Frust über Bürokratie
Unsere aktuelle Umfrage zeigt: Die überbordende Bürokratie bleibt 2026 die größte Belastung für Handwerksbetriebe in ganz Österreich. Doch es gibt auch Optimismus: viele Firmen setzen auf Digitalisierung, neue Geschäftsfelder und ein baldiges Comeback des Wohnbaus.
„Weniger Einmischung des Staates, weniger Bürokratie, freie Entscheidungen durch Unternehmer!“ Was wie ein politisches Statement klingt, ist in Wahrheit die Stimme eines Installateurs aus dem offenen Antwort-Bereich unserer aktuellen Umfrage. Diese zeigt klar: Die administrative Überlastung ist für die heimischen Betriebe in Handwerk und Gewerbe das drängendste Thema des neuen Jahres. Rund 63 Prozent der befragten Unternehmer*innen nennen Bürokratie und gesetzliche Vorgaben als größte Herausforderung. Damit steht dieser Aspekt unangefochten an der Spitze der Problemfelder noch vor Konjunktur, Personalkosten oder Fachkräftemangel.

Mehr Aufwand, weniger Wirkung?
„Abbau von Bürokratie und Regelwahnsinn, endlich wirtschaftsförderliche Entscheidungen der Regierung“, fordert ein Teilnehmer. Der Unmut ist groß, nicht selten ist von Frust über politische Entscheidungen und ein wachsendes Gefühl der Bevormundung die Rede. Doch trotz aller Kritik blicken viele Betriebe nicht nur pessimistisch in die Zukunft, ganz im Gegenteil: Über 60 Prozent erwarten 2026 eine wirtschaftliche Erholung, mehr als ein Drittel rechnet mit Impulsen aus dem Wohnbau. Auch das Neugeschäft sowie Digitalisierung und KI werden zunehmend als Chancen gesehen.
Strategien für 2026
Wir wollten wissen: Was tun Betriebe konkret, um sich für 2026 zu rüsten? Die beliebtesten Strategien sind praxisnah: Kundenbindung, Weiterbildung und neue Geschäftsfelder stehen ganz oben. Knapp die Hälfte will den Service verbessern, rund 44 Prozent setzen auf Weiterbildungen im Team, vier von zehn Betrieben investieren gezielt in neue Angebote oder suchen aktiv Kooperationen. Gleichzeitig gibt es auch resignative Stimmen. „Abwarten und Kräfte sparen“ oder „Die Leute bauen einfach nichts…“ – diese Aussagen deuten darauf hin, dass manche Betriebe angesichts der Unsicherheiten in der Bauwirtschaft auf Sicht fahren.

Was sich ändern muss
Die Antworten auf die offene Frage „Was muss sich 2026 ändern?“ machen deutlich: Die größte Hoffnung liegt auf einem echten Kurswechsel in der Politik. Immer wieder genannt werden steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau und ein wirtschaftsfreundlicheres Klima. Besonders engagierte Stimmen fordern: „Attraktivierung der Handwerksbranche für Arbeitskräfte und Imagehebung“ oder „Zurücknahme unnötiger Gesetze und Vorschriften“. Dabei bleibt die Lehre für viele ein zentraler Zukunftsbaustein: „Nicht alle Personen in HTLs drängen, die Lehre soll die Zukunft sein. Wir brauchen Facharbeiter.“
Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen: Der Ruf nach Entlastung und Entbürokratisierung ist laut. Gleichzeitig ergreifen viele Betriebe selbst die Initiative. Kundenorientierung, Weiterbildung, Digitalisierung: das Handwerk bleibt anpassungsfähig, oder wie eine Stimme in der Umfrage festhält:
„Raus aus dem Jammertal und wieder proaktiv sein!“




