Besser Atmen im Büro
Eine aktuelle Studie des Vereins Zuluft zeigt: Für 88 Prozent der Österreicher*innen ist gute Luft ein zentraler Faktor am Arbeitsplatz. Der Verein fordert, dass gesunde Raumluft in Büros gesetzlich verankert wird – und verweist dabei auf Skandinavien.
„Jeder Atemzug ist für Körper, Geist und Seele Medizin – jedoch, nur wenn die Luft stimmt, also wenn die Luft gesund und frisch ist. Gute Raumluft bedeutet ein Mehr an Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Doch diese gesunde Luft wird in Innenräumen oftmals vernachlässigt“. Samantha Stangl, Geschäftsführerin von Wolf Klima- und Heiztechnik, hat eine klare Meinung zum Wert frischer Luft.
Gutes Klima im Büro
Stangl ist Vorstandsmitglied des Vereins Zukunft Luft Austria (Zuluft). Der Verein besteht aus 30 österreichischen Unternehmen und unabhängigen Sachverständigen aus der Branche und setzt sich für eine gesunde Raumluft ein. Frische Luft, so die Zuluft-Vertreter, „steigert die Sauerstoffsättigung im Blut, stärkt das Immunsystem, verbessert die mentale Gesundheit, fördert erholsamen Schlaf, und schafft ein gutes Raumklima – im Büro, in der Schule, im Kindergarten oder zu Hause“.
„Gute und gesunde Luft ist kein Nice to have oder Luxus, sondern ein Grundbedürfnis für alle Menschen. Gesunde Raumluft können wir einfacher umsetzen, als die Folgeschäden im Sozialsystem zu behandeln“, unterstreicht Wolfgang Hucek, Geschäftsführung von Trerox Austria + CEE und Vorstandsvorsitzender von Zuluft.
Die Mitglieder des Vereins sind hier einer Meinung. Sie wollten nun wissen, was die Österreicher*innen über das Thema Raumluft denken – genauer: über das Thema Luft im Büro. Sie haben beim Marktforscher Imas eine Umfrage dazu in Auftrag gegeben. Exakt 1.008 Personen wurden in persönlichen Interviews ausführlich befragt.
Die Studie zeigt: Der Verein hat die Bevölkerung auf seiner Seite. 88 Prozent der Befragten empfinden gute Luft als sehr wichtig und wichtig. Leistungssteigerung, Motivation und Wohlbefinden werden direkt mit einer guten Luftqualität in Verbindung gebracht. „Gesunde Luft in Büros wird laut unserer Aufzeichnungen als wichtigster Faktor für die Arbeitszufriedenheit angesehen – gute und frische Luft ist damit ein wahres Wundermittel“, meint Paul Eiselsberg, Senior Research Director bei Imas. „Die Daten zeigen klar, wo die Luft stimmt, steigt die Produktivität und die Zufriedenheit. Die Menschen fühlen sich schlichtweg besser.“
Mehr Leistung bei guter Luft
Gute Luftqualität, so die Studie, hat großen Einfluss auf die berufliche Tätigkeit: Jeweils rund drei Fünftel sehen einen starken Einfluss von guter Luftqualität auf die Steigerung der Leistungsfähigkeit, auf die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, auf die Verringerung der Müdigkeit und auf die Steigerung des Wohlbefindens. Das Fazit jener Erwerbstätigen, die in Innenräumen arbeiten: Zum Arbeiten braucht es frische Luft, um Leistung zu erbringen.
Mit ihren aktuellen Arbeitsplätzen ist die Hälfte dieser befragten Gruppe insgesamt sehr zufrieden. 50 Prozent empfinden die Frischluft im Sommer und 47 Prozent die Frischluft im Winter als sehr zufriedenstellend. Personen, deren Arbeitsstätte mit einem Lüftungsgerät ausgestattet ist sowie Personen, die in einem Gebäude arbeiten, das jünger als elf Jahre ist, sind zudem zufriedener. „Je neuer ein Gebäude ist, desto zufriedener sind die Befragten mit der Raumluft“, so Eiselsberg. „Zusammengefasst zeigt diese brandneue Umfrage, dass gesunde und frische Luft für Erwerbstätige in Büros und Co. ein wahres Aufputschmittel ist. Um diese gesunde Luft flächendeckend in allen Büros nachhaltig zu gewährleisten, haben wir jedoch noch Luft nach oben.“
Der Verein Zuluft sieht diese Ergebnisse als Auftrag. Seiner Meinung nach braucht es politische Maßnahmen, um gesunde Raumluft in Büros gesetzlich zu verankern. Wie man das macht, machen die Skandinavier vor. „Österreich hinkt beim Thema gesunde Raumluft hinterher – in der Bevölkerung ist dies angekommen, jedoch in der Umsetzung noch eher weniger. Dabei ist gesunde Raumluft keine Frage des Komforts, sondern einer nachhaltigen Gesundheit – und sie muss endlich gesetzlich verankert werden“, meint Vorstandsmitglied Stangl.
Der Verein richtet daher einen dringenden Appell an die Politik, um gesunde Raumluft gesetzlich besser zu verankern. Der Appell richtet sich aber auch an Unternehmern, Schulen und Kindergärten – sie alle müssten, so der Verein, mehr Verantwortung übernehmen. Stangl und Hucek verweisen darauf, dass schlechte Luft sich auch in körperlichen Erkrankungen äußern können, wie zum Beispiel in dem von der Weltgesundheitsorganisation bereits 1983 festgestellten Sick Building Syndrom. „Was im hohen Norden längst Realität ist, muss auch bei uns selbstverständlich werden“, meint Hucek und ergänzt: „Hier gibt es klare gesetzliche Grenzwerte und Standards für die sogenannte Indoor Air Quality. Österreich braucht hier dringend ein Umdenken zum Schutz von Mitarbeitenden, Kindern und Lehrenden.“
Zuluft Austria hat einige konkrete Forderungen an die Politik:
- Eine gesetzliche Verankerung der Raumluftqualität für öffentliche und private Gebäude
- Eine darin enthaltende Verankerung der Parameter CO₂, Temperatur, Luftfeuchte, Luftwechselrate, Feinstaub, Pollen, sowie Schallemissionen
- Eine verpflichtende Messung und regelmäßige Kontrolle dieser Parameter
- Ausweitung der Förderungen für moderne Lüftungs- und Klimasysteme mit Wärmerückgewinnungssystemen
Die beiden Vorstandsmitglieder: „Wir schützen unser Trinkwasser und kontrollieren unsere Lebensmittel. Warum dann nicht auch die Luft, die wir atmen?“
Der Verein Zuluft
Zuluft Austria ist eine Branchenvertretung von 30 Unternehmen und Sachverständigen aus der österreichischen Lüftungs- und Klimatechnik. Zuluft setzt sich für den Ausbau moderner Lüftungs- und Klimatechnik in Gebäuden ein. Das erklärte Ziel: „Gesunde Raumluft als gesetzlich verankertes Grundrecht – zum Schutz der Menschen, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduktion von CO₂-Emissionen in Gebäuden.“ Mehr Informationen unter www.zuluft.at.




