„Trendwende erst in 2027“
Tece-Österreich-Geschäftsführer Thomas Hagenauer findet im Gespräch mit der Gebäude Installation „Klare Worte“. Er spricht über Erwartungen für 2026, seine Pläne für die Zeit bis 2030 – und hat einen Neujahrsgruß an die Marktbegleiter.
Thomas Hagenauer über das abgelaufene Geschäftsjahr 2025:
In Anbetracht der negativen Stimmung in der Baubranche sind wir mit unserer Geschäftsentwicklung zufrieden. Natürlich sind die Wachstumszahlen nicht mehr auf dem Niveau wie vor einigen Jahren, aber die Rückmeldungen und Zufriedenheit unserer Kunden bestätigt uns in unserer Arbeit. Man kann sagen: Wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Man muss sich auf die veränderte Nachfrage einstellen. Wenn wir uns in Österreich wieder auf 40.000 bis 50.000 Neubauwohnungen pro Jahr einpendeln, plus Sanierungen, dann entspricht das dem Bedarf des Marktes.

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Wie sich die einzelnen Geschäftsfelder von Tece entwickelt haben:
Wir sind bekanntlich stark auf Rohinstallation spezialisiert – alles, was in die Wand kommt: von Sanitärsystemen über die Entwässerung bis zu Rohrleitungssystemen. Die einzelnen Bereiche haben sich ähnlich gut entwickelt. Während große Wohnbauprojekte rückläufig waren, blieb die Nachfrage im Sanierungsbereich stabil.
Über eine Lösung, die zunehmend an Bedeutung gewinnt:
Ein wachsendes Interesse verzeichnen wir im Bereich der industriellen Vorfertigung von Installationssystemen. Das Segment wächst stark. Man muss dabei allerdings aufpassen: Das Wachstum klingt oft spektakulär, aber entscheidend sind natürlich die absoluten Zahlen. Der Umsatzanteil liegt derzeit bei etwa zehn bis fünfzehn Prozent. Das klassische Rohinstallationsgeschäft ist nach wie vor deutlich größer und wichtiger.
Wie diese vorgefertigten Systeme ausschauen – und wo sie vor Allem eingesetzt werden:
Das sind Installationswände mit allen integrierten Komponenten – vom Spülkasten bis zu Lüftung und Leitungen. Solche Einheiten können als Zwischenwände eingesetzt werden. Das spart Platz und Zeit bei der Installation vor Ort. In Deutschland wird die Technik vermehrt auch bei Renovierungen genutzt – weil schneller gebaut werden muss. Wir arbeiten seit mehr als 30 Jahren damit, ursprünglich zur schnellen Sanierung von Plattenbauten in Ostdeutschland.
Welche Rolle Bauträger und Planer beim Thema Vorfertigung spielen:
Unsere direkten Kund*innen sind immer die Installateure, die wir über den Großhandel beliefern. Bei der Vorfertigung spielen aber auch die Bauträger eine wichtige Rolle. Sie geben Anforderungen an Planer weiter, die dann Installateure mit vorgefertigten Komponenten beauftragen.
Was er sich insgesamt vom Geschäft in 2026 erwartet:
Wir rechnen mit einer weiteren Stagnation oder sogar einem leichten Rückgang der Nachfrage. Die Branche befindet sich in einer Phase der Konsolidierung. Eine echte Trendwende sehe ich erst 2027.
Wo er für die kommenden Jahre die strategischen Schwerpunkte setzt:
Wir bleiben bei unserem Sortiment rund um Rohinstallation und setzen auf einfache Montage und Verlässlichkeit. In den letzten Jahren konnten wir unsere Marke Tece in Österreich gut etablieren – die Bekanntheit nimmt zu. Wichtig bleibt die regionale Präsenz durch Außendienstmitarbeitende. Persönliche Ansprechpartner vor Ort sind für Installateure zentral. Wir planen daher, den Vertrieb auszubauen. Bis 2030 wollen wir unsere Vertriebsmannschaft um rund zwanzig bis dreißig Prozent Personal aufstocken. In der Verwaltung hingegen setzen wir auf schlanke Strukturen und digitale Synergien. Der Fokus liegt klar auf der Kundenbetreuung.
Was er sich von der Politik wünscht, um die Rahmenbedingungen für die Branche zu verbessern …
Stabilität. Menschen müssen wieder Vertrauen fassen, dass sich Investitionen in Wohnraum lohnen. Unsicherheit bei Sanierungspflichten oder Förderungen schreckt ab. Auch die Finanzierung ist ein Problem: Wenn Banken keine Kredite vergeben, funktioniert der Markt nicht. Viele Projekte scheitern, weil Immobilien abgewertet werden und Unternehmen dadurch als illiquide gelten – obwohl es potenzielle Käufer*innen gäbe. Hier kann die Politik mit gezielten Maßnahmen gegensteuern.
… und was von den Marktbegleitern:
Ich wünsche unseren Marktbegleitern und Geschäftspartnern ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Jahr 2026! Der Wettbewerb ist hart, sollte aber dennoch partnerschaftlich und fair bleiben.




