Interview "Klare Worte"

„Es geht wieder aufwärts“

05.02.2026

Michael Härtel, der neue Geschäftsführer des Baumaschinenhändlers Zeppelin in Österreich, findet im Interview mit der Bauzeitung „Klare Worte“. Er spricht über einen erhöhten Auftragsbestand, seine Erwartungen für 2026 – und wie Zeppelin in Österreich langfristig wachsen will.

Michael Härtel über die Lage im Geschäft …
Wir sind zufrieden mit der Umsatzleistung in 2025. Wir lagen in etwa auf dem Niveau, das wir 2024 hatten. Wir haben ab Mitte des Jahres sogar eine leichte Marktbelebung gespürt. Das hat dazu geführt, dass wir Anfang dieses Jahres mit einem Auftragsstand gestartet sind, der doppelt so hoch war wie im Vorjahr.

Grundsätzlich optimistisch

… und was er sich vom laufenden Geschäftsjahr erwartet:
Wir sind für das Jahr 2026 grundsätzlich optimistisch. Die Prognosen gehen davon aus, dass nach drei Jahren der Rezession in der Baubranche erstmalig wieder Wachstum erkennbar sein wird. Wir glauben, dass sich der Tiefbau stabil entwickeln wird. Aber vor allem erwarten wir wieder Impulse aus dem Wohnungsbau. Der Wohnungsmangel ist eklatant, und wir spüren bei unseren Kunden, dass es in der Bautätigkeit wieder vorangeht.

Advertorial
Michael Härtel.Copyright: Zeppelin Österreich
Michael Härtel.
Copyright: Zeppelin Österreich

Welche strategischen Ziele sich Zeppelin in Österreich bis zum Jahr 2030 setzt:
Oberstes Ziel ist ganz klar profitables Wachstum für Zeppelin Österreich. Wir wollen erster Ansprechpartner der Baubranche sein und unser Potenzial ausschöpfen, damit unsere Kunden die Welt gestalten und mit Energie versorgen können. Wir vertreten ja auch die Sparte Power Systems, nicht nur Baumaschinen. Und wir investieren gezielt in langfristigen Erfolg – zuletzt etwa mit der Modernisierung unserer Niederlassung in Graz.

Über eine technische Innovation, die bald auf den Markt kommt …
… unser Partner Caterpillar ist Technologieführer. Das ist eine große Stärke: Wir können dadurch einen hohen Kundennutzen im digitalen Ökosystem anbieten – etwa durch die zunehmende Vernetzung der Maschinen mit der Baustelle. KI spielt dabei eine immer größere Rolle. Es gibt heute schon erste Baumaschinen, mit denen der Fahrer per Sprachbefehl kommunizieren kann. Die Maschine versteht Kommandos wie: „Stelle den Schwenkradius auf 30 Grad ein“ und setzt das um. Die erste Maschine mit dieser Sprachsteuerung kommt noch dieses Jahr auf den Markt. Ich habe diese Woche ein Produktvideo gesehen – sehr beeindruckend.

… und die laufende Erweiterung des Angebots:
Wir erweitern unser Portfolio kontinuierlich: Seit einigen Jahren führen wir Thwaites-Dumper, letztes Jahr kamen Faresin-Teleskopstapler dazu. Das sind Nischenbereiche, die wir bewusst außerhalb des Caterpillar-Portfolios bedienen.

Wie Zeppelin den Kundenservice ausbaut:
Wir haben einen neuen Service eingeführt – das Direct Shipment: Seit vergangenem Jahr können wir unsere Kunden direkt von unserem Zentrallager in Tschechien aus beliefern. Früher gingen Ersatzteile aus dem Zentrallager an unsere Niederlassungen und von dort aus zum Kunden. Das Direct Shipment spart Zeit und Wege und macht die Abläufe effizienter. Zudem arbeiten wir derzeit an einem weiteren Service – dem Maschinen-Quick-Check. Die Idee: Wenn unsere Monteur*innen für Servicearbeiten beim Kunden vor Ort sind, prüfen sie im Rahmen des Termins ohne Zusatzkosten weitere Maschinen auf möglichen präventiven Wartungsbedarf. Damit wollen wir helfen, Ausfälle zu vermeiden.

Was er sich von der Politik erwartet, um die Rahmenbedingungen für die Branche zu verbessern:
Wir wünschen uns mehr Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Bauinvestitionen sorgen für Konjunkturimpulse und steigende Staatseinnahmen – wenn auch zeitverzögert. Weitere wichtige Themen sind beschleunigte Genehmigungsverfahren und Bürokratieabbau. Statt dem aktuellen Investitionsfreibetrags, der nun auf 20 Prozent erhöht wurde, wären echte Investitionsprämien wünschenswert. Diese haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass Unternehmen wirklich in Vorleistung gegangen sind. Beim Freibetrag sehe ich das Problem, dass es oftmals nur zu Mitnahmeeffekten bei Ersatzinvestitionen kommt.

Über ein Thema, das ihm besonders wichtig ist:
Wir starten konzernweit eine Safety-Kampagne zur Arbeitssicherheit. Der Ursprung liegt übrigens bei unserem Partner Caterpillar, wo das Ziel „null Unfälle im Kalenderjahr“ seit Jahren gelebt wird. Für uns war das ein Ansporn, mitzuziehen. Letztlich profitieren alle – die Mitarbeitenden durch mehr Sicherheit und wir durch geringere Ausfallzeiten.