Die Preise für Brennholz verzeichneten ein Plus von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Mai 2021 sind die Preise für Brennholz um 26,6 Prozent gestiegen. Die Haushaltspreise für Fernwärme lagen im Jahresvergleich um 16,6 Prozent höher. 

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Haustechnik