Aus KNV wird Nibe
Der schwedische Wärmepumpenersteller Nibe gibt in Österreich Gas: Die Tochter KNV übernimmt den Namen der Mutter und will in den kommenden Jahren deutlich am Markt zulegen. Dabei sollen neue Ansätze im Vertrieb und neue Produkte helfen.
„Mit Nibe als Marke bündeln wir die Expertise und Innovationskraft der gesamten Gruppe und können unsere Kunden noch besser unterstützen.“ So begründet Vertriebs- und Marketingleiter Gerald Nußbaumer das laufende Rebranding von KNV: Der oberösterreichische Wärmepumpenhersteller tritt in Zukunft unter der Marke des schwedischen Mutterkonzerns Nibe auf.
Auf Augenhöhe mitspielen
Nibe ist einer der größten Wärmepumpenhersteller in Europa. Und als solcher möchte der Konzern nun auch wahrgenommen werden. Daher werden bestehende regionale Marken nun in die Dachmarke überführt. „Wir wollen als Nibe bis 2030 eine Markenbekanntheit von 25 Prozent beim Endkunden erreichen“, formuliert Nußbaumer das Ziel. „Damit wollen wir auf Augenhöhe mit jenen großen Mitspielern agieren, die aus dem fossilen Heizungsbereich kommen und dort historisch gewachsene Markenstärke mitbringen.“
Der neue Markenauftritt ist der Startschuss für eine Marktoffensive. Die Schweden haben in Österreich einiges vor und wollen deutlich wachsen. Einer der Schwerpunkte liegt dabei auch auf dem Projektgeschäft. KNV war bislang vor allem im Ein- und Zweifamilienhausbereich positioniert. Künftig sollen verstärkt Ausschreibungen im großvolumigen Wohnbau und in gewerblichen Projekten adressiert werden. Damit richtet sich Nibe auch verstärkt an Planer*innen, Architekt*innen und Bauträger.
Parallel dazu wird der Vertrieb ausgebaut. Man arbeitet laut Nußbaumer unverändert „zweistufig über die Installateure“, will diese aber noch intensiver unterstützen. Zudem komme „eine stärkere Markenbekanntheit beim Endkunden auch dem Handwerk zugute, da bekannte Markenprodukte im Verkaufsgespräch zusätzliche Argumente liefern“. Im Herbst sei das Rebranding den Partnerbetrieben vorgestellt worden. Die Rückmeldungen seien überwiegend positiv gewesen.
Die neuen Ansätze in Marketing und Vertrieb werden durch Produktinnovationen: Dazu gehört ein Produkt, das in Skandinavien weitverbreitet ist, hierzulande aber bislang noch keine Rolle spielt: Nibe bringt in Österreich als erster Anbieter eine reversible Abluftwärmepumpe auf den Markt. „Technisch handelt es sich dabei um eine Kombination aus Wärmepumpe und kontrollierter Wohnraumlüftung. Als Wärmequelle dient die verbrauchte Raumluft, welcher auf dem Weg nach außen Energie entzogen wird. Ein Außengerät ist nicht erforderlich“, erläutert Nußbaumer.
Das kompakte Gerät benötigt rund 60 mal 60 Zentimeter Stellfläche und integriert Heizen, Kühlen, Lüften sowie die Warmwasserbereitung samt Speicher in einer Einheit. Gedacht ist das System für den Neubau im Bereich Fertighäuser, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für die Sanierung im Bereich des Bestandswohnbau von einzelnen Wohnungen mit dezentralen fossilen Energieträgern. Preislich liegt die Abluftwärmepumpe laut Nibe deutlich unter einer Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe mit separater Wohnraumlüftung.
Weitere Produktneuheiten sollen helfen, die Wachstumszeile zu erreichen: Nibe stellt das gesamte Sole-Sortiment auf natürliche Kältemittel um und ergänzt das Portfolio durch neue Luft-Wasser-Geräte für Neubau und Sanierung sowie kompakte Mini Sole-Wasser-Wärmepumpen als Ersatz für Gasthermen im Wohnungsbau. Auch Hybridsysteme für das Projektgeschäft sind Teil der Strategie. Nußbaumer: „Ein großer europäischer Hersteller ist lange mit Understatement aufgetreten. Jetzt wollen wir der Marke jene Strahlkraft geben, die ihrer Größe entspricht – im Branding, in der Produktstrategie und im Vertrieb.“




