Living in a Box

Bett, Tisch, Bank, Schrank und Fahrradabstellraum: Die„Wanderbox“ packt die Einrichtung einer kleinen Wohnung in ein kompaktes, transportables Möbel – und ist damit auch ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft.

12.03.2020
Wanderbox
Gudrun Haigermoser
© Wanderbox

Die Wanderbox bietet Platz für ein Bett, einen Schrank, einen Tisch, zwei Bänke - und sogar für ein Fahrrad.

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Stefan Prattes und Julia Cancola sind Architekt und Tischler sowie Bauingenieurin. Sie sind viel unterwegs, legen Wert auf Gestaltung und Qualität und möchten sich in einer neuen Umgebung schnell zuhause fühlen. Aus diesen Ansprüchen heraus entstand 2015 die erste „Wanderbox“.

Keine Scheu vor Veränderung

Für den gebürtigen Steirer, der sich neben dem Besuch der Ortweinschule in Graz durch Experimentieren in der Tischlerwerkstatt des Vaters „Wissen und Handwerk“ aneignete, war eine berufliche Auseinandersetzung mit Möbeln immer naheliegend. Mit dem Architekturstudium an der TU Graz ging er die Thematik „ganzheitlich an, denn Möbel gehören zur Architektur dazu“. Das erste längere Auslandspraktikum in Spanien 2015 war auch die Geburtsstunde der Wanderbox, die Prattes seitdem überallhin begleitet. „Ich bin kein Freund von Einwegmöbeln. So entstand aus der Notwendigkeit, eine Wohnung zu möblieren und meine persönlichen Gegenstände sicher von A nach B zu bringen, ein transportfähiges, langlebiges Möbel, das auch die Scheu vor Veränderung nimmt.“

Jede Menge Stauraum

Die positive Resonanz auf das erste, selbstgebaute Modell ermutigte ihn dazu, „das Ding weiterzudenken und das Konzept zu verfeinern“. Heute ist die Wanderbox 2.0 aus Buchenholz gefertigt, das ursprünglich 90 Zentimeter breite Bett auf 140 Zentimeter ausziehbar und mit einem Lattenrost ausgestattet. Zudem wurde der Stauraum optimiert, der Schrank mit einer Schiebetür ausgestattet und der Tisch um zwei Bänke erweitert.

Als Zielgruppen definiert der Wanderbox-Macher zum einen „junge, moderne Nomaden“, zum anderen „Designliebhaber jeden Alters, die das Spezielle schätzen“. Die Boxen werden in Kleinserien bzw. auf Anfrage gefertigt. Sie kann auch von einer einzelnen Person bewegt werden, eine textile, wiederverwendbare Transporthülle mit integrierten Rollen schützt beim Transport. In diesem Zusammenhang bietet Prattes die Möglichkeit an, die Wanderbox über ein internationales Logistikunternehmen weltweit preiswert und sicher zu verschicken.

Hohe Qualität in der Ausführung

„Ich möchte mit der Wanderbox ein generationenübergreifendes Möbel als Gegenpart zu der Wegwerfgesellschaft etablieren. Denn die hohe Qualität in der Ausführung macht Sinn, sie über Generationen zu erhalten“, beschreibt Stefan Prattes sein nachhaltiges Konzept, das zu einer bewussten Lebensphilosophie passt. www.wanderbox.eu

Tischler

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