Frischer Wind – frische Farben

Helmut Peschke ist der neue Verkaufsleiter bei Sefra. Im Gespräch mit color hat der gelernte Maler und Anstreicher erzählt, warum er sich in dem Familienunternehmen zuhause fühlt.

08.02.2018
Sefra
Diana Danbauer
© Sefra

Helmut Peschke, Verkaufsleiter bei Sefra.

Helmut Peschkes Herz schlägt für Farbe, wie er selber sagt. Als Einzelkind in einer Gastronomen-Familie aufgewachsen, hat er sich schon früh für das Handwerk interessiert und ist zielstrebig seinen eigenen Weg gegangen. Nach seiner Ausbildung zum Maler und Anstreicher hat Peschke auch Erfahrungen im kaufmännischen Bereich gesammelt. Nach Stationen bei Durlin und Stransky, Inku, Böhm-Stoffe und Meffert ist er nun bei Sefra angekommen und sichtlich glücklich über diesen Schritt.

Wie gefällt Ihnen Ihre neue Aufgabe als Verkaufsleiter bei Sefra?

Ich wollte damals unbedingt ins Handwerk und habe mich für die Lehre als Maler und Anstreicher entschieden, weil mir der Umgang mit Farbe immer wichtig war. Ich habe schon früh leidenschaftlich gerne gezeichnet und gemalt. Nach einigen Jahren ist für mich der Reiz der Verarbeitung ein wenig abgeflaut, und ich wollte mich verändern, weiterentwickeln und in den Vertrieb wechseln. Begonnen habe ich dann als Assistent der Geschäftsführung in der Papierbranche, danach habe ich als Außendienstmitarbeiter zu Durlin und Stransky gewechselt und einige Jahre später die Geschäftsführung der Firma Stransky übernommen. Weitere Erfahrungen konnte ich als Prokurist und Verkaufsleiter bei Inku, als Geschäftsführer der Firma Böhm-Stoffe sowie als Verkaufsleiter der Firma Meffert sammeln. In den letzten sechs Jahren habe ich die Firma Sefra betreut und hatte daher Gelegenheit, das Unternehmen näher kennenzulernen. Als mich Christian Seidler im Herbst 2017 einlud, die Vertriebsleitung bei Sefra zu übernehmen, habe ich keinen Moment gezögert. Für mich schließt sich hier der Kreis, weil ich schon immer mit Sefra-Materialien gearbeitet habe und von deren Qualität überzeugt bin.

Woher kommt diese Leidenschaft für Farbe?

Ich weiß es nicht. Niemand in meinem familiären Umfeld hat mit Farbe oder dem Malerhandwerk zu tun. Das habe nur ich mir damals schon stur eingebildet. Früher habe ich auch gerne Bleistiftzeichnungen gemacht oder mit Kohle, aber auch Öl bzw. Acryl auf Leinwand gemalt. Mittlerweile fehlt mir dafür allerdings die Zeit und meine Interessen haben sich verändert.

Womit verbringen Sie jetzt Ihre Freizeit?

Zurzeit ist Golf meine große Leidenschaft. Sport war in meinem Leben immer sehr dominant, von Radfahren, Bergsteigen, Laufen und Schwimmen bis zu Tennis habe ich eigentlich alles gemacht. Höher, schneller, weiter, war immer mein Credo. Golf ist eine etwas andere Art von Ausdauersport, die mich auch dabei unterstützt hat, mental zu reifen. Es geht dabei um Ruhe und Präzision, die ich mir auch beruflich zunutze mache.

Wie hat sich das seit Herbst in Ihrer neuen Aufgabe bei Sefra ausgewirkt?

Seit meinem Start bei Sefra haben wir einige Dinge verändert. Viele Mitarbeiter haben mehr Eigenverantwortung und Entscheidungskompetenz übertragen bekommen. Dadurch haben sich manche Knoten oder Blockaden im Unternehmen gelöst. Wir konnten sowohl die Verfügbarkeit als auch die Lieferfähigkeit unserer Waren durch eine Neubesetzung im Einkauf signifikant steigern. Von großem Vorteil ist in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit Christian Seidler. Er ist ein Teamplayer und an der Front spürbar. Der Familienbetrieb wird bei Sefra tatsächlich gelebt, und das ist im gesamten Unternehmen zu spüren.

Im vergangenen Jahr haben wir zudem eine neue Telefonanlage bekommen, sämtliche Außendienstmitarbeiter wurden mit iPads und Smartphones ausgestattet.

Ein besonderes Highlight ist die Verbesserung unseres Tönservices. Wir können nun mit höchster Farbtongenauigkeit unsere Produkte abtönen und eine dadurch wesentlich breitere Farbtonpalette anbieten als bisher.

Was planen Sie in nächster Zukunft?

Wir werden in den nächsten Jahren verstärkt in unsere Produktion, in Forschung und Entwicklung investieren. Wir werden gezielt mehr Produkte selber herstellen und unsere Eigenmarke weiter ausbauen. Darüber hinaus soll der Vertrieb verstärkt und unsere Filialen modernisiert werden.

Ziel ist es, die Effizienz unserer Mitarbeiter zu steigern, um eine noch bessere Kunden- und Marktbetreuung bieten zu können.

Unser Anspruch ist es, Regionalität, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu fördern und uns in diesem Zusammenhang stetig zu verbessern. Ich möchte Sefra in die nächste Generation begleiten.

Der Markt verändert sich zunehmend. Die Gewerke werden immer weiter zusammenwachsen, nicht zuletzt aufgrund des Fachkräftemangels. Wir suchen Lehrlinge, aber finden keine. Als Großhändler müssen wir auf diese Marktveränderungen reagieren. Wir müssen uns vorbereiten, Kooperationen in alle Richtungen suchen, um auch Sortimente anbieten zu können, die wir als Farbengroßhändler bisher nicht vertreiben.

Wir werden künftig flexiblere Abholmöglichkeiten andenken müssen, da wir mit den klassischen Geschäftszeiten alleine den Markt nicht mehr ausreichend bedienen können.

Wie gehen Sie mit der zunehmenden Digitalisierung um?

Auch in diesen Bereich werden wir weiter investieren, darin liegt die Zukunft. Wie gesagt sind unsere Mitarbeiter mit iPads und Smartphones ausgestattet, um schneller und kompetenter beim Kunden auftreten zu können.

Wir sind auf den sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram und vernetzen uns dort mit Kunden und Interessenten. Auch unser Onlinehandel wird weiter ausgebaut. Der Markt verlangt es, dass wir in den nächsten Jahren die sozialen Medien und das Internet noch viel stärker für uns nutzen.

In Zeiten des Fachkräftemangels werden qualifizierte Mitarbeiter eine immer wertvollere Ressource. Wie versucht Sefra, seine kompetenten Mitarbeiter zu halten?

Sefra ist ein familiengeführtes Unternehmen in der vierten Generation. Jeder einzelne Vertriebsmitarbeiter ist hoch motiviert und agiert als eigenes Profitcenter. Sämtliche Mitarbeiter sind hoch qualifiziert, verfügen über fundiertes Wissen und eine unglaubliche Erfahrung. Um unseren Mitarbeitern die Sicherheit im Umgang mit den Materialien zu geben, legen wir sehr viel Wert darauf, dass jeder bestens geschult wird. Werksbesuche stehen bei uns an der Tagesordnung, um die Kollegen dafür zu sensibilisieren, wie Materialien produziert werden und welcher Aufwand dahintersteckt.

Wichtig ist uns nicht nur, dass unsere Mitarbeiter qualifiziert und gut ausgebildet sind, wir legen auch Wert auf soziale Verantwortung. Bei uns ist die Geschäftsleitung greifbar. Es geht darum, die Menschen zu verstehen und dass unsere Mitarbeiter wissen, dass der Chef da ist. Es ist ein Geben und Nehmen und dazu gehört der persönliche Einsatz jedes Einzelnen. Seit 132 Jahren ist Sefra ein Familienbetrieb, ein österreichisches Traditionsunternehmen mit Handschlagqualität. Dieser Erfolg ist kein Zufall.

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