Berufsweltmeisterschaft

WorldSkills 2022: 7 Wettbewerbe in Salzburg

Berufsweltmeisterschaft
01.06.2022

Von: Redaktion Handwerk + Bau
Aktualisiert am 19.07.2022
Die 46. WorldSkills finden aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie geplant in Shanghai statt. Daher wird die Berufsweltmeisterschaft erstmals in mehreren Ländern ausgetragen, auch in Österreich. Sieben Wettbewerbe der WorldSkills 2022 werden von 23. – 27. November 2022 im Messezentrum in Salzburg über die Bühne gehen.

Die für den 12. – 17. Oktober 2022 geplanten 46. WorlsSkills-Wettbewerbe, die schon von 2021 auf 2022 verschoben wurden, werden nicht in Shanghai stattfinden. Bei der Abstimmung Ende Mai zwischen WorlsSkills International (WSI), den über 80 WorldSkills Mitgliedsländern, dem WorlsSkills Shanghai 2022 Executive Bureau und WorldSkills China hat man entschieden die Berufsweltmeisterschaften in Shanghai abzusagen. Die laufenden Pandemiepräventionen und Kontrollbeschränkungen in China machen eine Ausrichtung der Veranstaltung dieses Jahr unmöglich.

Seit 28. Juni 2022 steht der Alternativ-Plan. Die Mitgliedsländer von Veranstalter WorldSkills International einigten sich darauf, die Bewerbe auf 15 Austragungsländer verteilt auszutragen. Neben Österreich werden das Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Schweden, Schweiz, Südkorea, die USA und das Vereinigte Königreich sein.

Sieben WorldSkills-Bewerbe in Österreich

Damit hat das Zittern und Bangen der Jungprofis ein Ende, auch für die 46 Mitglieder des rot-weiß-roten Teams. Durch die Alternativ-Lösung ist sichergestellt, dass sich das monatelange, intensive Training ausgezahlt hat und die österreichischen Kandidat*innen ihr Können mit mehr als 1.000 Kolleg*innen aus 57 Ländern unter Beweis stellen können. 

Zweiter erfreulicher Effekt: Sieben Wettbewerbe der WorldSkills 2022 werden von 23. – 27. November 2022 im Messezentrum in Salzburg ausgetragen. Konkret sind das die Wettkämpfe in den Berufen Betonbau, Hochbau, Elektrotechnik, Anlagenelektrik, Speditionslogistik, Chemie-Labortechnik und Schwerfahrzeugtechnik.

WorldSkills global wie nie zuvor

Für acht heimische Jungprofis werden die WorldSkills-Bewerbe daher ein Heimspiel. Alle anderen Teilnehmer*innen aus Österreich werden im Oktober und November in unterschiedliche Länder ausschwärmen. Für ihre Bewerbe geht es nach Deutschland, in die Schweiz, nach Südkorea, Japan, Luxemburg, in die USA, nach Frankreich, Finnland, Estland und Italien.

Eine kurze Anreise nach Salzburg haben unter anderem Maurer Kilian Lupinski, die beiden Betonbauer Jonas Schulner und Oliver Waily, Anlagenelektriker Philipp Bruckner und Elektrotechniker Christoph Rumpler. Einen etwas längeren Weg bei der Anreise haben schon die Tischler, denen die Schweiz als Austragungsland zugeteilt wurde. So heißt es für  Möbeltischler Udo Gnadenberger und Bautischler Wolfgang Ramminger vom 11. - 15. Oktober "auf nach Basel". Fliesenleger Alexander Gfellner und Maler Christoph Pessl kämpfen von 3. - 6. November in Bozen (Südtirol) um eine Medaille, Schweißer Daniel Schinagl und Metallbauer Thomas Pöllabauer stellen von 17. - 20. Oktober in Cleveland (USA) ihr Können unter Beweis und Stuckateur Matthias Haider wird sich 19. - 22. Oktober in Bordeaux (Frankreich) der Konkurrenz stellen. In Deutschland gehen von 2. - 4. November in Lahr Sanitär- und Heizungstechniker Florian Bliem und von 10. bis 15. Oktober in Leonberg CNC-Dreher Kevin Emhofer sowie CNC-Fräser Atakan Kocaman ins Rennen.

Mitte Juli trafen sich die Teilnehmer*innen beim SkillsAustria-Teamseminar in Steyregg (Oberösterreich).
Mitte Juli trafen sich die Teilnehmer*innen beim SkillsAustria-Teamseminar in Steyregg (Oberösterreich).

Zwei Team Austria-Tage in Steyregg

Moralische Unterstützung für das Team Austria gibt es wieder durch das Team-Maskottchen Tim, aber natürlich auch von den anderen Team-Mitgliedern. Bereits von 14. – 16. Juli standen beim SkillsAustria-Teamseminar in der Bauakademie Oberösterreich in Steyregg alle Aktivitäten ganz im Zeichen des Teamzusammenhalts. Gemeinsam hieß es beim Klettern, bei Highland Games und beim abendlichen Kochen die Aufgaben zu meistern. Dazu gab es motivierende Tipps von Bodenleger Thomas Hofmacher und den Medaillen-Gewinnern Christoph Greiner (Gold/Glasbautechnik) und Stefan Prader (Silber/Elektrotechnik), die bei den EuroSkills 2021 in Graz für Furore gesorgt haben.

„Wichtig ist, dass unsere jungen Fachkräfte sich gegenseitig Mut machen und so das Selbstbewusstsein aufbauen, das nötig ist, um im entscheidenden Moment eine Bestleistung abrufen zu können. Ganz gleich, wo unsere Jungprofis dann antreten werden: Sie werden spüren, dass eine ganze Skills-Nation ihnen die Daumen hält und geschlossen hinter ihnen steht“, sagt Josef Herk, Präsident des Vereins Skills Austria.

Perfekte Bühne für die Fachkräfteausbildung

Den absoluten Zusammenhalt hat auch die weltweite Skills-Gemeinde eindrucksvoll bewiesen, indem sie nach der Absage durch Shanghai so rasch eine Lösung gefunden hat. "WorldSkills 2022 werden eine vollwertige Weltmeisterschaft sein und durch die weltweite Austragung ganz besonders viel Aufmerksamkeit erhalten“, ist Josef Herk überzeugt. Im gleichen Atemzug lädt er alle jungen Menschen ein, im November nach Salzburg zu kommen, um das Flair der Berufs-WM aufzusaugen, die Wettbewerbsberufe kennenzulernen und die Weltbesten in Aktion zu erleben. Nach dem derzeitigen Stand werden Teilnehmer*innen aus rund 40 WorldSkills-Mitgliedsländern im Messezentrum Salzburg an den Start gehen.

Ein Jahr nach den EuroSkills-Bewerben 2021 in Graz kann Österreich somit die Skills-Community wieder begrüßen. Und hat so erneut die Chance sich vor einem Weltpublikum von der besten Seite zu zeigen – als Gastgeber, als Bildungs- und Ausbildungs-Hotspot und als idealer Standort für Unternehmen. "Vor allem aber geht es darum, die große Chance der Fachkräfteausbildung und der Lehre zu verdeutlichen. Dafür sind die WorldSkills die perfekte Bühne", meint Peter Buchmüller, Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg.

China für WorldSkills 2026 im Gespräch

WorldSkills China drückte sein Bedauern darüber aus, den Wettbewerb nicht wie geplant im Jahr 2022 abhalten zu können, und ist äußerst dankbar für das Verständnis und die Unterstützung von WorldSkills und seinen Mitgliedern, Partnern und Interessenvertretern. Der Anspruch und das Engagement der chinesischen Seite, WorldSkills zu unterstützen und daran teilzunehmen, bleiben gleich. WorldSkills China freut sich auf die Gelegenheit, den Wettbewerb in Zukunft in Shanghai zu entwickeln und durchzuführen.

WorldSkills International erwägt nun, nach den WorldSkills-Wettbewerben 2024 in Lyon (Frankreich), die Berufsweltmeisterschaften im Jahr 2026 nach Shanghai (China) zu verlegen. Die endgültige Entscheidung darüber werden die Mitglieder auf der WSI-Generalversammlung treffen. (ar)