Holzwerkstoffe: Alternativen zu Formaldehyd-Bindemitteln gesucht

Das Institut für Holztechnologie in Dresden hat ein Forschungsprojekt gestartet, in dem Klebstoffe auf Proteinbasis als Bindemittel in Holzwerkstoffen getestet werden sollen.

16.12.2019
IHD
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Am IHD in Dresden forscht man an formaldehydfreien Bindemitteln für Holzwerkstoffe.

Unter der Kurzbezeichnung „Prot_HWS“ starteten im November 2019 im Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) die Arbeiten an einem neuen Forschungsprojekt zum Thema „Entwicklung formaldehydfreier Reaktivklebstoffe auf Proteinbasis für Partikelverklebungen“.

Bereits in den 1990er-Jahren wurden im Institut für Holztechnologie (IHD) in Dresden Holzwerkstoffe mit alleiniger Proteinbindung hergestellt. Allerdings mussten die vorrangig eingesetzten Weizenproteine stark verdünnt werden, um durch Sprühen aufgebracht werden zu können. Die daraus resultierenden niedrigen Feststoffgehalte führten u. a. zu langen Presszeiten, um die Feuchte aus dem Vlies zu entfernen. Das war einer der Gründe dafür, dass eine alleinige Proteinbindung für die Holzwerkstoffindustrie bisher nicht in Frage kam.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Transferpartnern (Stärkehersteller, Holzwerkstoffhersteller) will man im neuen Forschungsprojekt weitere proteinhaltige Substanzen (v. a. Soja, Raps, Mais, etc.) identifizieren und auf ihre Eignung als Holzwerkstoff-Bindemittel hin testen. Die Evaluierung von Applikationstechniken zur Zugabe der neuen Bindemittel und von Fertigungstechnologien für Holzwerkstoffe mit Proteinbasierten Bindemitteln wird dabei einen Arbeitsschwerpunkt darstellen. Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes liegt in der Entwicklung von Bindemittelrezepturen mit sogenannten Vernetzern, die eine Verbesserung der physikalisch-mechanischen Platteneigenschaften in Aussicht stellen. www.ihd-dresden.de

 

Tischler

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