Jubiläum

Von der Dachpappe zu Waterproofing-Lösungen

Firmenjubiläum
15.12.2020

 

Nach dem 165-Jahr-Jubiläum 2017 feiert Büsscher & Hoffmann 2020 das nächste Jubiläum: 100 Jahre Werkstandort Enns. Ein Blick auf die Entstehungsgeschichte moderner Abdichtungslösungen und eines erfolgreichen heimischen Unternehmens.

Das Werk von Büsscher & Hoffmann in Enns im Entstehungsjahr 1920.

Die Gründer des Unternehmens, Baumeister Friedrich Wilhelm Büsscher und Baurat Friedrich Eduard Hoffmann, hatten erkannt, dass Wasser eine der Hauptursachen für Bauschäden ist. Also machten sie es sich zur Aufgabe, Bauwerke wirksam gegen eindringendes Wasser zu schützen. Ihr Ziel war, Baumaterialien herzustellen, die das Eindringen des Wassers in die Bauwerke unter allen Umstanden verhindern.
Dieses Vorhaben führte sehr bald nach der Gründung des Unternehmens zur industriellen Fertigung von Dachpappe. Büsscher & Hoffmann gelang es bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, rollbare Dachpappe im kontinuierlichen Verfahren fabriksmäßig herzustellen. Die Erfindung der bis heute beibehaltenen, rollbaren und leicht manipulierbaren Bahnenform eröffnete der Dachpappe sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau ein breites Anwendungsspektrum. Erst durch ihre Verwendung war es möglich, die bis dahin kaum zu bewältigende Aufgabe, Bauwerke ständig trocken zu halten, auf wirtschaftliche Weise technisch einwandfrei zu bewerkstelligen.

Neben dem damaligen Hauptwerk in Eberswalde (Brandenburg) wurden, um den steigenden Bedarf zu decken, zwischen 1862 und 1920 verschiedene Fabriken im damaligen Deutschen Reich, im Elsass, in Böhmen und schließlich 1920 im oberösterreichischen Enns errichtet. Nach der Umwandlung von Büsscher & Hoffmann 1923 in eine Aktiengesellschaft wurde der österreichische Teil ausgegliedert. Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur stand Büsscher & Hoffmann unter Verwaltung der Republik Österreich. Schließlich wurde das Unternehmen im Jahr 1959 durch Kwizda erworben.

Weitere Meilensteine

1961 wird die Teerdestillation stillgelegt – andere Unternehmen aus der Baustoffindustrie setzen diesen Schritt erst viel später.
1975 werden bereits die ersten Abdichtungsbahnen aus Polymerbitumen entwickelt.
Zu Beginn der 1980er-Jahre werden die ersten Kran-LKW für Lieferungen „frei Dach“ eingesetzt.
1983 wird beim Hundertwasserhaus nach intensiver Forschung und Entwicklung das erste Gründach umgesetzt.
1994 erfolgt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs der Schritt ins Ausland mit der Gründung einer Niederlassung in tschechischen Brünn. Dieser Auslandsniederlassung folgen rasch weitere.
2011 Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, wird eine moderne zweite Produktionslinie in Betrieb genommen.
2018 wird mit der neuen Logistikhalle in Enns auf einer Grundstücksfläche von 22.000 m² der nächste Meilenstein für die nachhaltige Weiterentwicklung des Werksstandorts gesetzt. In diesem Zug wird eine Photovoltaikanlage errichtet, die zehn Prozent des Strombedarfs des Werks oder 65 Haushalte mit Strom versorgen könnte. In den nächsten Jahren ist eine Verdreifachung der Anlage geplant.
2020 Büsscher & Hoffmann erwirbt 60 Prozent der Anteile an der deutschen Polyfin AG. Damit kann das Unternehmen künftig Bitumenbahnen und synthetische Dachbahnen aus eigener Produktion anbieten.

2020: Das Werk von Büsscher & Hoffmann in Enns 100 Jahre nach der Inbetriebnahme.

Büsscher & Hoffmann heute

Mit einem Vertriebsteam über 40 Mitarbeitern und 15 Lagerstätten in Europa ist Büsscher & Hoffmann Ansprechpartner für anspruchsvolle Gewerbekunden und Anbieter von Waterproofing-Lösungen für Flachdach, Gründach, Steildach, Bauwerks- und Brückenabdichtung.
Büsscher & Hoffmann beschäftigt über 150 Mitarbeiter in sechs Tochtergesellschaften und betreibt zwei Produktionsstandorte – im oberösterreichischen Enns für Abdichtungsbahnen aus Polymerbitumen und mit Polyfin im baden-württembergischen Meckesheim für Abdichtungsbahnen aus FPO/TPO.
Im Werk in Enns werden jährlich rund 17 Millionen Quadratmeter Bitumenbahnen produziert und von Österreich aus sowie über sechs Tochtergesellschaften in 25 Ländern vertrieben. Rund 700 Millionen Quadratmeter Abdichtungsbahnen „liefen“ bis heute über die Produktionsmaschinen in Enns. Eine Fläche größer als New York City, rund 88.000 Fußballplätze, oder anders gesagt: Man könnte eine 1-Meter breite Abdichtungsbahn mehr als 16 Mal rund um den Äquator verlegen.

Branchen
Dach + Wand