Marktübersicht Heizkörperthermostate

Heizung
14.05.2021

Von: Redaktion Gebäudeinstallation

Das klassische, mechanische Heizkörperthermostat hat ausgedient. Egal, ob es um einen Neubau oder die Modernisierung von Wohnungen geht: Ein intelligenter Thermostat-Regler am Heizkörper erhöht den Komfort und kann gleichzeitig den Energieverbrauch deutlich senken.

Heizkörperthermostate mit APP-Bedienung

Da vor allem in Altbauten noch ein enormer Nachholbedarf nach Heizkörperthermostaten besteht und die erhofften Umsätze entsprechend groß sind, tummeln sich Dutzende Hersteller auf dem Thermostat-Markt, die allesamt am Kuchen mitnaschen wollen. Daher ist es schwer, da den Überblick zu bewahren. Denn die unterschiedlichen Systeme sprechen unterschiedliche Bedürfnisse an: Sollen die Heizkörper in eine umfassende Smart-Home-Lösung inklusive App miteinbezogen werden, oder soll mittels Thermostat ausschließlich die Temperatur geregelt werden? 

In letzterem Fall bieten sich Heizkörperthermostate mit Bluetooth an, die direkt mit einem Handy kommunizieren können. Aber Vorsicht – im Vorfeld ist unbedingt zu checken, ob der Kunde ein Android-Nutzer oder ein Apple-Fan ist, denn manche Bluetooth-Regler werden zum Beispiel nur von Apples Home Kit unterstützt und können dann ausschließlich via iPhone bedient werden. Bluetooth funktioniert wohlgemerkt nur vor Ort – wenn die Heizung von unterwegs per Handy-App ein- oder ausgeschaltet werden soll, wird ein System mit Internet-Gateway benötigt. In diesem Fall kann es sich aber lohnen, gleich in eine Lösung zu investieren, die sich später auch um andere Funktionen erweitern lässt.

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Zukunftssichere Heizkörperthermostate

So werden von mehreren Herstellern Thermostat-Starter-Kits mit einem oder mehreren Stellventilen und einer Basisstation angeboten, die auch in der Lage sind, andere Geräte von der Glühbirne bis zum Garagentor zu steuern - das hilft auch in anderen Bereichen Geld zu sparen. Im Gegenzug kann ein Kunde, der bereits eine netzwerkfähige Alarmanlage oder Lichtsteuerung besitzt, die vorhandene Infrastruktur auch für die Heizungssteuerung nutzen. Hier scheint sich als Funkprotokoll der Z-Wave-Standard durchzusetzen, sodass auch Anbieter von eigenständigen Smart-Home-Komplett-Lösungen eine Z-Wave-Schnittstelle als optionale Erweiterung für Zubehör von Drittherstellern offerieren. 

Die Einbindung der Heizung in ein Smart Home wie etwa Amazon Alexa oder Google Assistent bietet dem Kunden auch die Möglichkeit der Sprachsteuerung – allerdings sollte man sich dabei bewusst sein, dass diese die gesprochenen Home Control-Befehle nicht vor Ort, sondern auf den Servern der jeweiligen Anbieter verarbeiten und dann erst die Steuerkommandos zurückschicken. 

Digitale Heizkörperthermostate mit Geofencing 

Viel Komfort verspricht auch Geofencing: Das System weiß dank GPS im Handy, wo sich der Benutzer gerade befindet und kann somit, wenn dieser auf dem Weg nach Hause ist, gleich automatisch das Thermostat regeln. Im Gegenzug könnten aber auch hier, so wie bei der Sprachsteuerung, Bedenken bezüglich des Datenschutzes auftauchen.

Eines haben jedenfalls alle smarten Heizkörperthermostate gemeinsam: Sie enthalten einen Motor, der die Spindel des bereits vorhandenen Stellventils bewegt. Das Heizungssystem als solches muss also nicht geöffnet werden, es muss lediglich der Regler abmontiert und durch das neue Modul ersetzt werden. Naturgemäß sind die mit Elektronik vollgepackten Thermostate größer als der alte, mechanische Drehknopf – wenn es räumlich sehr beengt ist, kann das bei der Montage tatsächlich zu einem Problem werden. Die meisten smarten Regler sind mit einem Anschlussgewinde M30 x 1,5 mm ausgestattet, jedoch sind Adapter für andere Heizkörper meist im Lieferumfang inkludiert.

Um mit der Energie effizient haushalten zu können, ist eine automatische Erkennung von offenen Fenstern sinnvoll, sodass die Heizung während des Lüftens he­runtergeregelt wird. 

Auch die Frage, wo die Temperatur eigentlich gemessen werden soll, ist bei der Installation einer smarten Heizung ein Thema: Stand-alone-Lösungen messen direkt am Heizkörper, bei vernetzten Systemen können zusätzlich noch Raumthermostate miteinbezogen werden.             
(Text: Uwe Fischer)

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