Chromtrioxid

Zulassung - was nun?

Die Zulassung für die ersten Upstream-Autorisierungen von Chromtrioxid ist da. Was das für Autorisierungshalter und Beschichtungsunternehmen bedeutet, lesen Sie hier.

15.02.2021
Oberflächentechnik
Redaktion Metall
15.02.2021

Seit vielen Jahren kämpft die galvanotechnische Industrie mittlerweile für die Autorisierung von Chromtrioxid. Einige Einzelautorisierungen wurden bereits erteilt, jedoch wartet die große Masse der Betriebe seit Jahren auf ein positives Signal aus Brüssel. Im Dezember letzten Jahres war es dann für die ersten Konsortien so weit: Die Zulassung für die ersten Upstream-Autorisierungen wurde erteilt.

Was bedeutet das für den Autorisierungshalter?

Die Autorisierungshalter müssen innerhalb von drei Monaten den Beschichtungsunternehmen ein erweitertes Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung stellen, welches u.a. Basis für den Antrag „Notification“ bei der ECHA ist.

Was bedeutet das für die Beschichtungsunternehmen?

Für Beschichtungsunternehmen beginnt mit der Zulassung eine neue Zeit. Diese können sich durch die „Notification“ bei der ECHA auf eine oder mehrere Zulassungen beziehen. Hierzu ist jedoch zu beachten, dass auch die Bedingungen der Zulassung eingehalten werden. „Compliance“ ist das Gebot der Stunde. Diese gilt vor allem für die Messwerte von Exposition und Emission, die für zahlreiche Arbeitsbereiche (Working Contributing Scenarios) übermittelt werden müssen. Dabei hat sich die jährliche Frequenz auch bei anderen zuvor erteilten Autorisierungen als Standard erwiesen. Das heißt in der Praxis, dass ein hoher Messaufwand auf die Unternehmen zukommt.

 

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Verwendung von „repräsentativen“ Messungen empfohlen

Doch wie werden die Messdaten übermittelt? Und wer hilft, wenn wenn es mal nicht passt? Hier zeigen sich die Vorteile des gesamtheitlichen Konzepts von Vecco und Hapoc. „Die Autorisierung zu unserem Upstream Antrag liegt im Moment zwar noch nicht vor, weil der Substitutionsplan ausgewertet werden muss. Aufgrund der Vielzahl von Daten, die uns von den Mitgliedern vorliegen, sieht die Empfehlung bei Hapoc jedoch die Verwendung von „repräsentativen“ Messungen vor", sagt Vecco Vorstand Christian Herzog. Die Daten werden dann in einer Datenbank gesammelt und es wird ein automatischer Compliance-Check durchgeführt. Ein System, das auch für die im Rahmen des REACh-EN-Force Programms zu erwartenden Inspektionen sehr hilfreich sein kann. Mittlerweile wurden bereits über 400 historische Daten für verschiedene Arbeitsszenarien hinterlegt. „Mit der Datenbank wollen wir den Betrieben das Leben vereinfachen", so Herzog. Und Uwe König, Entwickler der Datenbank fügt hinzu: „Smarte IT-Lösungen bieten hier heute eine Vielzahl an Möglichkeiten und das wollen wir noch weiter ausbauen.“

Was kommt nach der erwarteten Zulassung im Sommer 2021?

„Unser Weg geht weiter. Wir haben schon immer gesagt, dass es für uns in jedem Fall eine Re-Autorisierung gibt", sagt Herzog. Eintrittsgebühren für die Reviewperiode erhebe man zwar nicht, „aber auch unsere Arbeit, wie etwa dir Erhaltung der Datenbank oder des patentierten Formulators (ein Transportbehälter, die die Formulierung ganz ohne Exposition im Unternehmen zulässt) muss finanziert werden. Dies steht allen Vecco-Mitgliedern zur Verfügung."

(tk)

Bereits im Dezember 2020 hat Christian Herzog im METALL-Interview über die Ziele des Vecco und die Herausforderungen rund um die EU-Chemikalienverordnung und die Verwendung von Chromtrioxid gesprochen.
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