Energiesparmesse Wels

„Kein so schlechtes Jahr“

02.03.2026

Auf der Energiesparmesse Wels zeigten 410 Aussteller ihre Neuheiten. Die größte SHK-Messe des Landes bot einen Eindruck von der Stimmung in der Branche: Nach einem dürftigen Jahr 2025 hoffen alle auf Besserung in 2026.

60 Erstaussteller, die neue Messehalle 22 und fast 20 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher schon am ersten Tag: Robert Schneider, Geschäftsführer der Messe Wels, zeigte sich zufrieden mit der Energiesparmesse. Vom 25. Februar bis 1. März präsentierten 410 Aussteller in drei Hallen auf 37.000 Quadratmetern ihre Neuheiten. Vertreten waren viele prominente Namen der Branche – von A wie Artweger, über B wie Bosch und BWT, D wie Daikin, G wie Grohe und Geberit, H wie Hargassner und HL Hutterer & Lechner, J wie Judo, L wie Laufen und Livento, Ö wie Ökofen, K wie Ke Kelit, T wie Technische Alternative, S wie Schell Austria Armaturen und Stiebel Eltron, T wie Testo, V wie Vogel & Noot oder W wie Windhager.

Größte SHK-Messe des Landes

Die Veranstaltung ist die größte SHK-Messe des Landes und, so Schneider, „Österreichs einzige unabhängige Plattform, auf der alle relevanten Produkte und Neuheiten auf einmal entdeckt werden können“. Sie stehe „seit 40 Jahren als unabhängige Plattform für nachhaltige Energienutzung und innovative Lösungen in den Bereichen Wärme, Heizung, erneuerbare Energien, Hausbau, Smart Home, Elektromobilität und vieles mehr“.

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Positive Kommentare gibt es auch von vielen Ausstellern. „Ich bin sehr zufrieden mit der Messe und unserem Auftritt“, meint zum Beispiel Markus Steinbrecher, Geschäftsführer des oberösterreichischen Sanitärgroßhändler Holter, der die Messe als sein Heimspiel betrachtet und auf einem Stand 15 Partner-Unternehmen die Möglichkeit bot, sich zu präsentieren. Stark vertreten war ebenfalls der Verband der Installations-Zulieferindustrie (VIZ) mit einem eigenen Stand, auf dem 14 Mitgliedsbetriebe vorübergehende Unterschlupf gefunden hatten.

Sie alle hoffen, dass 2026 besser wird als 2025. „Die Stimmung in der Branche lässt sich wohl am besten mit einer Mischung aus angespannt und hoffnungsvoll“ bezeichnen, meint einer der Aussteller. „Es dürfte kein so schlechtes Jahr werden, auch wenn wir das Niveau der Corona-Jahre nicht erreichen“, sagt VIZ-Obmann Alexander Sollböck. Anton Berger, Bundesinnungsmeister der Heizungs-, Sanitär- und Lüftungstechniker, sieht noch viel Potenzial bei der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger: „Vor allem die öffentlichen Gebäude hinken extrem hinterher“.

Rückgang in 2025

Eine Verbesserung gegenüber 2025 scheint vor allem bei den Heizungsherstellern rechnerisch nicht allzu schwierig zu sein. Denn die Ausgangsbasis ist relativ niedrig. Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 92.000 Heizungen verkauft, das waren 13 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Zahl der verkauften Biomasseheizungen sank um 30 Prozent auf 21.000 Stück, die der Wärmepumpen um 22 Prozent auf 36.000. Gleichzeitig legten die fossilen Systeme um 13 Prozent auf 35.000 Stück zu – vor allem Gas im mehrgeschossigen Wohnbau. Es hat sich wieder einmal gezeigt: Die Nachfrage nach Biomasse und Wärmepumpen ist stark von Förderungen abhängig. Helmut Weinwurm, Vorsitzender der Österreichischen Kessellieferanten VÖK und Österreich-Chef von Bosch, fordert daher mehr Planbarkeit bei den Förderungen. Die Fördertöpfe müssten so ausgestattet werden, dass ihre Dotierung für ein Jahr ausreiche.

Das sieht auch Richard Freimüller so. „Österreichs Ziel von 1,3 Millionen Wärmepumpen bis 2040 ist ambitioniert, aber erreichbar“, meint der Präsident des Branchenverbands Wärmepumpe Austria.  „Wenn die notwendigen politischen, regulatorischen und technischen Voraussetzungen rasch geschaffen werden, damit die notwendigen 60.000 Wärmepumpen pro Jahr installiert werden können.“

Angesichts steigender Energiekosten und der Herausforderungen der Versorgungssicherheit in Österreich fordert die Vereinigung Österreichischer Kessel- und Heizungsindustrie (VÖK) eine umfassende Neuausrichtung der nationalen Heizungsstrategie. „Dezentrale Energiesysteme und angepasste, technologieoffene Heizlösungen sind der Schlüssel, um Haushalte und Betriebe widerstandsfähiger und kosteneffizienter aufzustellen“, so die VÖK.

Sie warnt gleichzeitig vor einer einseitigen Fokussierung auf einzelne Technologien, die den Sanierungsstau weiter verschärfen und notwendige Investitionen hemmen. „Die Energiewende gelingt nur, wenn wir technologieoffen agieren und alle effizienten Heizlösungen berücksichtigen“, meint Helmut Weinwurm, Österreich-Chef von Bosch und Präsident der VÖK. „Einseitige Vorgaben schaden der Versorgungssicherheit und machen die Energiewende für die Bürger unnötig teuer“, ergänzt VÖK-Geschäftsführerin Elisabeth Berger.

„Die Branche steht unter Volllast – aber nicht überall dort, wo wir es in den vergangenen Jahren gewohnt waren“, erklärt VIZ-Obmann Sollböck. „Unsere aktuellen Umfragen im Rahmen des Trendkongresses zeigen eine deutliche Verlagerung der Montagekapazitäten von der Heizung hin zum Sanitärbereich. Doch der Flaschenhals bleibe der Mangel an Fachkräften. Ein Beispiel aus Tirol zeige die Dimension des Problems: „Allein die 22 dort aktiven VIZ-Ingenieure melden über 70 offene Stellen, von denen aktuell nur rund ein Drittel besetzt werden kann – mehr qualifiziertes Personal ist am Markt derzeit nicht verfügbar“, Sollböck.

Abhilfe erhofft sich Innungsmeister Berger durch die neue Ausbildung der Installations- und Energietechnik. Sie soll in Kürze vorgestellt werden. „Die beiden getrennten Zweige Gas/Sanitär und Heizung werden vereint. Damit schaffen wir für die Zukunft eine ganzheitliche Ausbildung“, erklärt er. Das werde den Lehrberuf deutlich attraktiver machen. Berger deutlich: „Wir brauchen mehr Fachkräfte.“