proHolz Oberösterreich

Ökologischer Tausendsassa Holz

Nachhaltiges Bauen
29.07.2021

Von: Redaktion Handwerk + Bau

Der Gebäude- und Bausektor ist für 40 Prozent der totalen CO2–Emissionen verantwortlich. Die Verwendung von Holz, so es zu keiner Ausbeutung kommt, würde helfen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Außerdem ist Holz ein Hightech-Baumaterial, das mit vielen Baustoffen bestens kombiniert werden kann.

Holz schont Ressourcen, speichert enorme CO2-Mengen und schützt das Klima.

Der diesjährige "Earth Overshoot Day", jener Tag an dem die natürlichen Ressourcen aufgebraucht sind, die unsere Erde im gesamten Jahr regenerieren kann, ist der 29. Juli 2021. Die alarmierende Meldung dahinter: Die Menschheit verbraucht 74 Prozent mehr, als die Ökosysteme des Planeten regenerieren können oder, anders gesagt, wir bräuchten 1,7 Erden. In Österreich sieht die Sache keineswegs besser aus, ganz im Gegenteil. Für unsere Lebensweise  würde die Welt sogar die Ressourcen von 3,5 Erden brauchen.

Nachhaltigkeit ist und bleibt daher das Gebot der Stunde. In der heimischen Forstwirtschaft ist sie schon lange gelebte Realität. „Nachhaltigkeit ist eine Erfindung der Holzwirtschaft. In der Forstwirtschaft gilt: Nur so viel Holz entnehmen wie nachwächst“, betont Georg Starhemberg, Obmann von proHolz Oberösterreich. So wird in Oberösterreich nur ein Teil des jährlichen Holzzuwachses genutzt. 30 Mio. Kubikmeter Holz wachsen jährlich in den heimischen Wäldern nach, aber nur rund 26 Mio. Kubikmeter werden geerntet. Der Rest verbleibt im Wald und vergrößert stetig den Holzvorrat. „Somit wächst die Waldfläche Österreichs jedes Jahr um 4700 Fußballfelder“, hebt Markus Hofer, Geschäftsführer von proHolz OÖ, hervor.

Holz hilft beim Erreichen der Klimaschutzziele

Vor dem Hintergrund, dass sich Österreich das Ziel gesetzt hat bis 2040 klimaneutral zu sein und die EU die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 senken will, ist Holz bzw. die Forstwirtschaft von besonderer Bedeutung. Vor allem im Gebäude- und Bausektor, der für 40 Prozent der totalen direkten und indirekten CO –Emissionen verantwortlich ist: „Die Verwendung von Holz, besonders für langlebige Zwecke wie im Baubereich, kann einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten“, erklärt Starhemberg. Denn: Jede Sekunde entsteht ein Kubikmeter Holz, alle 40 Sekunden das Holz für ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Ein Drittel des jährlich nachwachsenden Holzes würde bereits genügen, um alle Gebäude, die jährlich in Österreich errichtet werden, in Holz zu bauen.

Beim Wachsen entziehen Bäume der Luft das Treibhausgas CO und speichern es im Holz. Produkte und insbesondere Häuser aus Holz verlängern diesen Speicherungsprozess. Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet 1 Tonne CO2 langfristig und kann leicht gegen CO2-intensive Baustoffe wie Ziegel, Beton oder Stahl ausgetauscht oder mit ihnen kombiniert werden.  40 Kubikmeter Holz für ein Einfamilienhaus spart und bindet somit etwa 80 Tonnen CO2. Dieselbe Menge emittiert ein neues Auto auf 700.000 km. „Man kann dem langjährigen Leiter des Potsdam Instituts für Klimaforschung und Mitglied des Weltklimarates, Hans Joachim Schellnhuber, nur beipflichten, wenn er beim Dialog Holzbau 2020 gemeint hat, dass es sogar besser sein könnte, ein neues Haus aus Holz zu bauen, als ein bestehendes Haus zu sanieren und weiter zu nutzen“ , so Starhemberg.

Mehr Nachhaltigkeit durch mehr Bauen mit Holz

Aber auch bezüglich Abfall kann Holz überzeugen. "Entlang der Wertschöpfungskette Holz entsteht kein Abfall“, weist Hofer auf diesen Aspekt hin. „Denn Neben- und Koppelprodukte sind wertvolle Ausgangsmaterialien, beispielsweise werden aus Holzspänen Spanplatten, aus Rinde Rindenmulch.“ Dazu kommt, dass der Rohstoff Holz mehrere Nutzungszyklen durchlaufen kann, bevor er energetisch verwertet wird (kaskadischen Nutzung). Vollholz kann etwa nach langer Nutzungsdauer in einem Gebäude in der Möbelproduktion (Spanplatte) weiterverwendet werden. Erst am Ende der Nutzungsdauer, bei der Verbrennung wird dann dieselbe Menge CO frei, die der Baum beim Wachsen gespeichert hat."

Neue Dimensionen und außergewöhnliche Einsatzmöglichkeiten eröffnen sich beim Bauen auch durch die Kombination mit Baustoffen wie Beton, Glas oder Stahl. Vor allem großvolumige Holzgebäude oder mehrgeschossige Wohnbauten sind häufig solche Holz-Hybrid-Bauten. Viele Holz-Hochhäuser haben auch aus statischen Überlegungen Stiegenhäuser und Liftschächte aus Stahlbeton. Erschließungskerne und Fluchtwege aus Holz wären zwar technisch möglich, es gibt aber nach wie vor baurechtliche Hürden und hohe Brandschutzauflagen. Doch der Trend ist mittlerweile weltweit ein Thema. Internationale Großprojekte, von Flughafenhallen bis Stadien, zeigen die Möglichkeiten einer Hightech-Bauweise mit Holz. Holz ist damit nicht nur eines der ältesten Baumaterialien der Menschheit, sondern gleichzeitig einer der modernsten Baustoffe. „Holz ist ein moderner Baustoff, der neben etlichen ökonomischen auch die ökologischen Vorzüge der Wiederverwendbarkeit, der Nachhaltigkeit, der Ressourcenschonung, der Klimaneutralität und der langfristigen CO -Speicherung in sich vereint“, bekräftigt Starhemberg abschließend. (ar)

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