Raumwunder

Kleine Badezimmer pfiffig planen

Sanitär
10.02.2022

Die Idealvorstellung eines Traumbades muss nicht immer ein riesiger Wellness-Tempel sein. Mittels optimaler Nutzung des verfügbaren Raumes lässt sich selbst das kleinste Bad in einen perfekten Wohlfühlraum verwandeln.
Sanierung

Fakt ist, dass durch die Corona-Krise verstärkt in die eigenen vier Wände investiert wird. Vor allem die Nachfrage nach Badsanierungen ist derzeit enorm hoch. Die Gründe dafür sind zahlreich. Zum einen wird jenen Menschen, die im „Homeoffice“ viel Zeit daheim verbringen, bewusst, mit welchen Mängeln sie leben müssen, was das Wohlbefinden betrifft: Zum anderen steht in vielen Haushalten Budget zur Verfügung, das üblicherweise für den Urlaub reserviert war und jetzt auf kaum verzinsten Sparkonten vor sich hindümpelt. Dieser Cocktail macht es wohl aus, warum in den Installationsbetrieben die Auftragsbücher auf viele Monate hinaus ausgelastet sind. Denn derzeit wird lieber in Betongold bzw. in die Sanierung der Heizung oder des (Klein-)Bades investiert, als gespart.

kleines Bad - Planungsvorschlag

Kleines Bad: Sechs Quadratmeter sind üblich

Als "Kleinbad" werden übrigens Badezimmer bezeichnet, deren Fläche unter bzw. um sechs Quadratmeter liegen. Dies ist übrigens auch die durchschnittliche Größe in den heimischen Haushalten – in dicht besiedelten Gebieten sogar oft noch deutlich darunter. Vor allem im Wiener Althausbestand müssen viele Bewohner*innen mit rund drei Quadratmetern Fläche im Bad auskommen. Doch auch mit diesen Maßen lässt sich - bei guter Planung und dem Einsatz der speziell dafür entwickelten Produkte - eine Wohlfühloase zaubern, mit der man viele Jahre seine Freude hat. Denn grundsätzlich gibt es auch bei kleinen Grundrissen stets mehre individuelle Lösungsmöglichkeiten für die Anordnung von Waschtisch, Dusche & Co. Sind allerdings Fenster oder Tür ungünstig positioniert, oder muss womöglich auch noch eine Therme untergebracht werden, wird es ohne Profi-Planung schwierig. Denn nur die Bad-Expert*innen sind auf Augenhöhe mit dem jeweiligen Stand der Entwicklung der am Markt verfügbaren Produkte.

Die drei vorrangigen Wünsche jeder Badplanung sind laut SHK-Großhändler Holter: Pflegeleichtigkeit, Komfort und möglichst viel Stauraum.
Die drei vorrangigen Wünsche jeder Badplanung sind laut SHK-Großhändler Holter: Pflegeleichtigkeit, Komfort und möglichst viel Stauraum.

Bereits seit vielen Jahren ist beispielsweise der Trend zu "Wanne raus, Dusche rein" ungebrochen. Denn wurde das Haus in den 1980er Jahren oder noch früher errichtet, ist davon auszugehen, dass sich im Bad stets eine Wanne befindet. Dies war damals "State of the Art". Auch bei wenig Platz durfte niemals die Wanne fehlen. Heute herrschen jedoch deutlich andere Ansprüche an das Bad und dessen Aufteilung.

Vor allem die gestiegenen Designansprüche und der Wert auf eine hohe Benutzerfreundlichkeit lässt keine Wanne mehr zu. Weil es aber dennoch viele Menschen gibt, die auf diese Art der Entspannung nicht verzichten wollen, hat die Sanitärindustrie natürlich auch darauf reagiert. Sie bietet mit speziellen Hybridmodellen perfekte Produkte, die sowohl ein Vollbad zulassen, als auch komfortables Duschen ohne allzu hohe Barrieren ermöglichen. Dennoch punkten derzeit bei aktuellen Badplanungen vor allem bei kleinen Bädern bodenebene Duschen, wie ein Reality-Check der Redaktion im Großhandel ergeben hat. Denn sie sind nicht nur bequem zu nutzen, sondern erfüllen auch den Wunsch nach Barrierefreiheit, was bei Renovierungen übrigens "Beweggrund Nummer eins" für die Entscheidung eines neuen Bades ist. Und dies übrigens ganz unabhängig vom Alter. Zudem erweitern ebene Duschflächen den Raum auch optisch.

kleines Bad - Planungsvorschlag

Kleine Badezimmer mit großzügigem Raumgefühl

Mittels Drehfalttüren können die einzelnen Duschelemente komplett zur Wand weggeklappt werden, wodurch sich selbst in einem Minibad ein großzügiges Raumgefühl erzeugen lässt. Jedoch ist - vor allem im Altbau - der Einbau einer bodengleichen Dusche oft mit einbautechnischen Hürden versehen, die die Sanierung natürlich erheblich verteuern. Denn lässt sich das erforderliche Gefälle aufgrund fehlender Aufbauhöhen nicht realisieren, müssen Hebeanlagen diesen Job übernehmen. Dies ist jedoch mit weiterem Platzbedarf und auch einer zusätzlichen Geräuschkulisse verbunden.

kleines Bad - Planungsvorschlag

Was die Farbe betrifft, so hat sich der Trend in letzter Zeit von dezenten Farben im Bad hin zu mutigen, kraftvollen Tönen gewandelt. Aber auch Schwarz hat in den Bädern Einzug gehalten - selbst in der Keramik. Waren früher Fliesen in leichten Cremetönen oder Weiß stark gefragt, kommen heute unterschiedliche Wandbeläge zum Einsatz bis hin etwa zu Kieselmosaiken, großflächigen Spiegeln, aber auch komplett verspiegelte Duschwände. Im Trend liegen derzeit auch komplette Wandverkleidungssysteme. Diese ermöglichen genau das, was sich viele Konsument*innen wünschen: einen schnellen Badumbau mit wenig Baulärm und Schmutz. Mut zur Farbe zeigt sich auch bei aktuellen Armatur-Modellen, Profilen und Möbeln, wobei man bei nicht fix verbauten Komponenten natürlich flexibler bleibt, falls sich der Geschmack wechseln sollte. Ist kundenseitig höheres Budget verfügbar, wird gerne eine Dampfdusche gewählt, um das in Hotels geschätzte Wellnesserlebnis auch in die eigenen vier Wände zu holen. Ein zentraler Aspekt ist natürlich auch die Beleuchtung. Nicht nur dann, wenn das Badezimmer ohne natürliches Licht auskommen muss, sollte auf die passende Beleuchtung viel Wert gelegt werden. Denn klug platzierte Leuchtkörper lassen ein Bad deutlich größer erscheinen ... was aber umgekehrt natürlich genauso gilt. 

Produkte nach Maß auch im Badezimmer

Neben cleveren Produktneuheiten bietet eine weitere Entwicklung eine höhere Flexibilität bei der Badplanung: Maßprodukte sind bei den meisten Hersteller*innen zum leistbaren Standard geworden. Somit ist z. B. die Duschtasse nicht mehr die Vorgabe für einen Raum. Durch die Möglichkeit, auf den Millimeter genaue Maßanfertigungen zeitnah und günstig zu bestellen, fallen viele Planungsgrenzen weg. Auch Badmöbel und selbst Waschtische werden mittlerweile in individuellen Maßen angeboten.