Auftragslage

Gute Geschäfte trotz Krise

Nach kräftigen Auftragsrückgängen konnten sich die Tischler im letzten Quartal 2020 wieder über eine gute Geschäftslage freuen.

19.01.2021
Konjunktur
Redaktion Tischler Journal
© Gettyimages/Industryview
Im letzten Quartal 2021 konnten sich die Tischler über eine positive Entwicklung der Auftragslage freuen.

Eine aktuelle Umfrage der KMU-Forschung Austria zeigt, dass auch die heimischen Tischler kräftig von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise getroffen wurden: In den ersten drei Quartalen 2020 – also den Monaten Jänner bis September – meldeten gleich 40 Prozent der Betriebe einen Rückgang der Aufträge. Nur 22 Prozent konnten in dem Zeitraum eine wertmäßige Steigerung der Auftragseingänge verzeichnen, 38 Prozent gaben keine Veränderung an.

Im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr davor ist das insgesamt ein Minus von 7,7 Prozent. Dabei liegen die Tischler und Holzgestaltenden Gewerbe aber immer noch besser als der Durchschnitt in der gesamten Sparte Gewerbe und Handwerk: Hier beträgt die Verschlechterung gleich -11,2 Prozent.

Positive Entwicklung im Vorweihnachtsgeschäft

Entgegen dieses Trends konnten sich die Tischlereibetriebe im letzten Quartal 2020 und damit auch im Vorweihnachtsgeschäft aber wieder über eine positive Entwicklung freuen: 45 Prozent der Unternehmer berichten von einer „guten“ Geschäftslage, 44 beurteilten diese mit „saisonüblich“ und nur elf mit „schlecht“. Das ergibt ein positives Saldo (positive Meldungen abzüglich negativer) von immerhin 34 Prozent. Ein Vergleich dazu: Das gesamte Gewerbe und Handwerk verzeichnete im vierten Quartal hier einen Wert von -18 Prozent.

Gute Auftragslage

Positiv (+1,9 Prozent im Vergleich zum 4. Quartal 2019) entwickelt sich auch der Auftragsbestand in der Branche. Neben den Tischlern und Holzgestaltern können hier noch die Holzbauer sowie die Hafner, Platten- und Fliesenleger ein Wachstum verzeichnen – in allen anderen Branchen der Sparte Gewerbe und Handwerk ist der Auftragsbestand ansonsten rückläufig. Rund ein Fünftel aller Tischlereibetriebe könnte dennoch sofort neue Aufträge ausführen, 61 Prozent haben erst in drei Monaten wieder Kapazitäten frei, 15 Prozent in sechs Monaten und drei Prozent erst wieder in neun Monaten.

Negative Erwartungen für Gastronomie, Laden- und Messebau

Trotz dieser verhältnismäßig positiven Zahlen sind die Erwartungen für die kommenden Monate eher gedämpft: 14 Prozent der Tischlereien erwarten im ersten Quartal 2021 eine Steigerung bei den Auftragseingängen, fast zwei Drittel (62 Prozent) rechnen mit keiner Veränderung und 24 Prozent mit Rückgängen – macht zusammen ein Minus von zehn Prozent. Besonders negativ sind die Erwartungen naturgemäß für die Bereiche Laden- und Messebau sowie für die Gastronomie, wo jeweils rund zwei Drittel aller Betriebe mit weniger Aufträgen rechnen.

Die Personalplanung in den Betrieben fällt insgesamt dennoch recht optimistisch aus: 19 Prozent wollen Personal einstellen, nur sechs Prozent werden Mitarbeiter kündigen, exakt drei Viertel erwarten keine Veränderung.

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