Energie

Gaskraftwerke als Schutz vor Blackout

Energie
20.01.2021

Von: Redaktion Gebäudeinstallation

Um den Blackout am 8. Jänner in Österreich abzuwenden, wurden 32,1 Prozent des Energiebedarfs mit Strom aus Gaskraftwerken gedeckt.

„Gas ist das Rückgrat der Energieversorgung in Europa und Österreich“, sagt Michael Mock, Geschäftsführer des Fachverbands Gas Wärme (FGW). „Gaskraftwerke liefern Strom zuverlässig auch dann, wenn Pumpspeicher leer sind und andere Erneuerbare aufgrund von Windstille oder Bewölkung keine Energie liefern können. Gerade bei einer immer volatiler werdenden Stromversorgung spielen die zuverlässigen Gaskraftwerke eine Schlüsselrolle zur Aufrechterhaltung des Energiesystems in Europa. Österreich kann dabei auf eine großflächige Gasinfrastruktur sowie hohe Gasspeicherkapazitäten zurückgreifen.“

Krisenfeste Gaskraftwerke

Wie wichtig ein Energiemix mit Gas sowie die Sektorkopplung der Strom- und Gasinfrastruktur für die Aufrechterhaltung der heimischen Energieversorgung ist, unterstreichen die Tage nach dem Fast-Blackout: Um den Blackout am 8. Jänner 2021 in Österreich abzuwenden, wurden 32,1 Prozent des Energiebedarfs mit Strom aus Gaskraftwerken gedeckt. Strom aus unbekannter Herkunft (Kohle- und Atomstrom) wurde in der Größenordnung von 37,2 GWh importiert. 67,9 Prozent des in Österreich erzeugten Stroms wurden mit erneuerbaren Energien gedeckt, davon 0,6 GWh aus Sonnenenergie und 88,7 GWh Strom aus Wasserkraft.

Am Tag nach dem Fast-Blackout waren die Pumpspeicherkraftwerke leer und konnten keinen Strom mehr für die Energieversorgung bereitstellen. Dementsprechend ging der Anteil der Stromproduktion aus Wasserkraft und den Erneuerbaren auf 61,5 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg der Anteil von Gas an der Strom-Inlandsproduktion auf 38,5 Prozent. Importierter Strom aus unbekannter Herkunft stieg auf 27,5 Prozent.

Am zweiten Tag nach dem Fast-Blackout stieg der Anteil von Strom aus heimischen Gaskraftwerken abermals weiter auf 38,5 Prozent. Hingegen sank der Anteil der Erneuerbaren an der Inlandsproduktion neuerlich auf 61,5 Prozent. Der Beitrag der Wasserkraft sank weiter – auf nur 51,1 GWh, während Windparks 2,6 GWh beitrugen. Der Anteil von importiertem Strom aus unbekannter Herkunft stieg auf mehr als 40 Prozent.

Mix aus verschiedenen Energiequellen als Lösung

Diese Analyse zeigt sehr deutlich: „Für die Versorgungssicherheit in Europa und Österreich braucht es einen Mix an verschiedenen systemischen Kraftwerken und eine Bestandssicherung insbesondere auch für Gaskraftwerke“, so Mock.

Die weitere Nutzung der vorhandenen Gasinfrastruktur und Gasheizungen entlastet außerdem das Stromnetz.  Mit Power-to-Gas bietet die Gasinfrastruktur künftig auch Lösungen, überschüssigen Sonnen- oder Windstrom zu Wasserstoff zu verarbeiten. Diese Energie aus dem Sommer lässt sich in den heimischen Gasspeichern für die nächste Heizperiode lagern.

(CK)

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